Auf-gelesen Oktober 2016

13.10.2016 | 10:57  Uhr

ProChrist 2018 erstmals mit predigender Frau

Die feministische Auflösung göttlicher Ordnungen, die sich in der Einsetzung von Frauen als Pfarrerinnen, Pastorinnen und Predigerinnen zeigt, ist ja längst schon bei den Evangelikalen die Regel geworden. Man hat sich den bibelkritischen Theologen angeschlossen, die Gottes klare Anweisungen in 1Tim 2,11-15 mißachten und umdeuten, damit sie Frauen in Verkündigungs- und Leitungsämter bringen können. Nun hat auch bei ProChrist in aller Stille die feministische Wende Einzug gehalten. Die nächste ProChrist-Zentralveranstaltung findet vom 11. bis 17. März 2018 in der Kongreßhalle am Zoo in Leipzig statt und wird unter dem Thema „das apostolische Glaubensbekenntnis“ stehen. Im Jahr 2018 wird gleichberechtigt neben dem Prediger Steffen Kern von den Apis die Theologin Elke Werner predigen.

Über Frau Werner erfährt man auf Wikipedia: „Sie ist Mitgründerin und seit 1. April 2011 Gesamtleiterin des Christus-Treffs in Marburg. Außerdem arbeitet sie als Autorin und Referentin. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt im Bereich von Vorträgen und der Förderung von Frauen vor allem in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Elke Werner war von 2005 bis 2007 stellvertretende Direktorin für Westeuropa des internationalen Lausanner Komitees für Weltevangelisation. Seit 2006 ist sie Senior Associate for Women in der internationalen Lausanner Bewegung. Im Rahmen dieser Arbeit gründete sie 2007 das Netzwerk „WINGS“ – „Women’s International Network in God’s Service“. Beim Lausanner Kongreß in Kapstadt im Oktober 2010 hielt sie vor den über 4.000 Delegierten ein Referat, in dem sie für gleiche Möglichkeiten von Frauen und Männern in Leitungspositionen in der Kirche plädiert. Sie ist Mitglied im Evangelisationsteam von ProChrist und seit 2008 Mitglied im Präsidium von World Vision Deutschland.“

Frau Werner hat also schon reichlich Expertise in der feministischen Umpolung evangelikaler Kreise. Künftig werden die ProChrist-Veranstaltungen eine öffentliche Demonstration für die Tatsache sein, daß maßgebliche Evangelikale gewillt sind, das Wort Gottes zu brechen und zu mißachten. Dasselbe gilt für die Jugendveranstaltung Jesus House, wo 2017 ein Team von sechs „Zentral-Evangelisten“ verkündigen soll – strikt frauenquoten-paritätisch drei junge Männer und drei junge Frauen.

Auf einer solchen Verkündigung unter Mißachtung von Gottes Wort kann kein Segen liegen – ganz abgesehen von dem verwässerten und verfälschten „Evangelium“, das weitergegeben wird. Der Herr Jesus selbst hat durch Seinen Apostel angeordnet, daß Leitungs- und Verkündigungsdienste, auch der Dienst der Evangeliumsverkündigung, durch Männer geschehen soll (vgl. u.a. 1Kor 9,5-14; Eph 4,11). Frauen vor Gott gleichwertig als Miterlöste und haben viele wertvolle Möglichkeiten, dem Herrn zu dienen, aber gläubige, gottesfürchtige Frauen respektieren die klaren „Gebote des Herrn“ (1Kor 14,37), die ihrem öffentlichen Dienst Grenzen setzen.

Eine Frau soll in der Stille lernen, in aller Unterordnung. Ich erlaube aber einer Frau nicht, zu lehren, auch nicht, daß sie über den Mann herrscht, sondern sie soll sich still verhalten. (1Tim 2,11-12)

Quellen: https://www.prochrist.org/veranstalter/prochrist-live-2018; http://www.idea.de/frei-kirchen/detail/jesushouse-2017-will-die-fragen-von-jugendlichen-beantworten-98392.html
 
 

„Dynamissio“ Berlin 2017: Missionaler Verführungskongreß mit prominenter Beteiligung

Die „Koalition für Evangelisation“ veranstaltet am 23. – 25. März 2017 einen groß beworbenen Kongreß mit dem Namen „Dynamissio“. In dieser Großveranstaltung (die wichtigsten Vorträge finden im Velodrom in Berlin statt) wird noch einmal die inzwischen fest eingespielte evangelikal-charismatisch-emergent-liberale Koalition Ausdruck, die die verführerische „Missio Dei“ und das unbiblische Konzept der „gesellschafts- kulturrelevanten Gemeinde fördern will. Über diese Bewegung habe ich in meinen Büchern Zerstörerisches Wachstum und Soll die Gemeinde die Welt verändern? ausführlich berichtet.

Zu den zentralen Rednern im Velodrom gehören u.a. die charismatischen Pastoren Sigrid und Richard Aidoo, der Charismatiker Heinrich Christian Rust (Friedenskirche Braunschweig) und der Pfingstler Ingolf Elßel (inzwischen in den Vorstand der World Pentecostal Fellowship aufgestiegen). Den missional-emergenten Flügel vertreten Prof. Dr. Tobias Faix (CVJM-Hochschule Kassel), der anglikanische Bischof Steven Croft, ein Mitbegründer der emergenten Kirchenbewegung Fresh Expressions, Reinhold Krebs (Evangelisches Jugendwerk in Württemberg; Koordination Fresh X Deutschland) und Prof. Michael Herbst; von den Evangelikalen wären der Allianzvorstzende Dr. Michael Diener, zu nennen, Dr. Roland Werner (ProChrist-Vorsitzender), Ansgar Hörsting (Präses des Bundes Freier ev. Gemeinden, Präsident der Vereinigung ev. Freikirchen) sowie Christoph Stiba (Generalsekretär des Bundes Ev.-Freik. Gemeinden). Von den liberalen Landeskirchen sticht als prominentester Vertreter Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm (Landesbischof der Ev.-Luth.-Kirche in Bayern und Ratsvorsitzender der EKD) hervor.

Im weiteren Kreis der Referenten, die in zahlreichen Gesprächsforen auftreten, finden wir weitere Namen, die zumeist in den Untersuchungen des Buches Zerstörerisches Wachstum eine Rolle spielen:
 

Afflerbach, Pastor Dr. Horst, BTA-Wiedenest
Garth, Pfr. Alexander, Junge Kirche Berlin
Kopjar, Dr. Karsten, Social-Media-Koordinator der Ev. Kirche in Mitteldeutschland
Mailänder, Daniela, Fresh X (Fresh Expressions Deutschland)
Müller, Gofi, Autor und Musiker
Müller, Tobias, mbs Bibelseminar / Institut für Gemeindetransformation
Nehlsen, Axel, Gemeinsam für Berlin
Noss, Präsident Michael, Bund Ev.-Freik. Gemeinden in Deutschland
Pahl, Pastor Stefan, Marburger Kreis / crossover / Vorstand Willow Creek Deutschland
Pompe, Hans-Hermann, EKD-Zentrum für Mission i.d. Region
Reimer, Prof. Dr. Johannes, Theol. Hochschule Ewersbach
Schacke, Dr. Rainer, Berliner Institut für urbane Transformation/Theol. Seminar Rheinland
Schippers, Oliver, Natürliche Gemeindeentwicklung
Schönberg, Klaus, Gemeindegründung BEFG
Sommerfeld, Harald, Gemeinsam für Berlin
Teichen, Pastor Tobias, ICF München
Vatter, Stefan, GGE im Bund Ev.-Freik. Gemeinden
 
Auch der Trägerkreis des Kongresses verdient Beachtung. Natürlich unterstützt die EKD den Kongreß, dazu 12 Landeskirchen, darunter auch extrem liberale. Unter den Freikirchen finden sich der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden, Mülheimer Verband, Foursquare und Gemeinde Gottes (Pfingstler), Methodisten, Heilsarmee, der Baptistenbund BEFG und die FEGs sowie die Siebenten-Tags-Adventisten. Unter den unterstützenden Werken wären die Evangelische Allianz zu erwähnen, Stiftung Christliche Medien, ERF, ProChrist und der Christus-Treff Marburg, aber auch die Allianzmission und die emergente Gruppierung Fresh X Deutschland.

Quellen: http://dynamissio.de/#programmuebersicht
 

Weitere Machtkonzentrationen im evangelikalen Verlagswesen

Die allermeisten evangelikalen Verlage sind kommerziell geführte Unternehmen, die Gewinn erwirtschaften wollen und müssen und die in vielem den Spielregeln unseres kapitalistisch ausgerichteten Wirtschaftssystems folgen. Die zunehmende Beschlagnahmung auch christlicher Leser durch Internet und Smartphones führt neben anderen Faktoren dazu, daß es immer schwieriger wird, auf dem christlichen Buchmarkt profitabel zu arbeiten. Es werden tendenziell weniger Bücher verkauft und noch weniger gelesen.

Es ist daher auch wirtschaftlich bedingt, daß es in der evangelikalen Verlagsszene immer wieder zu Aufkäufen kleinerer, unabhängiger Verlag durch größere kommt. Dennoch ist diese Tendenz geistlich ausgesprochen bedenklich, weil dadurch immer weniger Verleger einen immer größeren Einfluß darauf bekommen, was christliche Leser in Deutschland überhaupt noch lesen können. Und es ist ja offenkundig, daß der Segen Gottes, an dem alles gelegen ist, nicht mehr auf den vielen modern-verweltlicht ausgerichteten Verlagsprogrammen liegen kann. Also nimmt man Zuflucht zu weltlichen Methoden, inklusive dem „Heilmittel“ Fusion.

Die größte Marktmacht im deutschen evangelikalen Verlagswesen hat schon länger die Stiftung Christliche Medien (SCM), die aus den Gewinnen des erfolgreichen deutschen Unternehmers Friedhelm Loh (u.a. Fa. Rittal) finanziert wird. Schon 2010 bezeichnete sich SCM als größte evangelikale Verlagsgruppe. Nun hat SCM eine ziemlich aufsehenerregende Übernahme vollzogen: zum 1. Juli erwarb man die Verlage Gerth Medien und adeo von der weltlichen Verlagsgruppe Bertelsmann/Random House. Damit hat sich die dominierende Stellung von SCM auf dem evangelikalen Medienmarkt noch einmal beträchtlich verstärkt, denn Gerth Medien hat seinerseits eine relativ gewichtige Stellung auf diesem Markt gehabt.

Geistlich gesehen gibt es wenig Unterschiede zwischen Gerth Medien und SCM; beide haben sich dem Haupttrend liberal-evangelikaler Erfolgsliteratur verschrieben – Psycho-Lebenshilfe, Romane, oberflächliche, geistlich irreführende Kost, überwiegend übersetzt von amerikanischen Erfolgstiteln, bilden einen großen Bestandteil des Programms. Durch die Übernahme wird der Einfluß dieser Art von modern-evangelikaler Verführungsliteratur im christlichen Buchhandel voraussichtlich weiter steigen.
Ebenfalls gewisses Aufsehen erregte eine weitere Verlagsübernahme: Zum 1. Juli 2016 übernahm der Brunnen Verlag Basel, der früher eher konservativ-evangelikal ausgerichtet war, die ausgeprägt charismatischen Verlage Asaph AG Schweiz und Asaph GmbH Lüdenscheid. Unter dem Verlagsnamen Fontis werden die beiden charismatischen Verlage weiter arbeiten.

Diese Fusion zeigt, wie sehr der Kurs der Chrischona International, die Inhaber des Brunnen/Fontis Verlages ist, sich in die liberal-ökumenisch-charismatische Richtung entwickelt hat. Dazu paßt der seit 2012 eingesetzte neue Verlagsleiter, Dr. Dominik Klenk. Der ehemalige Prior der ökumenischen Kommunität „Offensive Junger Christen“ (OJC) hat die Anpassung des Verlagsprogramms an den neu-evangelikalen Zeitgeist entschlossen vorangetrieben. Daß damit jeder Bezug zu der geistlichen Ausrichtung der alten Chrischona unter Spittler und Rappard ausgetilgt wird, stört die „Neuerer“ sicherlich nicht.

Angesichts des geistlichen Abwärtstrends und der Machtkonzentration im evangelikalen Verlagswesen ist es umso wichtiger, daß bibeltreue Christen bewußt die kleinen, unabhängigen bibeltreuen Verlage und Versandbuchhandlungen stärken, die es noch wagen, biblisch fundierte und kritische Buchtitel gegen die irreführende Hauptströmung zu publizieren. Für diese Verlage sollten wir auch immer wieder beten, denn ihr Dienst ist ein geistlicher Dienst und bedeutet heute verstärkt auch geistlichen Kampf gegen den Widerstand des Feindes (vgl. Eph 6,10-18).
 
Quelle: „SCM baut evangelikale Medienmacht aus“; „Pietistischer und charismatischer Verlag fusionieren“, in: TOPIC Nr. 7 / Juli 2016, S. 1-2; Wikipedia dt.: „Stiftung Christliche Medien“: https://www.fontis-verlag.com/ueber-uns/.
 

www.das-wort-der-wahrheit.de   Rudolf Ebertshäuser   13. 10. 2016




 


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