Was steckt hinter den Bekehrungen von Muslimen aufgrund von „Jesus-Visionen“?

27.11.2015 | 10:53  Uhr
 
 
Immer wieder werden in evangelikalen und charismatischen Kreisen Nachrichten über die angebliche massenhafte Bekehrung von Muslimen verbreitet, die „Jesus“ im Traum oder in Visionen gesehen hätten und daraufhin zum Glauben gekommen seien. Das wird unterstützt durch entsprechende Bücher und „Erfahrungsberichte“, die den Eindruck erwecken, hier gebe es eine gewaltige „Erweckung“ unter den Muslimen.

Diese Vorgänge werden von manchen womöglich auf dem Hintergrund der pfingstlerischen Umdeutung von Joel 3 verstanden, wo in bezug auf den bekehrten Überrest von Israel gesagt wird: „Und nach diesem wird es geschehen, daß ich meinen Geist ausgieße über alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Ältesten werden Träume haben, eure jungen Männer werden Gesichte sehen“ (Joel 3,1). Charismatiker und Pfingstler deuten diese Prophetie auf eine von ihnen erwartete große Geistesausgießung und Erweckung bei allen Völkern; in diesen Rahmen könnten dann auch die „Bekehrungen aufgrund von Visionen“ passen. Hier sind jedoch nicht die Heidenvölker gemeint, sondern Joel 3 spricht ganz klar und ausschließlich von den Juden, die sich auf dem Höhepunkt der Großen Drangsal zu Christus bekehren (vgl. Sach 12,8-10; Hes 39,25-29). Die Heiden werden zum selben Zeitpunkt blutig gerichtet, wie Joel 4,1-3 und 9-16 zeigen.

Viele bibeltreue Gläubige sind durch diese Nachrichten verunsichert und fragen sich, ob solche Vorgänge echtes göttliches Wirken sein können. Diese Frage ist nur zu berechtigt. Ohne hier dogmatisch für jeden einzelnen Fall sprechen zu wollen, möchte ich darlegen, weshalb diese Erscheinungen nach meiner Überzeugung grundsätzlich einen bedenklichen charismatisch-spiritistischen Hintergrund haben und nicht echt sein können, weil sie dem Wort der Heiligen Schrift widersprechen.

Dabei folge ich dem heute lebenswichtigen geistlichen Grundsatz, daß wir jede Erscheinung im geistlichen Bereich anhand des Wortes Gottes prüfen müssen: „Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn es sind viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen“ (1Joh 4,1). Alles echt göttliche Wirken befindet sich in Übereinstimmung mit dem ewigen Wort Gottes, das Er uns gegeben hat. Alles, was dem Wort Gottes widerspricht, müssen wir verwerfen.

Nun lehrt uns aber das Wort Gottes ganz klar, woher der echte Glaube, der rettende Glaube an den Herrn Jesus Christus kommt: aus dem Wort Gottes, aus dem Wort des Evangeliums!
 

»Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden«. Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht geglaubt haben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne einen Verkündiger? Wie sollen sie aber verkündigen, wenn sie nicht ausgesandt werden? Wie geschrieben steht: »Wie lieblich sind die Füße derer, die Frieden verkündigen, die Gutes verkündigen!« Aber nicht alle haben dem Evangelium gehorcht; denn Jesaja spricht: »Herr, wer hat unserer Verkündigung geglaubt?« Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort. (Röm 10,13-17)

… denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, durch das lebendige Wort Gottes, das in Ewigkeit bleibt. Denn »alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie die Blume des Grases. Das Gras ist verdorrt und seine Blume abgefallen; aber das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit.« Das ist aber das Wort, welches euch als Evangelium verkündigt worden ist. (1Pt 1,23-25)
 
Der Glaube kommt nicht aus Träumen und Visionen; der Glaube kommt nicht aus Erlebnissen, aus Wunderheilungen, sondern grundsätzlich und immer aus dem Wort vom Kreuz, aus dem Zeugnis des Evangeliums von dem menschgewordenen, gekreuzigten, auferstandenen und verherrlichten Sohn Gottes, unserem Herrn Jesus Christus! (Vgl. dazu u.a. 1Kor 1,17-24; 2,1-5; 15,1-11; Gal 1,6-12; Eph 1,13; Kol 1,5; 1Thess 1,4 - 2,13.) Der „Glaube“, der aus einer Vision oder einem Traum kommt, ist nicht der echte, von Gottes Geist durch Gottes Wort gewirkte rettende Glaube, sondern etwas entweder Seelisches oder aber etwas Dämonisches.

Dazu kommt, daß der 1. Petrusbrief uns unzweideutig und klar lehrt, daß wir den Herrn Jesus Christus jetzt nicht sehen können, sondern an Ihn glauben aufgrund des Wortes Gottes, obwohl wir Ihn gerade nicht sehen!
 
… denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht mehr sehen, bis ihr sprechen werdet: Gesegnet sei der, welcher kommt im Namen des Herrn! (Mt 23,39)

Ihn liebt ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an ihn glaubt ihr, obgleich ihr ihn jetzt nicht seht, und über ihn werdet ihr euch jubelnd freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude … (1Pt 1,8)
 
 
Denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen. (2Kor 5,7)
 
Unser Glaube beruht eben nicht auf dem Schauen von Visionen, von „Jesus“-Gestalten, von Himmel oder Hölle (vgl. die vielen erlogenen Erlebnisberichte „Ich war im Himmel“). Die Schlußfolgerung ist: der „Jesus“, den Charismatiker und okkult vorgeprägte Menschen heute in Visionen zu „sehen“ meinen, ist nicht der wahre, verherrlichte Sohn Gottes im Himmel. Heute treten viele falsche Christusse und andersartige „Jesus“gestalten auf, hinter denen sich letztendlich der Satan als „Engel des Lichts“ verbirgt. Wir wissen ja, daß sich in der heutigen Zeit gerade im Rahmen der falschprophetischen Pfingst- und Charismatischen Bewegung die irreführenden Visionen und Gesichte, Träume und „Offenbarungen“ häufen, mit denen der Widersacher unbefestigte Christen beeindrucken und anlocken will. Ja, wahrhaftig:
 
Ich fürchte aber, es könnte womöglich, so wie die Schlange Eva verführte mit ihrer List, auch eure Gesinnung verdorben [und abgewandt] werden von der Einfalt gegenüber Christus. Denn wenn der, welcher [zu euch] kommt, einen anderen Jesus verkündigt, den wir nicht verkündigt haben, oder wenn ihr einen anderen Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so habt ihr das gut ertragen. (2Kor 11,3-4)

Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die sich als Apostel des Christus verkleiden. Und das ist nicht verwunderlich, denn der Satan selbst verkleidet sich als ein Engel des Lichts. Es ist also nichts Besonderes, wenn auch seine Diener sich verkleiden als Diener der Gerechtigkeit; aber ihr Ende wird ihren Werken entsprechend sein. (2Kor 11,13-15)
 
Hierzu muß man wissen, daß viele der Meldungen von „Jesus-Visionen“ von offen oder verdeckt charismatischen Missionaren und Missionsexperten kommen. Viele dieser „Bekehrungen“ finden im Rahmen sogenannter „muslimischer Insiderbewegungen“ statt, in denen charismatische und ökumenische Missionare Menschen dazu verführen, weiterhin als Muslime zu leben und nebenbei den falschen „Isa“ des Koran zu verehren. Solche „Visionen“ erklären sich zum Teil auch daraus, daß ja viele Muslime aufgrund okkulter Praktiken des „Volksislam“ schon eine dämonische Vorbelastung haben und für solche mystischen Lichterscheinungen empfänglich sind.

Ich hatte kürzlich Gelegenheit, einen Bruder zu befragen, der sich sehr gut mit der echten Missionsarbeit unter Muslimen auskennt, und er sagte mir, daß er praktisch nirgends in seiner Arbeit auf solche durch Visionen Bekehrten gestoßen ist. Diejenigen Muslime, die sich bekehren, kommen ganz nüchtern aufgrund der Verkündigung von Christus zum Glauben, ganz so, wie es das Wort lehrt. Der Druck der Leiden macht sie sehr nüchtern, so daß unter ihnen in der Regel pfingstlerische Schwärmerei keinen Nährboden findet.
 
Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt acht, daß euch niemand verführt! Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin der Christus! Und sie werden viele verführen. (Mt 24,4-5)

Wenn dann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist der Christus, oder dort, so glaubt es nicht! Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen. Siehe, ich habe es euch vorhergesagt. (Mt 24,23-25)

 
Rudolf Ebertshäuser   27. 11. 2015   www.das-wort-der-wahrheit.de


 



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