Auf-gelesen November/Dezember 2015

27.11.2015 | 10:33  Uhr

Katholischer Weihbischof spricht auf Konferenz der „Apis“

Der geistliche Niedergang und die ökumenische Verzahnung der Pietisten nehmen immer deutlichere Formen an. Zu der diesjährigen Jahrestagung der „Apis“ (früher noch „Altpietistischer Gemeinschaftsverband“) am 1. November in der Stuttgarter Porsche-Arena waren über 3.000 Besucher gekommen. Auf dem Programm standen u.a. eine Predigt von Dr. Roland Werner sowie Beiträge von EKD-Oberkirchenrat Baur – und dem Weihbischof der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart, Thomas Maria Renz!
Dieser hochrangige Vertreter der römischen Kirche „bat um Vergebung, wenn seine Kirche andere Christen verletzt oder ihnen Anlaß zum Ärgernis gegeben habe. Ihm zufolge sei Ökumene im biblischen Sinne nur möglich, wenn die Kirchen einander demütig begegneten. Alle hätten denselben Meister, nämlich Jesus Christus. Es gebe mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes, insbesondere die Bibel, den Glauben an den auferstandenen Christus, die Taufe, die Rechtfertigungslehre und das Vaterunser. Deshalb sollten die Kirchen auch zusammen für christliche Überzeugungen eintreten“ (nach Idea Online, s.u.).

Solche Demutsgesten werden von Rom inzwischen auf allen Ebenen eingesetzt, um die Evangelikalen zu umgarnen. Aber eine wirkliche Abkehr von dem Machtanspruch und den verkehrten Dogmen dieser Kirche findet nicht statt. Das ist aber auch nicht nötig; die Evangelikalen schwenken bedingungslos auf die „ökumenische Einheit“ ein. Das wurde am Nachmittag gleich praktiziert in Form einer eine „große Koalition des Gebets“. Daran beteiligten sich der Katholik Renz, der evangelische Oberkirchenrat Werner Baur (Stuttgart) und der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), sowie die Leiter zahlreicher geistlicher Bewegungen – darunter auch Gerhard Pross von der katholisch-evangelikalen Initiative „Miteinander für Europa“.

Umrahmt wurde die Tagung zeitgeistgemäß mit einem „christlichen Aktions- und Illusionskünstler“ namens „Mr. Joy“, der zu seinen Kompetenzen u.a. Jonglage, Artistik, Entfesselung und Täuschungskunst (!) zählt. An der musikalischen Begleitung war u.a. der Stuttgarter Lobpreisleiter Andreas Volz beteiligt, der sich zum extremcharismatischen Gospelforum bekennt. Wie weit sind nun auch die Altpietisten von der einstigen Ernsthaftigkeit und biblischen Orientierung abgewichen, die sie früher wenigstens teilweise charakterisierten! Der Pietismus ist voll in der Welt angekommen - auch in der ökumenisch-römisch-charismatisch gefärbten religiösen Welt.
 

Darum hat auch Jesus, um das Volk durch sein eigenes Blut zu heiligen, außerhalb des Tores gelitten. So laßt uns nun zu ihm hinausgehen, außerhalb des Lagers, und seine Schmach tragen! Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. (Hebr 13,12-14)
 
http://www.idea.de/frei-kirchen/detail/katholischer-bischof-bittet-bei-pietisten-konferenz-um-vergebung-92602.html
http://www.mrjoy.de/joy/info.html
http://www.andreas-volz.de/
 

 
Was hätte Wilhelm Busch dazu gesagt? Weigle-Haus beschäftigt muslimische Jugendmitarbeiter

Das Weigle-Haus in Essen ist eine berühmte Einrichtung, die einstmals bekannt war für unkonventionelle Bemühungen, jungen Menschen das biblische Evangelium nahezubringen. Besonders geschätzt war der Jugendpfarrer Wilhelm Busch, der dieses freie Jugendwerk innerhalb der evangelischen Kirche von 1929 bis 1962 leitete. Später wurde es von Ulrich Parzany geleitet, und seit 1996 von Rolf Zwick, der einer der gewichtigeren Verfechter missionaler Falschlehren und des „Sozialen Evangeliums“ ist und bei der einschlägig geprägten „Micha-Initiative“ der Allianz führend mitwirkt. Unter seiner Verantwortung hat das Weigle-Haus neuerdings, um muslimische Jugendliche ansprechen zu können, für Sportangebote auch muslimische Mitarbeiter angestellt. Idea zitiert Zwick: „Wir stellen Christus in den Mittelpunkt und wollen gleichzeitig unsere Angebote so gestalten, daß Jugendliche anderer Religionen zu uns kommen. Wir sind für sie offen und nehmen sie an“ (IdeaSpektrum 32/2015, S. 33). Das entspricht ganz den Konzepten eines Johannes Reimer über „transformierendes“ soziales Engagement von Christen, die dabei auch mit Muslimen und anderen Religionen zusammenarbeiten sollten. In Wahrheit besteht natürlich ein großer, entscheidender Unterschied zwischen der Offenheit für die Teilnahme muslimischer Jugendlicher an bestimmten Angeboten des Hauses und der Beschäftigung muslimischer Mitarbeiter in einem ursprünglich klar christlich ausgerichteten Werk, das eigentlich der Gewinnung von jungen Menschen für den Glauben an Jesus Christus dienen sollte. Aber das belegt einmal mehr: die modernen Evangelikalen sind auf den Abweg der Ökumene und der Religionsvermischung geraten.
 
 
„Werden Sie jetzt Teil der Kraft“: Seltsamer Werbespot von World Vision

Auf Spiegel-online war als Werbeclip vor bestimmten Videos am 6. 10. 2015 ein mehr als seltsamer Werbefilm für das evangelikale Sozialwerk World Vision zu sehen. Den Text dieses Videos habe ich abgeschrieben; er lautet: „Werden Sie jetzt Teil der Kraft von World Vision. Unsere Kraft kann größer als der Hunger sein. Und stärker als der Durst. Sie gibt Menschen auf der ganzen Welt Hoffnung und ist jeden Tag für Kinder da. Werden auch Sie jetzt Teil der Kraft von World Vision.“ Ganz abgesehen davon, daß World Vision schon länger in öffentlichen Anzeigen so gut wie gänzlich auf irgendwelche christlichen Bezüge verzichtet – hier wird mit ausgesprochen manipulativen Methoden gearbeitet, siehe die suggestive Wiederholung der Aufforderung „Werden Sie jetzt Teil der Kraft von World Vision“. Und die eingesetzte Begründung erinnert stark ans New Age: das Werk wird als mit einer eine mystischen Kraft ausgestattet dargestellt, und es wird nahegelegt, man könne durch sein Engagement (letztlich hauptsächlich durch Geldspenden) diese geheimnisvolle Kraft vermehren, aber irgendwie auch daran selbst teilhaben, sich an ein höheres, gutes Ganzes anschließen. Ja, die ehemals evangelikalen Werke, die sich dem falschen Sozialen Evangelium geöffnet haben, sind im rapiden Niedergang begriffen; sie haben vor lauter „die Welt umarmen“ das Evangelium vergessen und die bösen Wege der Welt übernommen.
 

 
Wiedenest lädt katholischen Extremcharismatiker Johannes Hartl zum Männertag ein

Vor kurzem waren von Ulrich Neuenhausen, dem Gesamtleiter des Werkes Forum Wiedenest e.V. noch entrüstete Dementis zu hören, wie jemand auf den Gedanken kommen könnte, Wiedenest charismatische Einflüsse zu unterstellen. Nun liest man im Jahresprogramm 2016 des Forums Wiedenest, daß man für den Wiedenester Männertag 2016 als Hauptreferenten den katholischen Theologen und extremen Charismatiker Dr. Johannes Hartl einlädt. Das Motto: „In meinem Herzen Feuer. Gebet als Leidenschaft!“ Leider kann der zur Zeit sehr populäre katholische Charismatiker nur ein falsches Feuer und eine schwärmerische Leidenschaft ausbreiten, die in tiefem Gegensatz zu echtem geistlichem Gebet steht. Hartl ist bekannt als Leiter und Begründer des „Gebetshauses Augsburg“, in dem ein Team von überwiegend katholischen Charismatikern 24 Stunden am Tag charismatische „Fürbitte und Anbetung“ praktiziert. Diese Initiative sagt von sich selbst: „Wir sind eine 2005 entstandene Initiative junger Christen innerhalb der Charismatischen Erneuerung in der Katholischen Kirche. Wir glauben, daß Gott absolut faszinierend ist. Er ist es wert, Tag und Nacht angebetet und verherrlicht zu werden. Wir tun das auf unsere Weise. Jugendlich, ökumenisch und mit moderner Lobpreismusik. Das GebetshausZentrum … hat an 168 Stunden pro Woche offen. Zu jeder Tages- und Nachtzeit finden sich dort Menschen, die für Gott singen, in Fürbitte für unsere Welt eintreten oder einfach still für sich beten oder die Bibel lesen.“ (http://www.gebetshaus.org/about/ueber-uns). Diesen schwärmerischen, falschen Geist charismatischen Gebets bringt Hartl in den Männertag ein, und das ist schon im Einladungstext zu erkennen: „Laß dich einladen auf einem Weg zu neuem Feuer im Herzen! Es geht um Leben aus der Kraft der Faszination: Einen Lebensstil des Staunens über Gott einüben“. Das klingt nach katholischer „Spiritualität“ und „geistlichen Übungen“, kombiniert mit der drängenden, ekstatischen Verfälschung von „Anbetung“ und „Gebet“, wie sie der charismatische Verführungsgeist hervorbringt. Diese Mischung wird keine „Erweckung“ oder echte geistliche Neubelebung bringen können, sondern stattdessen hochgradige Benebelung und Irreführung.


Rudolf Ebertshäuser    27. 11. 2015   www.das-wort-der-wahrheit.de



 


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