Ist ProChrist biblische Evangelisation? Kritische Gedanken zu einer evangelikalen Kampagne

02.03.2013 | 21:14  Uhr

Ein Auszug aus der Schrift von Rudolf Ebertshäuser: „Pro Christ“ oder biblische Evangelisation? Das echte Evangelium und seine moderne Umdeutung. Die Einschätzung bezieht sich unmittelbar auf die in Buchform veröffentlichten Vorträge Parzanys aus dem Jahr 2003.
 
 
Wir haben am Anfang versucht, aus der Bibel Maßstäbe dafür zu bekommen, was biblische Evangelisation beinhaltet. Wenn wir nun „Pro Christ“ an diesen Maßstäben prüfen, müssen wir feststellen, daß diese Kampagne in zentralen Punkten ihren Anspruch, biblisch gesunde Evangeliumsverkündigung zu sein, verfehlt:
 
 
a) Bei Pro Christ wird ein stark verkürztes Evangelium verkündet
 
Wesentliche Bestandteile des biblischen Evangeliums werden bei Pro Christ verschwiegen bzw. haben nicht das Gewicht, das sie von der Bibel her haben müßten. Das sind jene Elemente des Evangeliums, die für den modernen Menschen anstößig sind bzw. die heute „schwer vermittelbar“ erscheinen:
 

** die Allmacht, Allgegenwart und der souveräne Herrschaftsanspruch Gottes;
** die Heiligkeit Gottes, der ein verzehrendes Feuer ist;
** der Zorn Gottes über alle Sünde und über die gottlosen Sünder;
** die ewige Verdammnis als gerechtes Gericht über jeden Sünder;
** die Bosheit der Sünde als Auflehnung gegen Gott;
** die völlige Verdorbenheit des sündigen Menschen, an dem nichts Gutes ist und der zu nichts Gutem fähig ist, der unter die Sünde versklavt ist;
** die Tatsache, daß auch nach menschlichen Maßstäben „gute“, ordentlich lebende Menschen vor Gott verlorene Sünder sind;
** die Tatsache, daß auch „moderne“, heute gesellschaftlich akzeptierte Sünden wie Hurerei (vorehelicher Geschlechtsverkehr, Zusammenleben ohne Trauschein) vor Gott ein Greuel sind und zur Verdammnis führen (Ähnliches gilt z.B. für Abtreibung, Steuerbetrug, Lügen);
** die Tatsache, daß diese ganze gottfeindliche Welt unter dem Gericht Gottes steht und zum Untergang verurteilt ist;
** klare Buße als Bruch mit der Sünde und Unterwerfung unter Gott;
** die Erlösung aus der Macht der Sünde durch das Blut Jesu Christi;
** die Aufforderung des Herrn Jesus Christus an alle Gläubigen, ihr Eigenleben zu verleugnen und zu verlieren und ihr Kreuz auf sich zu nehmen;
** die Herrlichkeit Jesu Christi zur Rechten Gottes im Himmel;
** die Ausschließlichkeit des Heils allein durch Jesus Christus auch im Hinblick auf Anhänger anderer Religionen.
 
Wir könnten noch einige andere Punkte nennen, aber die Tendenz ist eindeutig: Pro Christ läßt wichtige Wahrheiten weg (bzw. verkündigt sie nicht klar), die dem modernen „Sucher“ das Christentum als anstößig und unattraktiv erscheinen lassen würden. Im Licht der Bibel müssen wir aber feststellen, daß jede gewichtige Verkürzung des Evangeliums im Grunde auch schon eine Verfälschung darstellt. Paulus zeigt in Apg 20,26-27, daß es Blutschuld nach sich zieht, wenn ein Verkündiger unbequeme Wahrheiten verschweigt und nicht den ganzen Ratschluß Gottes verkündigt.
 
 
b) Bei Pro Christ finden sich schwerwiegende Verfälschungen des Evangeliums
 
Wie wir oben bei der Untersuchung der Predigten Parzanys gesehen haben, bleibt es nicht bei bloßen Weglassungen unbequemer biblischer Wahrheiten. Es finden sich an zahlreichen Stellen ausgesprochene Verfälschungen des biblischen Evangeliums, die dem modernen Zeitgeist entgegenkommen. Wir haben in den Ansprachen vor allem starke Einflüsse des falschen Psycho-Evangeliums vom Selbstwert und der Selbstverwirklichung gefunden, das von Irrlehrern wie Robert Schuller und christlichen Psychologen immer stärker unter den Evangelikalen verbreitet wird. Dieses gefälschte und damit im Sinne von Gal 1,6-9 andere Evangelium beinhaltet u.a., daß der natürliche Mensch gut sei bzw. Gutes an sich habe, daß Christus gestorben sei, um dem Menschen Selbstwert und eine erfüllte Selbstverwirklichung zu ermöglichen, daß Christus uns helfen wolle, unsere „Grundbedürfnisse“ zu befriedigen und unser diesseitiges Leben gelingen zu lassen, und vieles mehr.
 
Wir fanden auch folgenreiche Entstellungen der biblischen Lehre über Gott, den Vater und Seine Herrlichkeit und Allmacht sowie über die Gottheit und Herrlichkeit Christi in Seiner freiwilligen Erniedrigung. Gott und Christus werden durch einige Äußerungen Parzanys zu bloßen Dienstleistern und Lebenserfüllungsgehilfen für den Menschen herabgewürdigt. Auch die biblische Lehre von Buße, Glaube und Bekehrung wurde schwerwiegend verfälscht; es wurde den suchenden Menschen nicht mehr klar gesagt, was Gott eigentlich von ihnen erwartet, damit sie gerettet werden. Stattdessen wurden humanistisch-psychologische Appelle verbreitet, „sich zu öffnen“, um möglichst viele Menschen zu einer oberflächlichen „Entscheidung für Jesus“ zu locken.
 
Eine weitere Verkehrung des biblischen Evangeliums bei Pro Christ besteht darin, daß den Suchenden ein gefälschtes Christentum ohne Kreuz, Selbstverleugnung und Heiligung vorgespiegelt wurde, daß ihnen der Eindruck vermittelt wurde, sie könnten (abgesehen von einigen moralischen „Verbesserungen“) weiterhin den selbstsüchtigen, verdorbenen Lebensstil der Welt samt Popmusik, Fernsehen, Kino usw. beibehalten. Das alles wird vermischt mit Aussagen des echten biblischen Evangeliums, so daß oberflächliche Zuschauer die Verführung nicht klar bemerken. Gerade diese schillernde Mischung aus Wahr und Falsch ist jedoch gefährlich und verderblich.
 
 
c) Die Pro Christ-Verkündigung arbeitet mit menschlichen Show- und
Werbemethoden, die dem Wort vom Kreuz die Kraft rauben
 
Wenn wir den bewußt auf der Ebene einer Fernsehshow gestalteten Rahmen der Pro Christ-Verkündigung mit berücksichtigen, dann wird der unbiblische Charakter dieser Kampagne noch deutlicher. Während Paulus lehrt, daß der wahre Verkündiger des Evangeliums sich davor fürchten sollte, irgendwelche Elemente menschlicher Überredung und Redeweisheit in seine Verkündigung einzubeziehen, damit sie wirklich auf der Kraftwirkung des Wortes und des Geistes Gottes beruhen kann, finden wir bei Pro Christ durchgängig menschliche Überredungstaktiken und des Evangelium unwürdige Lockmittel, mit denen der ungläubige Besucher in eine „Entscheidung“ hineinmanipuliert werden soll.
 
Der Auftritt ungläubiger, bloß scheinchristlicher Prominenter, die Verwendung von Pantomime und Theater, der Einsatz von Witzeleien und nichtigen Plaudereien, die Beeinflussung durch Farb-, Licht- und Toneffekte und die Rock- und Popmusik – all das steht in krassem Widerspruch zu der biblischen Lehre, wie das Evangelium verkündigt werden soll. Die Pro Christ-Verkündigung enthält dagegen viele Elemente dessen, was wir in den Warnungen des Paulus in 2Kor 2,17 und 4,1-2 schon bei falschen Predigern in der Apostelzeit finden. Nach der klaren Lehre der Bibel bewirken diese verführerischen, verfälschenden Einflüsse in der Predigt, daß das Wort vom Kreuz nicht seine überführende und rettende Kraft entfalten kann und daß der „Glaube“ der solchermaßen überredeten Pro Christ-Hörer in der Regel auf bloßer Menschenweisheit beruhen wird statt auf Gottes Kraft.
 
Ein längst heimgegangener amerikanischer Evangelist, James A. Steward, sagte über die schon in den 50er Jahren des 20. Jh. aufkommenden modernen Evangelisationsmethoden nachdenkenswerte Sätze:
 
Ich glaube, daß Satan uns heute ein falsches Werk der Evangelisation anbietet, damit wir getäuscht und zufrieden sind und uns nicht mehr nach dem echten sehnen. (…) Es gibt eine ganz ernsthafte Gefahr, einen „populären Jesus“ zu predigen. Um die Unerretteten zu erreichen, heben wir fälschlich, wenn auch aufrichtig, nur eine Seite des christlichen Lebens vorgestellt: die Freude der Errettung. (…) In unserer Sorge, nur ja die Weltmenschen einzufangen, haben wir den Eindruck erweckt, das Evangelium sei eine fast schon lustige, leichtfertige Botschaft. Es gibt zuviel Gelächter in unseren Versammlungen und zuwenig Weinen. (…) Was mich betrifft, so weigere ich mich völlig, Leute zu unterhalten, weder ältere Gläubige, die oft kalt und fleischlich sind, noch jüngere Gläubige, die keine Tiefe, keine geistliche Gesinnung und kein Verlangen haben, die Tiefen Gottes zu erforschen. Vor allem weigere ich mich, Sünder zu unterhalten, die auf dem Weg zur Hölle sind. Ich predige, wie Richard Baxter es tat, als ein sterbender Mann zu sterbenden Männern und Frauen. (…) Ich möchte nicht, daß Seelen einmal meinen Namen im Feuersee verfluchen und sagen: ‚Ja, ich bin da in eine Evangeliumsversammlung gegangen, aber dann hat der Prediger Steward nur Witze gemacht und die Leute unterhalten. Er machte aus dem Christentum ein lächerliches Theater!’ Die alte Methode der Evangelisation bestand darin, die Menschen zum Weinen zu bringen, aber die moderne ‚Hollywood’-Methode besteht darin, die Leute zum Lachen zu bringen. ‚Seid ihr alle fröhlich? Dann sagt Amen!’ Also müssen unsere Lieder und Chorusse Jazzmelodien haben, sonst können wir uns nicht amüsieren. Wir brauchen viele Witze, sonst war es keine gute Versammlung. Das ist der Grund, weshalb es solch einen traurigen Mangel an Überführung von Sünde in modernen Evangelisationen gibt. Der Heilige Geist kann in einer leichtfertigen Atmosphäre nicht wirken.
 
 Wir müssen zu dem Schluß kommen, daß bei Pro Christ keine wirkliche biblische Evangeliumsverkündigung vorliegt, sondern daß ein schwerwiegend verkürztes und verfälschtes Evangelium verkündigt wird, das die Menschen verführt, anstatt ihnen die ganze Wahrheit über Gottes Ratschluß mitzuteilen. Wahre Gläubige, die den Herrn lieben und an Seinem Wort festhalten, sollten sich an dieser unbiblischen Kampagne nicht beteiligen und auch keine Ungläubigen unter eine solche verfälschte Verkündigung bringen. Damit wollen wir nicht abstreiten, daß durch Gottes souveränes Wirken auch gelegentlich echte Bekehrungen bei Pro Christ stattfinden können. Aber wenn wir Gott fürchten und Sein Wort bewahren, dann dürfen wir eine Sache nur dann bewußt unterstützen und daran mitwirken, wenn sie wirklich dem geoffenbarten Willen Gottes und dem Wort der Schrift gemäß geschieht und nicht im Widerspruch dazu steht.
 
Wir wollen nicht Richter über die geistliche Stellung und die Motive der Beteiligten sein; hier wird einmal der Herr Jesus Christus selbst Sein unbestechliches Urteil sprechen. Wir jedoch haben die heilige Pflicht, uns vor jeder Verfälschung der Evangeliumsbotschaft fernzuhalten und das wahre Evangelium in bewußter Absonderung von allen Kräften der Verführung und ökumenischen Vermischung zu verkündigen.
 
 

„Pro Christ“ und die ökumenisch-charismatische Vermischung
 


Ein sehr wichtiger Umstand muß hier noch angesprochen werden, und das betrifft den geistlichen Charakter der Trägerschaft dieser Pro Christ-Kampagne. Hierüber haben Jens Grapow und Wolfgang Nestvogel schon Wesentliches gesagt, so daß ich mich hier kurz fassen möchte. Pro Christ war von vorneherein so angelegt, daß in die Trägerschaft ein möglichst breites Bündnis aller sich christlich nennenden Kräfte einbezogen werden sollte. Hierbei folgte man erkennbar dem Konzept des amerikanischen Evangelisten Billy Graham, der so etwas wie der „geistliche Mentor“ von Pro Christ ist.
 
Billy Graham selbst, einer der populärsten Gestalten in der Namenschristenheit, hatte schon in den Fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts damit begonnen, in den Trägerkreis seiner Kampagnen sowohl liberaltheologische Protestanten als auch Vertreter der Katholischen Kirche einzubeziehen. Er selbst trat als klassischer „Evangelikaler“ auf, verbrüderte sich aber mit Leugnern der Gottessohnschaft Christi, der Auferstehung und des Erlösungsblutes genauso wie mit den betrügerischen Vertretern des falschen Evangeliums der römischen Kirche. Schon früh praktizierte er die unverantwortliche Regel, „Bekehrte“ aus katholischem Hintergrund zu den römischen Priestern, solche aus jüdischem Hintergrund zu den jüdischen Rabbis zu schicken. Billy Graham ist ein Verehrer der römischen Päpste, besonders auch Johannes Pauls II., die er immer wieder aufsuchte. Interessanterweise ging Graham auch zu einer Audienz nach Rom, um den päpstlichen Segen zu empfangen, bevor er 1993 die Pro Christ-Aktion mit einer Predigtreihe begann.
 
So arbeiten im Trägerkreis von Pro Christ hochrangige Vertreter der namenschristlichen, vom Glauben abgefallenen „Volkskirchen“ mit – unter ihnen der badische Landesbischof Fischer, ein Befürworter der Homosexuellensegnung und Leugnung der Auferstehung Jesu Christi, und der ebenfalls liberale EKD-Ratsvorsitzende Huber. Hand in Hand mit ihnen wirken u.a. Vertreter der Evangelischen Allianz, des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden, des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten), der Methodisten, des Bundes Freier Evangelischer Gemeinden, der Lausanner Bewegung (Deutscher Zweig), des CVJM u.a. Kreise mit. Unterstützt wird Pro Christ ausdrücklich auch von der ökumenischen Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Die Pro Christ-Kampagne wurde und wird auch vernetzt mit Bewegungen wie „Jahr der Bibel 2003“ (offen bibelkritisch und ökumenisch), „Ökumenischer Kirchentag 2003“, sowie mit der wachsenden „Willow Creek“-Bewegung, die einen unbiblisches Gemeindewachstumskonzept in die biblischen Gemeinden trägt, und anderen, ähnlich gelagerten Bewegungen und Aktivitäten.
 
Die Trägerschaft der Pro Christ-Veranstaltungen vor Ort soll nach dem Willen der Führer dieselbe Bandbreite haben. Ausdrücklich wird darauf hingearbeitet, daß an den verschiedenen Orten evangelikale Gemeinden zusammenwirken mit Vertretern der Katholischen Kirche, liberaler Kirchengemeinden, der Pfingstler und Charismatiker usw. Immer wieder wird betont, daß man um des Anliegens der Evangelisation willen Trennendes zurückstellen müsse. Es ist ausdrückliches Ziel dieser Bewegung, die Zusammenarbeit solcher verschiedenartiger Gemeinden und Gruppen vor Ort auch über die Pro Christ-Trägerschaft hinaus zu fördern. Wer bei Pro Christ mitmacht, der verpflichtet sich damit auch diesem ökumenischen Einheitskonzept.
 
Damit erweist sich Pro Christ als ein gefährliches Instrument, um evangelikale, d.h. biblisch geprägte Gemeinden in ein fremdes Joch mit Ungläubigen zu führen. Im offenen Gegensatz zur Lehre der Bibel, die die wahren Gläubigen anhält, jede geistliche Zusammenarbeit mit Ungläubigen und Vertretern von Irrlehren zu meiden, wird eine Vermischung von bloßen Namenschristen (die nicht gerettet sind und einem anderen Evangelium anhängen) und echten Gläubigen angestrebt. Die Bibel zeigt ganz klar, daß geistliche Gemeinschaft und Zusammenarbeit nur im Leib des Christus, d.h. unter wirklich wiedergeborenen Gotteskindern möglich ist, während die Führer und Anhänger der evangelischen liberalen „Volkskirchen“ wie auch der Katholischen Kirche in Tod und in der Finsternis sind. Ihr Lippenbekenntnis zu einem Christus, der nicht der der Schrift ist, macht sie nicht zu echten Christen; es kann auch keine Grundlage für irgendwelche Zusammenarbeit sein.
 
Hier findet in vollem Umfang die Ermahnung des Apostels Paulus ihre Anwendung:
 
Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein? Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: »Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein«. Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an! Und ich will euch aufnehmen, und ich will euch ein Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. (2Kor 6,14-18).
 
Die Vermischung der wahren Gemeinde mit der babylonischen Hurenkirche der Endzeit ist eine der größten geistlichen Gefahren in unserer gegenwärtigen Zeit. Auch die Vermischung mit den Irrlehren und der falschprophetischen Verführung der Pfingst- und Charismatischen Bewegung ist unbiblisch und verderblich für die echten bibeltreuen Gemeinden. Bei Pro Christ wird das berechtigte Anliegen der Evangelisation als ein Instrument zur Einbindung noch bibeltreuer Christen in die Endzeitverführung einer großen christlichen Einheitsbewegung betrieben. Wohin das führt, kann man an der Beteiligung des Pro Christ-Hauptredners Ulrich Parzany beim ersten ökumenischen Europatag in Stuttgart am 8. Mai 2004 sehen. Dort verband sich der evangelikale Parzany mit den erzkatholischen Marienanbetern der Schönstadt-Bewegung und Chiara Lubichs „Fokolare“-Bewegung, die den Dialog zwischen den Religionen anstrebt. Daß diese Zusammenarbeit bewußt geschieht, wird u.a. daran deutlich, daß Parzany offensichtlich zur Vorbereitung dieses Europatages eigens nach Rom gereist war!
 
Die von der Katholischen Kirche wie auch vom „Ökumenischen Rat der Kirchen“ und anderen abgefallenen, liberalen evangelischen Führern betriebene Bewegung zur Einigung aller Namenschristen, im allgemeinen kurz „Ökumene“ genannt, ist deshalb so gefährlich, weil sie nach dem prophetischen Wort der Bibel der Entfaltung der HURE BABYLON dient. Die Hure Babylon ist im Kern identisch mit der Katholischen Kirche, wie die Erwähnung Roms, der Stadt auf den sieben Hügeln, in Offb 17,9 zeigt. Doch in ihrer Endgestalt, wie wir sie in Offenbarung 17 und 18 beschrieben finden, muß diese Hurenkirche weltweite und umfassende Züge annehmen, die sie jetzt noch nicht hat. Die abgefallene Namenschristenheit (also auch die liberalen Protestanten und die Orthodoxen) muß eine weltweite religiöse Verführungsmacht bilden, die auch die anderen Religionen mit einschließt, alles natürlich unter der Führung der römischen Kirche und ihres antichristlichen Oberhauptes.
 
Der Widersacher tut alles, um in diese üble religiöse Vermischungsbewegung auch die bibeltreuen Gläubigen mit hineinzuziehen. Sie, die berufen sind, sich von Belial und Babylon abgesondert zu halten und gegen allen religiösen Betrug das Licht des wahren Evangeliums hochzuhalten, sollen geschwächt und mundtot gemacht werden durch die Einbindung in ein widerbiblisches Joch mit eben den Kräften, die den Namen Jesu Christi nur im Munde führen, in Wahrheit aber die Sache des Antichristen unterstützen. Dazu dient auch die verführerische Pfingst- und Charismatische Bewegung, die zu den in Matthäus 24 vorhergesagten falschen Propheten gehört und die großenteils aktiv die Ökumene und Zusammenarbeit mit der Katholischen Kirche vorantreibt. Durch die Vermischung mit den charismatischen Falschpropheten und ihren betrügerischen Wunderzeichen und Kraftwirkungen sollen die bibeltreuen Gläubigen von der Gründung im WORT allein abgelenkt und für die Einbindung in die Ökumene reif gemacht werden. Und wie viele lassen sich heute dadurch verblenden und verleiten! Bei Pro Christ 2006 sind der katholisch-charismatische „Lobpreisleiter“ Albert Frey und die Künstlerin und „Pastorin“ des extremcharismatischen „Gospel Life Centers“ München, Mirjana Angelina, als Mitwirkende eingeplant. Damit wird der charismatischen Verführung ein wirksames Forum geboten.
 
Es muß uns doch nachdenklich machen, wenn wir in Offb 18,4 den Aufruf des Herrn lesen: „Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt!“ Es muß also wahre Christusgläubige mitten in diesem scheinchristlichen, hurerischen Gebilde geben, die sich verführen ließen, in eine Einheit einzuwilligen, die dem Herrn ein Greuel ist, und die Er deshalb mahnen und herausrufen muß! Wie wichtig ist es heute, das prophetische Wort aufmerksam zu studieren! Wir sollten solche sein, die sich erst gar nicht in die Netze (das ökumenisch-scheinchristliche „Netzwerk“ – ein New Age-Begriff, von dem heute auch bei Pro Christ so viel geredet wird!) dieser Verführungsmacht locken lassen – auch nicht unter dem unschuldig scheinenden Vorwand, es müsse um der Evangeliumsverkündigung willen geschehen.
 
 

Die Auswirkungen von „Pro Christ“ auf evangelikale Christen und Gemeinden
 


Auch in anderer Hinsicht wirkt sich die Pro Christ-Kampagne bedenklich auf beteiligte evangelikale Gemeinden und Gemeinschaften aus. Wir dürfen nicht übersehen, daß in der Regel ein Großteil der Zuschauer bei den Veranstaltungen aus den teilnehmenden Gemeinden kommt und nicht „von außen“. Die Teilnahme an Pro Christ hat deshalb auch direkte Folgen für die örtlichen Gemeinden und beeinflußt deren Denken und deren Sicht von Evangelisation und Gemeindebau.
 
 
a) Ein verfälschtes, unheiliges Christentum ohne Kreuz wird propagiert
 
Die Botschaft, die über die Predigten und noch mehr über das Vorprogramm bewußt und auch unterschwellig vermittelt wird, lautet: Christsein ist anders als man es von den „frömmlerischen Fundamentalisten“ kennt. Es ist positiv, weltoffen, ein Weg zu sinnvoller Selbstverwirklichung und einem erfolgreichen Leben. Es bewirkt Kreativität, Selbstwertgefühl, Annahme und Sicherheit, Lebensgenuß, Kraft für den Alltag, gelingende zwischenmenschliche Beziehungen. Man kann als Christ ganz normal in dieser gottfeindlichen Welt mitschwimmen und alles weitermachen, was nicht gerade offen unmoralisch ist: Fernsehen, Disco, Theater, Rock- und Popmusik, Erfüllung aller möglichen Wünsche und Lüste …
 
Was diesem Zerrbild von „Christentum“ völlig fehlt, ist gerade das Wesen des echten Christentums: das Kreuz als geistliche Realität, die zum Tod des alten, selbstsüchtigen Sündenlebens führt und Raum macht für das übernatürliche, heilige, Gott gemäße Auferstehungsleben des Christus in uns. Das wahre geistliche Leben macht den echten Christen heilig für Gott und sondert ihn von der Welt und ihren verdorbenen Lüsten und Begierden ab. Bei Pro Christ wird (nicht zuletzt auch durch die beteiligten Künstler) ein „Christsein“ als Vorbild vorgeführt, das unrein, selbstsüchtig, unheilig, unzüchtig und völlig weltförmig ist. Auf dieses verführerische Scheinchristentum trifft in vollem Umfang zu, was in 2Tim 3,4-5 geschrieben steht: sie lieben das Vergnügen mehr als Gott; dabei haben sie den äußeren Schein von Gottesfurcht, deren Kraft aber verleugnen sie. Von solchen wende dich ab!
 
Auf die moderne, so eingängige, aber schwerwiegend verfälschte Botschaft von Pro Christ treffen die bekannten Worte des amerikanischen Predigers A. W. Tozer zu, der schrieb:
 
Gänzlich unbemerkt ist in unserer modernen Zeit ein neues Kreuz in viele gläubige Kreise eingedrungen. Zwar ähnelt es dem alten Kreuz, nur mit dem Unterschied, daß diese Ähnlichkeit eine imitierte ist, und daß es sich dennoch wesentlich von dem alten unterscheidet. Von diesem neuen Kreuz ist eine neue Philosophie auf das Christenleben übergesprungen, und diese neue Philosophie brachte eine neue evangelistische Methode mit sich - eine neue Art der Versammlung und des Predigens. Diese neue Verkündigung gebraucht dieselbe Sprache wie die alte, aber ihr Inhalt ist nicht derselbe, und der Schwerpunkt ist verschoben worden.
Das alte Kreuz hat nichts mit der Welt zu schaffen. Für Adams stolzes Fleisch bedeutet es den Tod. Durch dieses Kreuz verwirklichte sich der Richterspruch, der über dem auf dem Berge Sinai gegebenen Gesetz lag. Das neue Kreuz steht nicht im Gegensatz zur Welt. Es ist eigentlich ein freundlicher Kumpan und, wenn man recht versteht, die Quelle guter, sauberer Unterhaltungen und unschuldiger Vergnügen. Es läßt den Menschen unbehelligt leben. Seine Lebensmotive sind unverändert geblieben. Er lebt noch immer zu seinem eigenen Vergnügen, nur daß er jetzt christliche Lieder singt und sich religiöse Filme ansieht, anstatt anstößige Lieder zu singen oder stark alkoholische Getränke zu sich zu nehmen. (…).

Das neue Kreuz bringt eine neue und völlig unterschiedliche Evangelisationsmethode mit sich. Der Evangelist verlangt keine Absage an das alte Leben, bevor ein neues empfangen werden kann. Er predigt nicht die Kontraste, sondern die Ähnlichkeiten. Er versucht, sich dem öffentlichen Interesse anzupassen, indem er zeigt, daß das Christentum keine unangenehmen Forderungen stellt, sondern dasselbe anbietet wie die Welt, nur auf einem höheren Niveau. Das, wonach die sündenverrückte Welt momentan schreit, bietet dieses neue Evangelium, nur mit dem Unterschied, daß das religiöse Produkt besser ist.

Das neue Kreuz zerbricht den Sünder nicht, es gibt ihm lediglich eine andere Richtung. Es treibt ihn dazu, auf eine saubere und fröhlichere Art zu leben und erhält ihm seine Selbstachtung. (…) Die Verkündigung, die zwischen dem Weg Gottes und dem der Menschen freundliche Parallelen zieht, ist von der Sicht der Bibel aus gesehen falsch und ein grausames Vergehen an den Herzen derer, die zuhören. Der Glaube Christi verläuft nicht parallel mit der Welt, sondern durchtrennt sie. Wenn wir zu Christus kommen, bringen wir unser altes Leben nicht auf eine höhere Ebene, sondern lassen es am Kreuz. Das Weizenkorn muß in die Erde fallen und sterben.
Wir, die wir das Evangelium predigen, müssen uns nicht als öffentliche Vermittler vorkommen, die gesandt wurden, um zwischen Christus und der Welt ein gutes Einvernehmen herzustellen. Wir dürfen uns nicht einbilden, es sei unsere Aufgabe, Christus dem Fortschritt, der öffentlichen Meinung, dem Sport oder der modernen Bildung anzupassen. Wir sind keine Diplomaten, sondern Propheten, und unsere Botschaft ist kein Kompromiß, sondern ein Entweder-Oder.
 
Indem Pro Christ diese verfälschte Vorstellung vom Christsein in die Gemeinden trägt und unter denen verbreitet, die sich zumindest als gläubige Christen verstehen, trägt es Verführung und geistliche Verderbnis in die Kreise, die sich daran beteiligen. Es zerstört die ohnehin schwindende geistliche Substanz, den Überrest an Gottesfurcht, Heiligung und biblischer Gründung unter den heutigen evangelikalen Christen noch weiter und schwächt und schädigt so die Gläubigen, anstatt sie zuzurüsten oder zu erbauen. Noch schlimmer zeigt sich diese Verführung bei „Jesus House“, einer Jugendaktion von Pro Christ, in der noch hemmungsloser Discos, Rockmusik und weltliche „Unterhaltung“ eingesetzt werden. In einer Einladung zu „Jesus House“ 1998 konnte man lesen: „Bei Jesus House kannst du nette Leute treffen, coole Typen wie Dich. Vor allem aber kannst Du den treffen, der die größte Party aller Zeiten schmeißt: Jesus.“ (…)
 
 
* * *
 
Wenn wir am Ende unserer Untersuchung Bilanz ziehen, dann kommen wir an der Feststellung nicht vorbei, daß „Pro Christ“ insgesamt einen verführerischen Charakter trägt. In der ausreifenden Endzeit wird das berechtigte und wichtige Anliegen der Evangelisation zunehmend als Vorwand für ökumenische Verführung und Vermischung und die Einschleusung von Irrlehren in die Gemeinde Jesu Christi mißbraucht. Hier müssen wir wachsam sein – nicht nur gegenüber Pro Christ. Die Katholische Kirche ruft immer wieder zur „Weltevangelisation“ auf, und von allen Seiten, besonders auch von Charismatikern, ertönt die Parole, man müsse alle, die dem Namen nach Christen seien, um der „Weltevangelisation“ willen zusammenschließen. Auch liberal-protestantische Kreise interessieren sich für „Evangelisation“ – allerdings natürlich nicht für echte, biblische Evangelisation, sondern für eine verführerische Pseudo-Evangelisation, hinter der ein anderer Jesus und ein anderer Geist und ein anderes Evangelium stecken. Hier müssen alle bibeltreuen Gläubigen einen klaren Trennstrich ziehen. Mit dieser Verführungsstrategie dürfen und wollen wir nichts zu tun haben! Den Auftrag unseres Herrn, das biblische Evangelium in der Kraft des Geistes zu verkündigen, können wir nur in klarer Absonderung von solchen Verführungsbestrebungen erfüllen!
 
 
 
Rudolf Ebertshäuser    2. 3. 2013    www.das-wort-der-wahrheit.de   
 
 
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Grundaussagen des biblischen Evangeliums
 
Grundzüge biblischer Evangeliumsverkündigung
 
 
 


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