David Watsons verführerische „Gemeindegründungsbewegungen“ und ihr Einfluß in Deutschland

26.01.2013 | 18:44  Uhr

Die meisten unserer Leser haben wahrscheinlich noch nie etwas von David Watson gehört, denn dieser Name kursiert hauptsächlich als Geheimtip unter manchen Christen, die sich mit dem Thema „Gemeindegründung“ beschäftigen. Nun ist die Gründung biblischer Gemeinden an Orten, wo solche noch nicht existieren, im Prinzip eine gute Sache. Allerdings wird dabei oft nicht genügend beachtet, daß eigentlich nur unser Herr Jesus Christus, das Haupt der Gemeinde, Gemeinden gründen kann. Das ist ein Werk des Herrn, der durch Seinen Geist wirkt und Gläubige dazu befähigt und beauftragt, an dem Aufbau einer Gemeinde mitzuwirken. So zeigt uns das auch der Apostel Paulus in 1. Korinther 3. Nur der Herr kann auch Menschen zu der örtlichen Gemeinde hinzutun (vgl. Apg 2,47).
 
Echte biblische Gemeindegründung ist also ein geistliches Werk, bei dem das Fleisch der Gläubigen nur hinderlich sein kann, das auch nicht mit menschlichen Methoden und weltlichen Organisationsprinzipien vorangebracht werden kann, sondern nur durch einen geistlichen Dienst in der Abhängigkeit vom Herrn und Seinem Wort.
 
Leider werden diese biblischen Grundsätze heute auch von Gemeindegründern, die eigentlich bibeltreue Überzeugungen haben, nicht immer beachtet. Heutzutage ist es oft eine mühsame und langwierige Arbeit, bis eine neue Gemeinde wirklich auf eigenen Füßen stehen kann. Enttäuschungen und Rückschläge, Krisen und sogar das Eingehen eines Gemeindegründungsprojekts kommen immer wieder vor. Viele heutige Gemeindegründer sind deshalb beständig auf der Suche nach neuen Ansätzen und Methoden, wie man rascher und effektiver mehr und größere Gemeinden bauen kann.
 
Manche von ihnen sind durch die Gedanken und Konzepte der Gemeindewachstumsbewegung beeinflußt worden, die anscheinend einen Schlüssel zur erfolgreichen Gründung von Gemeinden verspricht. Doch die Lehren und Konzepte von Bill Hybels, Rick Warren und ihren Kollegen sind nicht biblisch gesund, sondern eine Mischung aus charismatischer Irreführung, Organisationsprinzipien des New Age und der weltlichen Managementphilosophie und verkehrten Lehren evangelikaler Missionstheologen.
 
 
1. Das verführerische Konzept der „Gemeindegründungsbewegungen“
 
Aus der unbiblischen Schule der amerikanischen Gemeindewachstumsbewegung kommt auch die immer einflußreicher werdende Strömung der „Gemeindegründungsbewegungen“ (engl. church planting movements), von denen eben der zuvor erwähnte amerikanische Missionar David Watson ein in den USA bekannter Praktiker und Sprecher ist.
 
Was versprechen die Lehren dieser Gemeindegründungsbewegungen? Was macht sie für manche heutige Gemeindegründer in hohem Maße anziehend?
 
Nun, das ist vor allem das Konzept der sich rasch multiplizierenden organischen Zellen - kleine Hausgemeindegruppen, die von jungbekehrten „Insidern“ einer bestimmten kulturellen Gruppe geleitet werden und die christliche Botschaft in einer auf die Zielgruppe zugeschnittenen Weise weitergeben, sodaß durch ihr Zeugnis immer wieder neue Gruppen entstehen, die aus sich wieder neue Gruppen anstoßen, bis eine flächendeckende, sich selbst ausbreitende „Bewegung“ entstanden ist. Von so etwas träumen manche Gemeindegründer geradezu; es erscheint ein geniales Konzept zu sein - zumal der Gemeindegründer als apostolisch wirkender „Strategiekoordinator“ dabei nur die erste Gruppengründung anstößt und ansonsten sich auf die Anleitung (im New-Age-Neudeutsch: das „Coachen“) der Zellgruppenleiter beschränkt.
 
Solche „Gemeindegründungsbewegungen“ in Asien und Afrika angestoßen zu haben ist der „Befähigungsnachweis“, den David Watson gebraucht, um das Gehör christlicher Gemeindegründer im Westen zu bekommen. Er rühmt sich, in Indien eine Bewegung mit etwa 40.000 Gemeinden angeleitet zu haben, in der etwa 2 Millionen Hindus zum christlichen Glauben gefunden hätten. Das sind Zahlen, die entweder faszinieren oder warnen. Einige Gemeindegründer bei uns waren und sind teilweise noch angetan von dem scheinbar einfachen und überzeugenden Konzept Watsons. Andere sind beunruhigt und empfinden, daß das nicht mit rechten Dingen zugehen kann.
 
 
2. Die Lehren David Watsons kurz dargestellt
 
In der Tat erweisen sich die Lehren David Watsons über „Gemeindegründungsbewegungen“ bei näherer Prüfung als irreführend und sehr unbiblisch, obwohl sie zugegebenermaßen auf den ersten Blick einen recht „biblischen“ Anschein haben. Sie beruhen auf einigen falschen und irreführenden Gedanken:
 
* die Gruppen praktizieren „induktives Bibelstudium“ (auch „Entdeckerbibelstudium“ genannt), bei dem die unbekehrten Teilnehmer selbst ihre Gedanken über die Bibelworte entwickeln, während der Leiter möglichst nicht durch Lehre und Korrektur eingreifen darf. Die Teilnehmer sollen ihre so entwickelten Vorstellungen über die Bibel an ihre Bekannten weitergeben, ohne daß diese von einem wiedergeborenen Evangelisten und Lehrer an der biblischen Wahrheit ausgerichtet würden. Das steht im deutlichen Gegensatz zur Lehre des NT, nach der Evangelisten unbedingt die biblischen Wahrheiten lehren und erklären müssen, weil sonst die ungläubigen Bibelleser ihre heidnischen Vorstellungen in die Bibel hineinlesen und es zur Religionsvermischung kommt (vgl. u.a. Mt 4,23; Mk 2,13; 1Kor 2,13-14; Kol 1,28; 1Tim 2,7; Apg 4,2; 5,42; 8,25; 20,20-21.27; 17,2-3; 18,28).
 
* die Gruppen praktizieren eine verfälschte Vorstellung von „Jüngerschaft“, in der eine mechanisch-gesetzliche Abart von „Gehorsam“ eine entscheidende Rolle spielt. Gehorsam ist ohne Zweifel gut und wichtig, aber wenn Watson den Entdecker-Bibelgruppen aufträgt, daß sie bei jedem betrachteten Bibelwort innerhalb von 24 Stunden gehorsam sein müssen, dann widerspricht das der Bibel, die zeigt, daß der Gehorsam der Gläubigen von Einsicht getragen und wachstümlich sein soll. Watson ersetzt im Grunde die Rettung durch Glauben durch eine falsche „Rettung durch Gehorsam“, wobei andererseits biblische Buße und Bekehrung ausgeblendet werden und der „Jünger“ schrittweise in dieses Christentum hineinge“coacht“ werden, ohne daß eine Neugeburt von oben erkennbar wäre.
 
* die Triebkraft dieser falschen „Gemeindegründungsbewegungen“ ist der Verführungsgeist der Pfingst- und Charismatischen Bewegung. Sie praktizieren deren gefälschte „Geistesgaben“ (Visionen, Prophetien, Wunderheilungen) und die spiritistische „Geistliche Kriegsführung“ (Herausfinden und Binden von Mächten, Gebetsmärsche). Durch diesen falschen Geist werden die zumeist spiritistisch vorbelasteten Hindus, Muslime und Animisten in großen Mengen angelockt, was die rasche und weite Ausbreitung solcher „Bewegungen“ begünstigt.
 
* diese Bewegungen arbeiten aber auch nach weltlichen und aus dem New Age abgeschauten Organisations- und Managementprinzipien. Die Leitung durch den wahren Heiligen Geist und durch das Wort der Apostellehre wird ersetzt durch solche weltlichen Prinzipien und Methoden. Biblische Leitung und Ältestenschaft wird nicht praktiziert, dafür aber „Mentoring“, „Coaching“ und „Servant Leadership“ (= dienende Leiterschaft). Statt der Leitung der Gemeinde durch den Herrn und sein Wort propagiert man das weltliche Prinzip einer Organisations-„DNA“, die eingepflanzt werden müsse und dann die Gruppe sozusagen von selbst steure und sich in jeder neuen Gruppe wieder vervielfältige.
 
* Grundlage für die beabsichtigte Massenwirkung dieser Bewegungen ist eine massive Verfälschung und Entartung des dort verkündeten Evangeliums, das nach den Lehren dieser Gemeindegründer „kontextualisiert“, d.h. an die heidnische Kultur und Religion der Zielgruppe angepaßt werden müsse und deren Denkweise mit aufnehmen müsse, damit es im großen Maßstab akzeptiert werden könne. Dahinter steckt die unbiblische Lehre der liberal-ökumenischen Mission, man müsse ganze Völker „zu Jüngern machen“, d.h. christianisieren.
 
* diese Gemeindegründungsbewegungen werden auch einspannt in die Irrlehren des „Sozialen Evangeliums“, nach denen die Gemeinde berufen sei, sich hier in dieser Zeit sozialpolitisch zu engagieren, die Welt zu verbessern und damit das Reich Gottes ohne Christus schon jetzt zu verwirklichen. Man möchte in diesen Bewegungen „gesellschaftsrelevant“ sein und die weltliche Gesellschaft „transformieren“.
 
Insgesamt stellen diese Gemeindegründungsbewegungen eine gefährliche Verführung dar. In den Ländern der „Dritten Welt“ können solche Strategien durchaus größere Menschenmengen in ein falsches, mit der örtlichen Götzenreligion vermischtes „Christentum“ bringen, wie dies in Afrika auch schon früher vielfach stattfand. Aber diese unbiblischen, „kontextualisierten“ Bewegungen, auch „Insiderbewegungen“ genannt, gehören nicht zu der wahren Brautgemeinde des Christus, sondern mobilisieren Massen für die antichristliche Verführungsreligion der Hure Babylon.
 
 
3. Das unbiblische Rezept der Gemeindegründungsbewegungen beeinflußt auch bibeltreu geprägte Kreise
 
Es ist durchaus folgerichtig und verständlich, daß solche Missionskonzepte und Gemeindebaumethoden unter den verweltlichten und schon weithin verführten Evangelikalen an Einfluß gewinnen. Eine Frucht davon ist die Konsultation für Gemeindegründung, von der wir in einer älteren Aktuellen Notiz berichteten. Es ist aber sehr bedenklich und erschreckend, daß solche verführerischen Ansätze auch bei Gläubigen Raum finden, die eigentlich bibeltreu geprägt sind oder es zumindest waren.
 
 
Die DIM stellt auf Gemeindegründungsbewegungen um
 
Die 1962 von Jochen Lagemann gegründete Deutsche Inland-Mission (DIM) gehört zum Umfeld der Brüdergemeinden („Bundes-Brüder“ und „Freie Brüder“) und nennt als ihren Auftrag: „Unerreichten Menschen in Deutschland das Evangelium weiterzugeben und bibeltreue Gemeinden zu gründen“. Im März 2008 hielt die DIM ein Seminar mit David Watson ab. Damit wurde ein vermutlich schon vorher angedachtes Konzept konkret eingeführt: Die DIM orientierte sich um und setzte es sich zum Ziel, in Deutschland nicht mehr nur einzelne evangelikale Gemeinden zu gründen, sondern ganze „Gemeindegründungsbewegungen“ einzuleiten.
 
Die DIM hat einige Aufsätze von David Watson aus dessen Blog übersetzt und als Buch herausgebracht; sie war auch daran beteiligt, daß der „Arbeitskreis Wachstum“ der Brüdergemeinden im September 2010 Watson zu seinen „Impulstagen für Gemeindegründung und Gemeindewachstum“ in Rehe mit ca. 140 Besuchern einlud. Im Anschluß organisierte die DIM noch eine „Trainingskonferenz für Gemeindegründung“, zu der noch einmal fast 100 Teilnehmer, u.a. aus Österreich, Schweiz, Frankreich, Italien, Griechenland, Polen und Tschechien kamen. Die DIM übt einen aktiven Einfluß zur Verbreitung missionaler Lehren in Brüderkreisen aus. Der missional-emergente Gemeindegründungsberater David Schäfer, der mit Die jungen Wilden eines der ersten werbenden Bücher für die Emerging Church geschrieben hat, ist seit 1. 7. 2011 Teilzeit-Mitarbeiter der DIM. Zugleich erklärte die DIM ihre Absicht, verstärkt ein Netzwerk von Beziehungen mit anderen Werken zu knüpfen, die ebenfalls dem Konzept der Gemeindegründungsbewegungen verpflichtet sind. Die DIM wird zur Zeit von einem Vorstand geleitet, in dem Bernd Hüsken (Vorsitzender), Wolfgang Klöckner (stellvertretender Vorsitzender), Klaus Zank und David Sweet zusammenwirken.
 
Es ist traurig, daß hier eine ganze Missionsgesellschaft geistlich umprogrammiert wurde und sich von der in der Brüderbewegung einst respektierten gesunden Lehre abgewandt hat, um nun den Irrlehren der missionalen Kontextualisierung und „Insiderbewegungen“ zu folgen. Angesichts der heute herrschenden geistlichen Verhältnisse in Deutschland ist es sehr zu bezweifeln, daß Watsons Konzepte wirklich zu einer „Gemeindegründungsbewegung“ führen; aber auf jeden Fall werden damit Brüdergemeinden und auch andere bibeltreu orientierte Gemeinden von innen durch den Einfluß charismatischer und missionaler Lehren vergiftet und durchsäuert und in die Richtung missional-emergenter „organischer Gemeinden“ irregeführt.
 
 
Gemeindegründungsbewegungen als Ansatz bei bestimmten Kreisen der „Brüderbewegung“
 
Eine weitere öffentlich arbeitende Schnittstelle für die Ausbreitung missionaler Einflüsse ist der „Arbeitskreis Wachstum“ (Förderer von Gemeindegründung und Gemeindewachstum in Brüdergemeinden). In diesem Kreis sind Vertreter der „Bundes-Brüder“ (Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden – AGB) und der „Freien Brüder“ (ein Zusammenschluß von Brüdergemeinden, die weder die Mitgliedschaft im Baptistenbund noch die Ausrichtung der exklusiven „Alten Versammlung“ befürworten) vereint:
 
Gerd Goldmann („Freie Brüder“/Wiedenest), Christian Göttemann (AGB, Lehrer Timotheus-Training), Bernd Hüsken (DIM), Lothar Jung („Freie Brüder“, Jugend- und Gemeindereferent; Leitungsteam Timotheus-Training), Wolfgang Klöckner (Missionar und Vorstand DIM, Lehrer Timotheus-Training), Reinhard Lorenz (Geschäftsführer der AGB; Vorstandsmitglied Forum Wiedenest), Dietmar Meyer (AGB), Martin Schneider (AGB), Wolfgang Seit („Freie Brüder“, Gebietsmissionar und Bibellehrer, Training für Gemeindegründer, Leitungsteam Timotheus-Training), Frank Ulrich (Vorstand IAM - Internationale Arbeitsgemeinschaft Mission), Jan Veldhuizen.
 
Der „Arbeitskreis Wachstum“ besteht mindestens schon seit 2001, zunächst als „Arbeitskreis für Gemeindewachstum“ offenkundig im Rahmen der „Freien Brüder“, und wurde stark durch Dr. Gerd Goldmann gefördert und geprägt. Schritt für Schritt erfolgte in dem Arbeitskreis offenkundig auch ein verstärktes „Umdenken“ im Sinne der falschen Lehren der Gemeindewachstumsbewegung und der missionalen Gemeindebewegung. Zugleich ging der Arbeitskreis verstärkt an die Öffentlichkeit, um – in erster Linie unter den Brüdergemeinden – dieses Gedankengut auszubreiten.
 
Im November 2006 wurden erstmals „Impulstage für Gemeindegründung und Gemeindewachstum“ veranstaltet, unter dem von Willow Creek inspirierten unbiblischen Motto „Die Gemeinde vor Ort ist die Hoffnung der Welt“. Auf dem Programm der Tagung standen drei Vorträge des Emerging-Church-Sprechers Prof. Johannes Reimer: „Gemeinde – relevant in unserer Welt und Zeit?“ – „Wie neue Gemeinden unser Land durchdringen können“ – „Die Gemeinde Jesu – Hoffnung für die Welt“. Außerdem gab es ein Referat des damaligen DIM-Geschäftsführers René Schäfer (der unter J. Reimer seinen MTh gemacht hatte), und eine Bibelarbeit von Wolfgang Seit „Mit Jesu Augen sehen“. Auch auf den „Impulstagen“ 2007 war Prof. Reimer der Hauptreferent; er sprach zum Thema „Gesellschaftsrelevanter Gemeindebau“.
 
Damit wurden die missional-transformatorischen Irrlehren der Emerging Church offen auch von prominenten Vertretern der „Freien Brüder“ gutgeheißen und ausgebreitet. Die Verantwortlichen hätten rasch erkennen müssen, welche verkehrten Auffassungen Reimer verbreitet. Stattdessen boten sie ihm eine Plattform. Daß sie mit Reimers verführerischen Ansichten sympathisieren, wird schon daraus ersichtlich, daß er gleich noch einmal eingeladen wurde. Schleichend werden missionale und emergente Gedanken immer weiter in der „Brüderbewegung“ ausgebreitet – darüber wollen wir in einer der nächsten Ausgaben noch ausführlicher berichten.
 
Im Jahr 2010 wurde dann, offenkundig auf Anregung der DIM, David Watson mit seinem Sohn Paul zu den „Impulstagen“ eingeladen. Zu der Tagung in Rehe kamen ca. 140 Teilnehmer aus ganz Deutschland. Dort wurde dem Verfechter kontextualisierter „Insiderbewegungen“ eine Plattform gegeben, um dieses unbiblische Konzept unter den „Brüdern“ auszubreiten – ein Konzept, das letztlich auf die Untergrabung biblisch orientierter Brüdergemeinden und ihre Ersetzung durch missional irregeführte Kleinzellen hinausläuft.
 
Ende September 2012 fanden die nächsten „Impulstage“ statt; das Thema lautet: „In Bewegung kommen: Gemeindegründungsbewegungen in Deutschland – erste Schritte“. In diesen „Impulstagen“ wird wieder das missionale Netzwerk deutlich. Ein Hauptreferent war der missionale Theologe Dr. Markus Wagner vom International Mission Board der Südlichen Baptisten; sein Thema: „Von der Addition zur Multiplikation und zur Bewegung – Ein Blick auf Gemeindegründungsbewegungen: Was sie kennzeichnet und wie sie angestoßen werden können“. Ein weiteres Referat hielt der Gemeindegründer Erwin Keck aus dem Allgäu über seine Erfahrungen in 30 Jahren Gemeindegründung. Es macht betroffen, daß auch Brüder wie er sich offenkundig von den Lehren Watsons mitziehen lassen.
 
Den dritten Vortrag hielt der missional-emergente Gemeindegründer David Schäfer zum Thema „Warum wir Gemeinde erst verlassen müssen, um zu lernen, was Gemeinde-sein bedeutet. Erfahrungen aus sieben Jahren organischer Gemeinde“. Im Vorstellungstext für den Referenten Schäfer wird sein die Emerging Church befürwortendes Buch Die jungen Wilden ausdrücklich positiv erwähnt, und es wird lobend hervorgehoben, er sei „national wie international gut vernetzt in der Gemeindegründungsszene“. In Seminaren kommen auch andere Anhänger missionaler Gemeindegründungen wie Wolfgang Seit, Wolfgang Klöckner und Christian Göttemann zu Wort.
 
Es ist deutlich erkennbar, daß der „Arbeitskreis Wachstum“ sich ebenfalls dem unbiblischen Konzept der Gemeindegründungsbewegungen geöffnet hat; die Tagung wurde bewußt mit dem Ziel geplant, solche Bewegungen in Gang zu bringen. Auch andere Projekte scheinen in das entstehende missionale Unter-Netzwerk unter den „Brüdern“ einbezogen zu sein, so etwa das 2013 beginnende „Timotheus-Training“, ein „Programm zur Zurüstung von Mitarbeitern in Gemeinde und Mission“, in dem führende Mitarbeiter der DIM und des Arbeitskreises Wachstum als Lehrer und Leiter mitwirken.
 
Ausgehend von der DIM-Tagung mit David Watson verbreitete sich das missionale Gemeindegründungsdenken auch unter einigen leitenden Brüdern einzelner freier Gemeinden im süddeutschen Raum. Es fanden Tagungen und Schulungen statt, bei denen Watsons Gemeindegründungsideen weitergegeben wurden. Einzelne Gemeindegründer und Gemeindeleiter wurden von diesen Lehren überzeugt und versuchten sie in der Region umzusetzen. Bei anderen dagegen riefen diese Ideen Unbehagen und Widerspruch hervor, weil sie das Ungesunde daran empfanden. Hier finden zur Zeit Klärungsprozesse statt, deren Ausgang noch ungewiß ist.
 
 
Quellen: 
 
Rudolf Ebertshäuser, Zerstörerisches Wachstum (Edition Nehemia)
TOPIC Dezember 2012, S. 3-4: „Deutschland: gefährliche Watson-Lehre dringt in bibeltreue Kreise ein“
 
 
Rudolf Ebertshäuser   23. 1. 2013   www.das-wort-der-wahrheit.de 
 
 
Zu diesem Beitrag können Sie auf unserer Webseite lesen:
 
Die Gemeindegruendungslehren David Watsons. Eine biblische Beurteilung
 
Gemeindegruendungsbewegungen - Gemeindewachstumskonzepte - neue Missionslehren unter den Evangelikalen. Eine Stellungnahme aus bibeltreuer Sicht
 
 





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