Die Evangelische Allianz erweitert ihren Vorstand – und offenbart, auf welchem Kurs sie ist

26.01.2013 | 18:38  Uhr

Der Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz besteht aus ehrenamtlich wirkenden Persönlichkeiten aus den Reihen der Evangelikalen, die als Personen, nicht als Vertreter ihrer Organisationen in dieses Amt berufen werden. Auf der Webseite der DEA liest man dazu: „Der Hauptvorstand versteht sich als ein geistliches Gremium zur Förderung der Einheit der Gemeinde Jesu, zur Entwicklung von Initiativen, zur Herausgabe von Stellungnahmen zu aktuellen theologischen und gesellschaftlichen Fragen und zur Pflege der internationalen Beziehungen zur Europäischen und zur Weltweiten Evangelischen Allianz. Er leitet und verantwortet die Arbeit der Deutschen Evangelischen Allianz.“ Neue Berufungen in den Hauptvorstand sind auch ein Signal, welche Kreise die Allianz stärker einbinden und berücksichtigen möchte.
 
Im Dezember 2012 hat die Allianz 13 Mitglieder des Hauptvorstandes neu berufen und begründete dies so: "Die Deutsche Evangelische Allianz nimmt die Herausforderung an, in einer sich verändernden gesellschaftlichen und kirchlichen Situation ein starkes, weitgespanntes und tragfähiges Netzwerk zu bleiben. Wir stärken unser evangelisches und evangelikales Profil, dank der Menschen, die nun unserer Berufung in den Hauptvorstand gefolgt sind". Mit den 13 Neuberufungen hat der Hauptvorstand jetzt 60 Mitglieder, die für jeweils 6 Jahre gewählt sind. "Die Neuberufungen sind die richtigen Konsequenzen der veränderten kulturell-konfessionellen Situation in unserem Land", sagte der Allianzvorsitzende Dr. Michael Diener.
 
Wie sehen die Signale nun aus, die die Allianz gesendet hat? Zum ersten wird die Stellung der Charismatiker im Hauptvorstand deutlich verstärkt. Zu den Neuberufenen gehört der ghanaische Pastor Richard Aidoo, der als Charismatiker eine wachsende internationale Gemeinde in Düsseldorf leitet (die übrigens im baptistischen BEFG ist). Außerdem wurde Peter Wenz berufen, ein Radikalcharismatiker, der aus der „Wort des Glaubens“-Bewegung stammt und Pastor des „Gospel-Forums“ in Stuttgart ist, das an die 4.000 Gottesdienstbesucher pro Wochenende verzeichnet. Wenz ist auch Sprecher im bundesweiten Kreis charismatischer Leiter. Ebenfalls berufen wurde Frank Bauer aus Hurlach, Leiter der einflußreichen charismatischen Gruppe „Jugend mit einer Mission“ in Deutschland. Dazu kommt noch der kirchliche Pastor und Unternehmenscoach Henning Dobers, Sprecher der charismatischen „Geistlichen Gemeinde-Erneuerung“ in der EKD. Damit hat die Charismatische Bewegung neben dem stellvertretenden Allianzvorsitzenden Ekkehart Vetter vom Mülheimer Verband einige sehr einflußreiche und gewichtige Sprecher in der Allianz.
 
Im Bereich „Jugend“ wurden neben Bauer auch noch der „Christival“-Vorsitzende Karsten Hüttmann (zugleich Leiter der Missionarischen Arbeit beim Jugendbund EC) und der EC-Geschäftsführer Simon Schuh sowie der neue „Prior“ der „Ökumenischen Kommunität Offensive Junger Christen“ Konstantin Mascher berufen – alles Vertreter einer neuen, postmodernen mit der Rock & Popkultur und Charismatik durchsäuerten „Jugendarbeit“. Von den zwei neu berufenen Frauen ist die Pfarrerin Astrid Eichler zumindest ehemals Charismatikerin gewesen und vertritt heute die mystisch angehauchte „Neue Spiritualität“; Daniela Knauz ist als Frauenreferentin der FEG und erste Vorsitzende des charismatisch vermischten Frauen-Leiterschafts-Netzwerkes FILIA gewiß auch nicht biblisch gesund.
 
Mit Ulrich Eggers wird eine Schlüsselfigur der evangelikalen Verführung in den Hauptvorstand berufen – ein Mann der Stiftung Christliche Medien, die auch durch Frieder Trommer schon im Hauptvorstand vertreten ist. Eggers hat als Redaktionsleiter der Zeitschrift Aufatmen das Gedankengut der Mystik, der „neuen Spiritualität“ und der Emerging Church im deutschsprachigen Raum ausgebreitet und als 1. Vorsitzender von Willow Creek Deutschland und Schweiz maßgeblich den Einfluß der Gemeindewachstumsbewegung unter den Evangelikalen mitverantwortet. Andererseits hat man mit Peter Dück erstmals auch einen Rußlanddeutschen berufen – eine Zielgruppe, deren neo-evangelikalen Flügel die Allianz offenkundig gerne mehr einbinden möchte. Ralf Albrecht von der pietistischen Christus-Bewegung in Baden-Württemberg und Prof. Stock von der SELK (Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche) vervollständigen die Zahl der Neuberufenen.
 
Die personellen Veränderungen sind Ausdruck einer Politik, die sich immer mehr den endzeitlichen Verführungsströmungen öffnet – unter dem heute so oft gehörten Vorwand, man müsse „relevant“ bleiben und „mit der Zeit gehen“, werden so Verbreiter von Irrlehre und Verweltlichung in die Verantwortung genommen. Wenn das die „Zukunftsorientierung“ der Allianz widerspiegelt, dann haben echte Christen nichts mehr von ihr zu erwarten.
 
 
Quelle: http://www.ead.de/nachrichten/nachrichten/einzelansicht/article/die-deutsche-evangelische-allianz-weitet-ihr-netzwerk-aus.html
 
 
Rudolf Ebertshäuser   23. 1. 2013   www.das-wort-der-wahrheit.de 
 
 
Zu diesem Beitrag können Sie auf unserer Webseite lesen:
 
Der moderne Evangelikalismus – Relativierung der Wahrheit und Kompromiß mit der Welt
 
 
 
 


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