Aktuelle Notizen
In dieser Rubrik wollen wir in unregelmäßigen Abständen Kurznachrichten und kürzere Kommentare veröffentlichen, die aus unserer Arbeit zur Verteidigung des Glaubens fließen. Diese Notizen erhaben keinen Anspruch auf einen vollständigen Überblick; sie sind lediglich Teilinformationen, die ein Licht auf die heutigen Entwicklungen werfen können, auf die der Verfasser gestoßen ist und die es seiner Einschätzung nach wert sind, zur Kenntnis genommen zu werden.
Wir wollen mit diesen Notizen nicht journalistische Nachrichten verbreiten, sondern bestimmte Ereignisse aus geistlicher Sicht bewerten und kommentieren, um den Leser zu informieren und gleichzeitig wachsam zu machen. "Aktuell" meint in diesem Sinn auch nicht tagesaktuell; manche kommentierte Ereignisse können schon einige Monate zurückliegen.
Wo immer möglich, sind die Quellen der mitgeteilten Informationen genannt. Wir versuchen die hier genannten Fakten so gewissenhaft wie möglich zu recherchieren, können aber vereinzelte Irrtümer nicht völlig ausschließen. Wir sind dankbar, wenn wir diesbezüglich korrigierende Hinweise erhalten.
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Juli / August 2010
Wim Ouweneel tritt für das falsche Evangelium des „Inklusivismus“ ein
In der letzten Ausgabe von
„Zeit + Schrift“, einer Zeitschrift aus den Reihen der deutschen „Brüderbewegung“, erschien ein unscheinbarer Artikel unter dem Titel „Christus und die Heidenwelt“. Dieser Tatbestand wäre gewiß keine Notiz auf dieser Webseite wert, wenn der Autor dieses Artikels nicht Wim Ouweneel hieße und wenn dieser Artikel nicht die Aussagen des biblischen Evangeliums mit einigen Worten beiseite schieben würde, um einer heute neu aufgewärmten Irrlehre das Wort zu reden – dem „Inklusivismus“, der Behauptung, auch Menschen, die nicht zum persönlichen Glauben an Jesus Christus gekommen sind, seien in das von Christus bewirkte Heil schon eingeschlossen und hätten an ihm teil.
Es ist eigentlich ein Skandal (auch im ursprünglichen, biblischen Sinn des Wortes, ein
skandalon, ein Anstoß zur Sünde), daß Wim Ouweneel mit seiner 2008 veröffentlichten Stellungnahme in dieser Zeitschrift Raum findet.
Zeit+Schrift hat sich bisher den Anstrich eines seriösen, im Rahmen bibeltreuer Grundüberzeugungen und auch im Rahmen des geistlichen Selbstverständnisses der Brüderbewegung argumentierenden Diskussionsforums gegeben. Wer die Zeitschrift allerdings genau verfolgt, findet bald heraus, daß der Trägerkreis, vorwiegend ehemalige Angehörige der exklusiven „Alten Versammlung“, sich auf der Suche nach neuer Orientierung vielfach von bibeltreuen Grundsätzen wegbewegt. Einige Autoren und Artikel bezeugen eine Öffnung für bibelkritische und modern-evangelikale Einflüsse. Doch mit der Veröffentlichung von Ouweneels Artikel wird ein deutliches Signal zur Abkehr von biblischen Grundsätzen gegeben, das nicht unwidersprochen bleiben darf.
Wim Ouweneel – der Bibellehrer, der zum Irrlehrer wurde
Nicht alle kennen die Geschichte Wim Ouweneels, und deshalb soll sie hier in aller Kürze skizziert werden. Der Holländer Ouweneel war einer der begabtesten Bibellehrer der exklusiven Brüderversammlungen, der auch im deutschsprachigen Raum viel Einfluß hatte – weit über den Kreis der „Brüderbewegung“ hinaus. Der hochintelligente Mann wollte sich trotz Warnungen nicht mit seinem Dienst als Bibellehrer unter den Gläubigen zufriedengeben. Er begann, die drei Fächer zu studieren, die am ehesten geeignet sind, den Glauben eines Menschen zu zerstören: Philosophie, Psychologie und Theologie. Er kam dabei zu akademischen Ehren, aber er verlor etwas Entscheidendes: den einfältigen Glauben an die Inspiration und Irrtumslosigkeit der Heiligen Schrift. Er öffnete sich für die Bibelkritik und dann auch für die okkulte Psychologie C. G. Jungs und distanzierte sich von seinen früheren bibeltreuen Überzeugungen.
Es folgte ein eindrucksvolles Gericht Gottes: Dieser hochintelligente Akademiker, der die gesunde Lehre der Bibel so gut kannte, verfiel dem faulen Zauber eines afrikanischen Wunderheilers und Falschpropheten, der so extrem unbiblisch war, daß sogar afrikanische Pfingstler sich von ihm distanzierten. Ouweneel ging zu ihm und ließ sich von ihm bezaubern. Er meinte, dieser T. B. Joshua sei ein Mann Gottes und habe echte Offenbarungen. In der Folge wurde Ouweneel selbst zum Charismatiker, behauptete, er habe die Gabe der Heilung und schrieb ein dementsprechendes verführerisches Buch über Krankenheilung. Er führte in den letzten Jahren die überwiegende Mehrheit der ehemaligen exklusiven Brüderversammlungen in Holland auf einen völlig unbiblischen neu-evangelikalen, pro-charismatischen, pro-ökumenischen Irrweg. Es ist zwar schmerzlich für alle Gläubigen und besonders für die, die ihn einst schätzten, aber die Wahrheit muß dennoch klar ausgesprochen werden: dieser Mann ist zu einem Irrlehrer und Verführer in der Gemeinde geworden, und alle wahren Gläubigen müssen gemäß der Lehre der Bibel ihm gegenüber handeln (Röm 16,17; 1Tim 6,3-5).
Daß nun angesehene Vertreter einer neuen, für alles Mögliche „offenen“ Strömung der Brüderbewegung diesem Mann eine Plattform bieten, ist ein schlimmer Fehltritt, denn sie müssen eigentlich wissen, was sie tun. Sie kennen Wim Ouweneel und seinen bösen Weg sicherlich recht gut. Aber offensichtlich ist sein Weg in ihren Augen recht, und vielleicht sind manche ihm schon weiter gefolgt, als es öffentlich sichtbar ist. Mit ihrer vorbehaltlosen und empfehlenden Veröffentlichung geben sie ihren Lesern jedenfalls das Signal, daß sie ihn trotz seiner Irrlehren zu den vertrauenswürdigen Lehrern der „Brüderbewegung“ und der Gemeinde des Herrn zählen. So verbreitet Ouweneel jetzt mit ihrer ausdrücklichen Zustimmung ernste Irrlehren, ein falsches Evangelium, das unter dem Fluch von Galater 1,10 steht.
Das falsche Evangelium des „Inklusivismus“
Ouweneel beginnt seinen Artikel mit der Aussage eines bekannten Katholiken: „Vor einiger Zeit sprach der niederländische Kardinal Simonis die Erwartung aus, daß manche Muslime im Himmel einen höheren Platz bekommen würden als er. Priester Antoine Bodar setzte noch eins drauf, indem er dasselbe von Hindus sagte. – Können Menschen, die das Evangelium nie gehört haben, dennoch errettet werden?“ Er zählt dann fünf Auffassungen über Errettung auf und bekennt, daß er sich dem Standpunkt des „Inklusivismus“ anschließt, den er wie folgt definiert: „Das Heil steht allen zur Verfügung, also auch denen, die das Evangelium nie zu hören bekommen, aber es beruht auf jeden Fall auf dem Werk Christi“. Als Befürworter dieses Standpunktes erwähnt er Justin den Märtyrer, John Wesley, C. S. Lewis, den evangelischen liberalen Theologen Wolfhart Pannenberg und den katholischen Theologen und Jesuiten Karl Rahner.
Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, wenn wir uns mit den Argumenten Ouweneels im einzelnen auseinandersetzen würden, aber einige Punkte sollen in aller Kürze genannt werden.
1. An sehr vielen Stellen bezeugt das NT, daß nur der errettet wird und ewiges Leben hat, der an den Herrn Jesus Christus glaubt (vgl. u.a. Joh 3,18.36; Joh 5,23-24; Joh 6,40; Röm 10,13-14). In Adam (von Natur aus) sind alle Menschen Sünder, die Gottes Gericht und den Tod verdient haben (vgl. u.a. Röm 1,18-20; Röm 2,12; Röm 3,10-18; Röm 5,12-21) und unter Gottes Zorn stehen:
„wir waren von Natur Kinder des Zorns, wie auch die anderen“ (Eph 2,1-3).
Nur wenn jemand in Christus ist, von neuem geboren und eine neue Schöpfung, hat er auch Vergebung der Sünden und ewiges Leben (vgl. u.a. Röm 8,1). Dafür ist die Voraussetzung die Bekehrung, Buße und Glauben an Jesus Christus (vgl. u.a. Gal 2,15-16; Gal 3,22-29; Eph 1,13; Eph 2,4-10; 2Th 2,13-14). Gerettet werden alle, die den Namen des Herrn anrufen (Röm 10,13), und das ist nur möglich, wenn sie an Ihn glauben und von Ihm gehört haben (Röm 10,14).
„Wer an mich glaubt, der hat ewiges Leben“ (Joh 6,47);
„Jeder, der glaubt, daß Jesus der Christus ist, der ist aus Gott geboren“ (1Joh 5,1);
„Wer den Sohn hat, der hat das Leben; werden Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht“ (1Joh 5,12).
2. Ouweneel und andere Befürworter des Inklusivismus meinen, es könne „fromme Heiden“ geben – moralisch einwandfreie Anhänger des Islam oder des Buddhismus, die vor Gott angenehme gute Werke tun, die das Gesetz erfüllen, soweit sie es verstehen, und die durch solche „guten Werke“ gerettet würden, ohne das Evangelium von Jesus Christus gehört zu haben und geglaubt zu haben. Römer 3 zeigt jedoch, daß es solche Menschen gar nicht geben kann, daß vor Gott keiner gerecht ist, auch nicht einer. Oft wird Cornelius als Beispiel angeführt, aber er kannte die Offenbarung Gottes des AT und war ein gottesfürchtiger Heide, der schon an die alttestamentlichen Messiasverheißungen glaubte. Beispiele aus dem AT wie Melchisedek oder Hiob können für die Zeit nach Pfingsten keine Beweiskraft haben; nach der Gesamtlehre der Schrift wurden auch sie durch den Glauben an die ihnen bekannte Offenbarung des Wortes Gottes gerettet (etwa das Ur-Evangelium 1Mo 3,16) und nicht unabhängig davon.
Ergänzend bringt Ouweneel eine Theorie ins Spiel, nach der solche Heiden gerettet werden könnten, wenn sie durch die Wirkung des Geistes Gottes zu Reue und Sündenbekenntnis kommen, auch wenn sie nicht an Christus glauben. Zu diesem Zweck behauptet Ouweneel gegen jede gesunde Bibelauslegung, daß die Verheißung in 1Joh 1,9 unbegrenzt für alle Menschen gelte und nicht nur für wiedergeborene Gläubige (was aber der Textzusammenhang eindeutig zeigt). Die Bibel kennt für die heutige Heilszeit nur eine Errettung durch Glauben an Jesus Christus, nicht aber durch eine vom Glauben abgelöste Reue oder ein bloßes Sündenbekenntnis (wem werden denn die Sünden bekannt? Irgendwelchen Götzen?).
3. Nach der Bibel sind sowohl Muslime als auch Hindus und Buddhisten oder Animisten Götzendiener, die unter dem Zorngericht Gottes stehen - gerade auch „moralische“, „aufrichtige“, „eifrige“ Hindus und Muslime. Alle diese Religionen stehen unter dem Verdammungsurteil Gottes, weil sie andere Götter anbeten (und damit die Dämonen, 1Kor 10,20), und nicht zuletzt, weil sie den Sohn Gottes nicht anerkennen, sondern leugnen (1Joh 2,22-23). Die absurden Theorien des Inklusivismus würden letztlich bedeuten, daß es für manche „gute Hindus“ oder „fromme Moslems“ besser wäre, das Evangelium würde ihnen nicht bezeugt – sie könnten es ja ablehnen und stünden am Ende schlechter da, als wenn sie durch ihre guten Werke als fromme Heiden schon das Ticket in den Himmel verdient hätten. Zumindest erscheinen der Missionsbefehl und die Bemühungen um die Ausbreitung des Evangeliums als nicht so dringlich, wenn man diese Irrlehre glaubt.
Der Inklusivismus ist heute beliebt, denn er scheint eine Lösung zu bieten, die manche Fragen humanistisch denkender Kritiker des christlichen Glaubens befriedigend beantworten kann. Er umgeht die heute anstößige Ausschließlichkeit des Herrn Jesus Christus als des einzigen Erretters (Joh 14,6; Apg 4,12) mit einem raffinierten philosophisch-dialektischen Winkelzug: Alle werden durch Christus gerettet, aber nicht alle müssen an Christus glauben. Aber diese moderne Lehre widerspricht eindeutig der Lehre der Apostel. Sie deutet einzelne Bibelstellen willkürlich um und reißt sie aus ihrem Zusammenhang, während sie vielen klaren Bibelstellen einfach widerspricht. Das ist das klassische Konstruktionsmuster für Verführung und Irrlehre.
Vom bibeltreuen Standpunkt aus müssen wir bekennen, daß manche Einzelfragen offen bleiben, daß aber ganz klar gilt: ohne persönlichen Glauben an Christus gibt es kein Heil, kein ewiges Leben. Wir sind überzeugt, daß Gott in Seiner Souveränität Wege findet, um das Evangelium von Christus zu einer wahrhaft heilsverlangenden Seele zu bringen. Wenn das Verlangen des Heils, wie Ouweneel zu recht sagt, nur durch die Wirkung des Heiligen Geistes zustandekommt – weshalb sollte der Geist Gottes solchen Menschen nicht auch zum Evangelium führen bzw. das Evangelium zu ihm? Es wird in der Ewigkeit keinen einzigen Menschen geben, der zu Gott sagen kann: „Ich hätte an Christus geglaubt, wenn ich die Chance dazu gehabt hätte – aber du hast es nicht gewollt!“
Die Hintergründe für die Ausbreitung des Inklusivismus
Obwohl er der Bibel klar widerspricht, ist der Inklusivismus unter den Evangelikalen stark im Kommen. Das kommt daher, daß er das Ärgernis des Kreuzes scheinbar elegant und intellektuell akzeptabel auflöst. Hinter dieser Irrlehre steckt ein falscher humanistischer Geist, der Gott der Ungerechtigkeit anklagt, wenn Er einen Sünder verurteilt, und der eine Errettung aufgrund von Unwissenheit und guten Werken erfindet, die die Bibel nirgends kennt. Letztlich ist der Inklusivismus eine abgeschwächte Spielart der Allversöhnung (Universalismus) und der erste Schritt zu einem Pluralismus der Weltreligionen, wie er immer häufiger von der abgefallenen ökumenischen Bewegung propagiert wird. Wer sich zu dieser halben Allversöhnung hinverführen läßt und damit die biblische Lehre verwirft, der wird auch bald die Welteinheitsreligion befürworten; dazu ist es dann nur noch ein kleiner Schritt.
Der Inklusivismus ist das Glaubenbekenntnis der Emerging Church, soweit sie nicht die Allversöhnung vertritt. Der Inklusivismus beeinflußt auch bekannte Evangelikale wie Billy Graham. Laut der Zeitschrift
McCall’s vom Januar 1978 sagte Graham in einem Interview: „Ich glaubte früher, die Heiden in fernen Ländern seien verloren, gingen zur Hölle, wenn ihnen nicht das Evangelium von Jesus Christus gepredigt würde. Ich glaube das nicht länger … Ich glaube, daß es andere Wege gibt, die Existenz Gottes zu erkennen, zum Beispiel durch die Natur, und deshalb auch viele andere Möglichkeiten, zu Gott ‚Ja’ zu sagen.“ Viele heutige vom biblischen Glauben abgedriftete Evangelikale vertreten heimlich oder offen den Inklusivismus in irgendeiner Spielart.
Der Hauptförderer des Inklusivismus ist jedoch die römische Kirche, die den Irrlehren eines Karl Rahner folgend beim 2. Vatikanischen Konzil dieses falsche Evangelium verkündete. „Wer nämlich das Evangelium Christi und seine Kirche ohne Schuld nicht kennt, Gott aber aus ehrlichem Herzen sucht, seinen im Anruf des Gewissens erkannten Willen unter dem Einfluß der Gnade in der Tat zu erfüllen trachtet, kann das ewige Heil erlangen. Die göttliche Vorsehung verweigert auch denen das zum Heil Notwendige nicht, die ohne Schuld noch nicht zur ausdrücklichen Anerkennung Gottes gekommen sind, jedoch, nicht ohne die göttliche Gnade, ein rechtes Leben zu führen sich bemühen“ (
Lumen Gentium, 16).
Diese Lehren sind Teil der Verführungsoffensive der katholischen Kirche, die mit ihrer Hilfe die Brücke zur Vereinigung mit anderen Religionen baut. Der Inklusivismus ist ein Wegbereiter für den Dialog zwischen den Weltreligionen und letztlich für die Welteinheitsreligion der Hure Babylon. Deshalb ist es auch so wichtig, klar vor dieser verführerischen Lehre zu warnen.
Heute gilt es wachsam zu sein. In dieser Zeit des beschleunigten Abfalls vom Glauben kann es vorkommen, daß angesehene Leute, denen man früher meinte vertrauen zu können, mit wohlklingenden neuen Botschaften und Lehren aufwarten, um die Gläubigen zu verwirren und ihren Glauben zu verderben. Wer davor warnt, wird rasch als „lieblos“ und „zertrennend“ abgestempelt, aber wir müssen warnen, um die kostbare Herde Gottes vor Schaden zu bewahren.
So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch zu Aufsehern gesetzt hat, um die Gemeinde Gottes zu hüten, die er durch sein eigenes Blut erworben hat! Denn das weiß ich, daß nach meinem Abschied räuberische Wölfe zu euch hineinkommen werden, die die Herde nicht schonen; und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen in ihre Gefolgschaft. (Apg 20,28-30)
Mich wundert, daß ihr euch so schnell abwenden laßt von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat, zu einem anderen Evangelium, während es doch kein anderes gibt; nur sind etliche da, die euch verwirren und das Evangelium von Christus verdrehen wollen. Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht! (Gal 1,6-8)
Rudolf Ebertshäuser erweiterte Fassung 10. 8. 2010 www.das-wort-der-wahrheit.de Quelle: Zeit+Schrift XX/2010, S. 15-18
Zu diesem Thema können Sie auf dieser Webseite lesen:
Grundaussagen des biblischen Evangeliums [kürzerer Artikel]
Eine biblische Beurteilung der Emerging Church [ausführlicherer Beitrag, insbes. S. 9-13]
Nachtrag zu dem Film „Die Passion Christi“:
Mel Gibsons gottloser Lebenswandel
Als der Kinofilm „Die Passion Christi“ des katholischen Schauspielers und Regisseurs Mel Gibson erschien, da haben viele biblisch unklare Evangelikale diesen Film begrüßt als „Ansatzpunkt zur Evangelisation“. Für bibeltreue Gläubige war er ein Stück Verführung; sie lehnten diesen Film ab, weil eine schauspielerische Darstellung des Herrn Jesus zwangsläufig verfälschend und geistlich unmöglich ist, und weil der Film viele katholische Irrlehren und Legenden verarbeitete. Viele moderne Evangelikale verteidigten den Film und meinten, er könne eine Hilfe sein, um Menschen „für Jesus zu gewinnen“. Mel Gibson selbst wurden gute christliche Motive unterstellt; auch wenn Mel Gibson katholisch sei, könne er ja doch gläubig sein.
In diesen Tagen ist Mel Gibson wieder in die Schlagzeilen geraten. Gegen den Starregisseur wird polizeilich ermittelt, weil er seine Ex-Freundin verprügelt und ihr dabei einen Zahn ausgeschlagen haben soll. Gibson wird zur Zeit nach 28 Jahren Ehe von seiner Ehefrau, mit der er sieben Kinder hat, geschieden (u.a. wegen Alkoholexzessen); er hatte spätestens seit April 2009 eine ehebrecherische Affäre mit der russischen Sängerin Oksana Grigorieva, die eine achtmonatige Tochter von ihm hat. Schon nach einigen Monaten ging diese Beziehung in die Brüche. Hier wird offenbar, welcher Geist diesen ruhmsüchtigen, egozentrischen Mann regiert – und welcher Geist auch den Passionsfilm inspiriert hat. Wie kann ein nicht wiedergeborener Gottloser und Sünder ein Bote Christi sein? Ob der böse Wandel dieses angeblichen „Botschafter Jesu Christi“ die unklaren modernen Evangelikalen von ihrem Wunschdenken kurieren wird? Leider gibt es dafür kaum Hoffnung.
Rudolf Ebertshäuser 3. 8. 2010 www.das-wort-der-wahrheit.de Quelle: www.spiegel.de
Weltweite Evangelische Allianz
und Ökumenischer Rat der Kirchen nähern sich an
„Die älteste ökumenische Bewegung – die 1846 in London gegründete Evangelische Allianz – und der 1948 gegründete Ökumenische Rat der Kirchen haben gemeinsame Interessen, etwa im Blick auf Mission, Evangelisation, Religionsfreiheit und den Kampf gegen Armut. So sehen es die Spitzenvertreter beider internationaler Dachorganisationen. Sie wollen deshalb Brücken zwischen den beiden Bewegungen bauen, die sich in der Vergangenheit häufig stark voneinander distanziert hatten.“ Das meldete
idea spektrum im März dieses Jahres (11/2010, S. 11). Diese Meldung zeigt, wie weit sich die evangelikal ausgerichtete Weltallianz schon vom biblischen Glauben wegbewegt hat.
Der ökumenische Weltrat der Kirchen vereint hauptsächlich zahlreiche liberaltheologisch ausgerichtete protestantische Kirchen sowie orthodoxe Kirchen. Sie sind offen vom biblischen Glauben abgefallen, verkünden einen anderen Christus und ein anderes Evangelium und setzen sich für die endzeitliche Welteinheitskirche ein, die alle falschen Namenschristen unter ein Dach bringen soll. Sie verfechten auch den Dialog mit den anderen Weltreligionen und letztlich eine Welteinheitsreligion. Wie kann man mit solchen Leuten ein „gemeinsames Interesse in bezug auf Mission und Evangelisation“ bekunden? Das ist nur möglich, weil auch die Führung der Weltallianz (wie auch der deutschen Evangelischen Allianz) von den Grundwahrheiten der Bibel und des echten Evangeliums längst abgerückt ist.
Die idea-Meldung zeigt, daß solche Spitzengespräche immer wieder stattfinden und dabei ein Netzwerk der ökumenischen Irreführung geknüpft wird: „Der Internationale Direktor der Allianz, Geoff Tunnicliffe (Markham/Kanada), und der Generalsekretär des auch Weltkirchenrat genannten Dachverbandes, der Norweger Olav Fykse Tveit (Genf), waren Anfang März zu einem Spitzengespräch im Ökumenischen Zentrum in Genf zusammengekommen. (…) Man habe unterstrichen, dass alle Christen zur Einheit aufgerufen seien, so Tunnicliffe. Er freue sich auf weitere Gespräche mit dem Weltkirchenrat. (…) Der Generalsekretär des Weltkirchenrates und Tunnicliffe waren sich erstmals 2007 beim Globalen Christlichen Forum in Limuru (Kenia) begegnet. Dort waren rund 240 Repräsentanten aus dem Ökumenischen Rat der Kirchen, der evangelikalen Bewegung sowie der römisch-katholischen Kirche zusammengekommen.“
Wer heute noch wirklich dem Herrn Jesus Christus nachfolgen und dem Wort Gottes treu bleiben will, der muß sich von der großen evangelikalen Einheit absondern. Weder die evangelikalen Freikirchen noch die Gemeinschaftsverbände noch die Allianz selbst stehen noch auf biblischem Boden. Sie arbeiten immer offener und unverhüllter auf die Welteinheitskirche der Hure Babylon hin.
Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel, die sprach: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt! (Offb 18,4)
So laßt uns nun zu ihm hinausgehen, außerhalb des Lagers, und seine Schmach tragen! (Hebr 13,13)
Rudolf Ebertshäuser 3. 8. 2010 www.das-wort-der-wahrheit.de Quelle: idea spektrum 11/2010, S. 11
Zu diesem Thema können Sie auf dieser Webseite lesen:
Die Ökumenebestrebungen in der Endzeitchristenheit [kürzerer Artikel]
Ökumene – wohin führt die Einheit aller Namenschristen? [längerer Beitrag]
Juni / Juli 2010
John Piper und Rick Warren:
Reformierter Buchautor lädt den Verführer Warren zu seiner „Desiring God“-Konferenz ein
Die Nachricht schlug bei vielen konservativer gesinnten Freunden John Pipers wie eine Bombe ein: der in den USA sehr populäre calvinistische Prediger und Bestsellerautor John Piper hat den führenden Ideologen der Gemeindewachstumsbewegung, den Verfasser von „Kirche mit Vision“ und „Leben mit Vision“ Rick Warren als einen der Referenten für seine vielbeachtete „Desiring God“-Konferenz im Herbst 2010 eingeladen.
Für manche besorgte bibeltreue Beobachter kommt diese Einladung nicht so überraschend. John Piper hat zwar den Ruf eines bibeltreuen Verkündigers, aber weder seine Lehren noch sein Kurs in bezug auf moderne Gemeindeströmungen war in letzter Zeit wirklich klar und der Lehre der Heiligen Schrift gemäß.
Das betrifft nicht nur sein Bekenntnis zu den „5 Punkten“ der reformierten Theologie (einige dieser Punkte sind eindeutig unbiblisch, einige entsprechen zumindest in der dogmatisch-calvinistischen Ausprägung so nicht der Schrift). Auch seine besondere Lehre des „christlichen Hedonismus“ (wir sind da, um Gott zu genießen und uns seiner zu erfreuen) widerspricht in ihrer Einseitigkeit der gesunden biblischen Lehre, kommt aber dem evangelikalen Zeitgeist sehr entgegen und erfreut sich deshalb auch wachsender Beliebtheit.
In seiner Zusammenarbeit mit Irrlehrern und Verführern hat sich Piper bisher schon als Nachfolger des modernen Evangelikalismus erwiesen, der prinzipienlos mit allen möglichen verführerischen Strömungen zusammenarbeitet. So lud er den wegen seiner obszönen Sprache berüchtigten „reformierten“ Emerging-Church-Pastor Mark Driscoll zu seinen Konferenzen ein. Piper befürwortet die falschen „Gaben“ der Charismatiker und deren Irrlehren; er wird als „reformierter Charismatiker“ bezeichnet.
In einer Presseerklärung verteidigte Piper seine Einladung Warrens ausdrücklich gegen Kritik und behauptete: „Ich bin davon überzeugt, daß er tief theologisch [fundiert] ist. Er ist ein brillanter Mann. Er hätte sonst nicht die Gemeinde, die er hat, oder den PEACE-Plan, oder den ganzen Einfluß, den er besitzt (…) Ich glaube also nicht, daß er zur Emergenten Bewegung gehört. Im Kern, glaube ich, ist er theologisch und lehrmäßig [fundiert] und gesund.“ (Übers. RE) Diese Begründung offenbart eine erschreckende Fehlbeurteilung Warrens und zeigt auch, wie wenig Piper wirklich in der Lehre gesund sein kann. Ein Blick in seinen offiziellen Lebenslauf zeigt übrigens, daß er seinen B.D. im berüchtigten Fuller Theological Seminary machte, der Brutstätte vieler evangelikaler Irrlehren und Verführungsströmungen. Seinen Doktor der Theologie machte er ohne Not bei den Liberaltheologen der Universität München.
Diese Nachrichten über John Piper sind für deutsche Gläubige insofern von größerer Bedeutung, weil Piper zu den modern-evangelikalen Buchautoren gehört, die auch ins Deutsche übersetzt wurden und unter manchen bibeltreuen Lesern einen guten Ruf haben. Von ihm sind mindestens zehn Buchtitel auf Deutsch erschienen, die meisten im calvinistischen 3L-Verlag, einer im reformatorischen Betanien Verlag, aber leider auch einige im CLV-Verlag, wo sie weite Verbreitung auch unter nichtsahnenden bibeltreuen Lesern fanden. Wir hoffen, daß diejenigen Brüder, die John Pipers schillernde Botschaft im deutschen Sprachraum gefördert haben, jetzt auch klare Worte der Warnung finden und in Zukunft sorgfältiger prüfen, wen und was sie der Herde Gottes empfehlen.
Rudolf Ebertshäuser 4. 7. 2010 www.das-wort-der-wahrheit.de
Quelle: desiringgod.com; http://slaughteringthesheep.wordpress.com/2010/03/31/rick-warren-speaking-at-john-pipers-desiring-god-conference/
http://indefenseofthegospel.blogspot.com/2010/04/john-piper-to-feature-rick-warren-what.html
Berichtigung vom 31. 8. 2010: In der ersten Fassung dieser Meldung stand, daß John Piper auch zu den Mitunterzeichnern der "Manhattan-Declaration" gehört habe. Das ist jedoch nicht der Fall; ich bitte wegen des Recherchefehlers um Verzeihung.
Zu diesem Beitrag können Sie auf unserer Webseite lesen:
Die sanfte Verführung durch „Leben mit Vision“ [kürzerer Artikel]
"Leben mit Vision" und "Willow Creek"-Welle: Gemeindewachstum oder Gemeindeverführung? [ausführlichere Untersuchung]
Jahr der Stille 2010:
Wie ein „spiritueller Führer“ unsere Herzen „auf Gott einstimmen“ will
Wir haben in den „Aktuellen Notizen“ bereits im Dezember 2009 auf die Unterwanderung durch katholische Mystik und esoterische Meditationspraktiken beim „Jahr der Stille“ hingewiesen, die nun auch die Evangelikalen betören soll. Hier wollen wir anhand einer Buchveröffentlichung ein ganz praktisches Beispiel bringen, wie diese Verführung funktioniert.
Rechtzeitig zum „Jahr der Stille“ erschien 2010 im Brunnen Verlag ein Buch mit dem Titel
Das Herz auf Gott einstimmen. Praktische Schritte zum Beten und Bibellesen. Verfasser ist ein Dr. Andreas Kusch, der an der Akademie für Weltmission in Korntal Dozent für „Spiritualität“ sowie für „Transformative Entwicklungszusammenarbeit“ ist. Zur Qualifikation als Experte für „Spiritualität“ weist er auf eine Ausbildung zum „Spiritual/Geistlichen Begleiter“ an der „Akademie Sankt Paul“ in Hermannsburg. Diese Akademie wird wesentlich von einem ehemaligen Jesuiten, Prof. Dr. Dr. Paul Imhof, geprägt und arbeitet schwerpunktmäßig mit den hochgradig mystischen und okkulten Exerzitien des Ignatius von Loyola.
Unter dem Anspruch, Hilfen zum Beten und Bibellesen zu geben, wirbt Kusch für besondere „geistliche Übungen“, die „eine Veränderung in der Tiefe unseres Christseins und unserer Herzen“ bewirken sollen. Er beruft sich dabei schon im Vorwort auf katholische Mystiker wie Franz von Sales oder Madame Guyon. Für den wahren Gläubigen sind Gebet und Bibellesen etwas ganz Natürliches und Einfaches. Er wird durch den Heiligen Geist gedrängt und geleitet, Gott im Gebet zu suchen und Seine Offenbarung im Wort Gottes aufzunehmen. Dazu bedarf es keiner besonderen Übungen, schon gar nicht aus den finsteren Rezeptbüchern der katholischen Mystik. Aber die vielen heutigen bloß äußerlichen Christen unter den Evangelikalen, die den Geist Gottes nicht haben, sehnen sich nach einer widergöttlichen „Spiritualität“ und nach besonderen „Übungen“, die sie auf quasi magischem Weg in die Gemeinschaft mit Gott bringen sollen, die ihnen fehlt, weil sie nie eine echte Bekehrung und Wiedergeburt erlebt haben. Das ist eine wesentliche Ursache für die Konjunktur von „spirituellen Hilfen“.
Wie sehen die Übungen nun aus, die Kusch uns empfiehlt? Am Anfang stehen bezeichnenderweise Körperübungen. Kusch bringt hier esoterisches Gedankengut aus dem Buddhismus und Hinduismus als scheinbar biblische Wahrheit an: „Als Menschen haben wir nicht nur einen Körper, sondern wir
sind auch Körper. Wenn wir Gott begegnen wollen, gehört auch unser Körper dazu. (…) Diese Übung kann dir helfen, deinen Körper als einen Ausdruck deiner selbst wahrzunehmen, ganz gegenwärtig und somit ganz präsent vor Gott zu werden“ (S. 12). Hier wird wie in vielen Schulen der heidnischen Mystik die Körperübung als magischer Einstieg in den Verkehr mit der Geisterwelt benutzt. In der Bibel finden wir nichts von solchen „Körperübungen“. Kusch empfiehlt, man solle durch Gewichtsverlagerung und Kreisen „seinen Stand finden“, dann im Sitzen „dein Sitzen auf dem Platz zu spüren, wahrzunehmen, zu empfinden. Wie erlebst du deinen Sitz?“ (S. 13). Schließlich folgt die fernöstlich gut bekannte Atemübung: „Nimm deinen Atem wahr. Spüre deinen Atem, wie er kommt und geht“. Er will, daß man alle Sinne bewußt in der angeblichen Gottesbegegnung einsetzt.
Im folgenden empfiehlt Kusch ein „Körpergebet“, mit dem „Gottes Gegenwart erbeten“ werden soll. Auch hier kommt diese Übung aus der fernöstlichen Esoterik und nirgends aus der Bibel: „Komm, Heiliger Geist (Handflächen öffnen. Arme gestreckt nach oben heben), erfrische mich wie der tau am Morgen (Handflächen nach innen drehen. Vor dem Gesicht nach unten ziehen), öffne mich (Arme in Schulterhöhe zu beiden Seiten ausstrecken), erfülle mich (Hände, Handwurzeln überkreuzend, auf das Herz legen), forme mich (Handflächen senkrecht zueinander bewegen), sende mich (Hände öffnen und nach vorne strecken).“ (S. 19). Das ist eine Einladung an einen ganz anderen Geist!
Als „Gebetshilfen“ empfiehlt Kusch u.a. ein hölzernes Kreuz, das man immer wieder anfassen soll (S. 28), sowie eine Haselnuß, in der man Gott sehen soll (nach der Mystikerin Juliana von Norwich, S. 31), die Meditation von Taizé-Liedern und Lobpreissongs (S. 32), das Sich-Bekreuzigen (S. 41), das Anzünden und Anschauen einer Kerze (S. 63), das meditierende Betrachten von Ikonen und religiösen Bildern (S. 88/89), sowie das betrachtende Meditieren vorformulierter Gebete (S. 54).
Besonders empfohlen wird das auch in der Charismatischen Bewegung geschätzte „Hörende Gebet“. „Es ist ein Wachstumsprozess, sensibel zu werden und Gottes Stimme hören zu lernen“. In der Anleitung dazu lesen wir: „Werde innerlich aufnahmebereit. Genieße die Stille in Gottes Gegenwart. Nimm innere Impulse wahr, lasse sie in dir zu. Nimm Eindrücke glaubend von Gott an“ (S. 38/39). Hier soll das unterscheidende Wachbewußtsein ausgeschaltet werden, so daß fremde Geister angebliches „Reden Gottes“ in die Gedankenwelt des Meditierenden einfließen lassen.
Einen wichtigen Stellenwert nimmt auch das mystische „Herzensgebet“ ein, das aus den orthodoxen Ostkirchen stammt. Es besteht in möglichst oft wiederholten kurzen Gebetssätzen, deren erster Teil beim Einatmen, der zweite beim Ausatmen gesprochen werden soll. Obgleich diese magisch-okkulte Praxis, im Osten als „Mantra“ bekannt, genau von der Warnung des Herrn getroffen wird, nicht zu plappern wie die Heiden, wirbt Kusch dafür: „Vielmehr wird hier ein Weg aufgezeigt, der in tiefes, inneres Beten führen kann. Die gleichbleibenden Worte sinken durch mehrmaliges Wiederholen ins Unterbewusste ab. ‚Es betet’ in uns weiter, ohne dass wir den Verstand besonders anstrengen müssen“ (S. 44). Auch hier wieder wird der Verstand ausgeschaltet und eine esoterische Technik empfohlen, die dem persönlich formulierten, wachen, bewußten, verständigen Gebet der Bibel völlig widerspricht. In der Anleitung wird besonders empfohlen: „Sei bereit, Gottes Reaktion wahrzunehmen. (…) Vielleicht fällt die ein einziges Wort ein, vielleicht ein Satzteil oder ein Satz. Notiere dir diesen Eindruck.“ (S. 45). Dieses Gebet soll nach der Anleitung der Mystiker nur am Anfang aus gesprochenen Worten bestehen; „später werden sie zu gebeteten Gedanken und zu gebeteten geistlichen Eindrücken“. Ziel ist also das wortlose Gebet als höchste mystische Form der „Vereinigung mit Gott“ – wiederum ein Widerspruch zu allen Aussagen der Bibel über unser Gebet.
Kusch empfiehlt dann auch die katholische Mönchspraxis der
„lectio divina“, eine Meditationsform, in der Bibelworte „intuitiv“, also ohne Verstandesmitwirkung“ „verkostet“ werden sollen (unter Berufung auf Ignatius von Loyola, S. 70). Noch einen Schritt weiter gehen die aktiven Vorstellungsmeditationen, die auf die Exerzitien des Ignatius zurückgehen und das Ziel haben, den Meditierenden durch aktive Imagination (eine uralte Okkulttechnik) zu einem Teil des vorgestellten biblischen Geschehens (z.B. der Kreuzigung) zu machen. Der Meditierende soll sich mit Phantasie und allen Sinnen (Hörsinn, Geruchssinn usw.) in die Szenen versetzen – ganz ähnlich den heutigen Phantasiereisen (S. 72/73). Beim „betrachtenden Bibelgebet“ (Kontemplation in der katholischen Mystik) werden ähnliche esoterische Ratschläge gegeben: „Lies den Text langsam, bewusst und wo möglich laut. Stelle ihn dir mit deiner Einbildungskraft lebhaft vor. Was für ein geistiges Bild ist im Bibeltext enthalten? Was für ein geistiges Bild entsteht in dir? Konzentriere dich auf ein Bild, das sich in dir formt. das Bild wird Teil deines eigenen Erlebens. Verweile in dem Bild, bewege es in deinem Herzen“ (S. 74/75).
Man könnte noch manches andere anführen, aber die Auszüge haben hoffentlich deutlich gemacht, wie gefährlich die Einführung der heidnischen Mystik unter dem Deckmantel „christlicher Spiritualität“ eigentlich ist. Die Leser werden dazu angeleitet, das normale Bibellesen und Beten als etwas Unfruchtbares und auf niedriger Stufe Stehendes hinter sich zu lassen. Unmerklich werden sie von dem biblischen Herrn Jesus Christus und Seinem Wort der Wahrheit weggeleitet und zu Techniken geführt, die sie für das Verführungswirken fremder Geister empfänglich machen. Wir wahr ist doch die Warnung des Wortes Gottes in diesem Zusammenhang:
Der Geist aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind. Sie verbieten zu heiraten und Speisen zu genießen, die doch Gott geschaffen hat, damit sie mit Danksagung gebraucht werden von denen, die gläubig sind und die Wahrheit erkennen. (1Tim 4,1-3)
Auch die Tatsache, daß dieser katholisch-mystisch geschulte „Spiritual“ eine Dozentenstelle an der Korntaler Akademie für Weltmission innehat, muß aufhorchen lassen. Wozu werden die angehenden Missionare in dieser Hochschule ausgebildet? Was für ein Verständnis von „Weltmission“ kann durch solche Ausbilder vermittelt werden?
Hinweis: In den nächsten Wochen planen wir eine ausführlichere Schrift über die Gefahren christlicher Mystik und Meditation zu veröffentlichen. Sie wird dann auf dieser Webseite und als ESRA-Broschüre zur Verfügung stehen.
Rudolf Ebertshäuser 5. 7. 2010 www.das-wort-der-wahrheit.de
Zu diesem Beitrag können sie auf unserer Webseite lesen:
Mystische Spiritualität als Brücke zum New Age und Katholizismus
"Jahr der Stille" 2010: Türöffner für Mystik und heidnische Meditation
Aus für Johannis:
Traditionsreicher evangelikaler Verlag muß Insolvenz anmelden
Anfang Juni 2010 wurde das Insolvenzverfahren für pietistischen Verlag St. Johannis-Druckerei eingeleitet – das unrühmliche Ende einer 114jährigen Unternehmensgeschichte. Vor allem die Drucksparte des Unternehmens kränkelte schon länger. Im Juni 2009 verkaufte der damalige Inhaber das Unternehmen an den charismatischen Unternehmensberater Berthold Becker und seine Tochter. Damit begann aber nicht die Rettung der angeschlagenen Firma, sondern der endgültige Untergang. Becker, der dem Kreis charismatischer Leiter angehört und Leiter der extremcharismatischen „Fürbitter für Deutschland“ ist, brachte mit seiner Tochter laut Aussagen von Mitarbeitern durch unrealistische Visionen und nicht nachvollziehbare Entscheidungen Johannis noch weiter herunter, bis schließlich nichts mehr ging. Auch der Verlag, der zeitweise u.a. mit über 700.000 verkauften Exemplaren des Buches von Peter Hahne „Schluß mit lustig“ hohe Einnahmen erzielt hatte, wurde in die Pleite mit hineingezogen.
Natürlich wissen wir nicht im Einzelnen, weshalb Gott so im Gericht mit diesem einst der Reichsgottesarbeit verpflichteten Verlag gehandelt hat. Doch der nachdenkliche Beobachter stellt fest, daß gerade mit den fragwürdigen „Erfolgsbüchern“ Peter Hahnes und anderen „Werte-Bestsellern“, u.a. aus der Feder des ungläubigen Ex-Ministerpräsidenten Teufel, der wirkliche geistliche Auftrag eines christlichen Verlages zugunsten von zeitgeistorientiertem Opportunismus und Anbiederung an die Welt verlassen worden war. Da hat Gott offenkundig seinen Segen weggenommen. So erging es vor Jahren dem Hänssler Verlag. Just zu der Zeit, als dieser früher relativ konservative Verlag immer mehr Geld mit charismatischem Lobpreis machte und dann auch noch die pfingstlerischen und charismatischen Verführungsverlage in seinen Katalog aufnahm, kam es zur Pleite, und der Verlag wurde in den Loh-Verlagskonzern „Stiftung Christliche Medien“ eingegliedert. Man wird an das Wort erinnert: „Wenn jemand den Tempel Gottes verderbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr“ (1Kor 3,17).
Rudolf Ebertshäuser 4. 7. 2010 www.das-wort-der-wahrheit.de
Quellen: idea spektrum 24/2010, S. 7
http://www.buchmarkt.de/content/42967-das-ende-fuer-st-johannis-druckerei-steht-fest-johannis-verlag-skv-und-druckerei-stehen-zum-verkauf.htm?hilite=-Johannis-Verlag-
Methodistisches Theologenseminar bietet multireligiöse Studien an
Die
Claremont School of Theology in Südkalifornien, eine mit der Methodistenkirche der USA verbundene theologisch liberale Ausbildungsstätte, hat beschlossen, in Zukunft auch jüdische Rabbis und islamische Imame auszubilden. Ausbildungsgänge für Buddhisten und Hindus sollen später folgen. Die Führung des Seminars sieht diese Entscheidung als zukunftsweisend für die Theologenausbildung an. Nicht genannte „Philantropen“ haben dem Seminar, das in der Vergangenheit finanzielle Probleme hatte, dafür 10 Millionen Dollar Spenden versprochen. Die liberale Methodistenkirche hatte daraufhin ihre finanzielle Unterstützung vorerst eingestellt, aber das Seminar ist zuversichtlich, daß die diesbezüglichen Differenzen beigelegt werden könnten.
Die entsprechenden Studiengänge sollen unter der Aufsicht von islamischen bzw. jüdischen Institutionen stehen und die jeweilige religiöse Tradition respektieren. Nach Aussagen des Präsidenten der Ausbildungsstätte solle das Studienangebot „keineswegs zu einer Religionsvermischung führen. Die Studierenden sollten in ihrer eigenen religiösen Identität gestärkt werden und zugleich ein besseres Verständnis für andere Religionen gewinnen. Najeeba Syeed-Miller, erste muslimische Dozentin am Claremont-Seminar, erklärte, das Ziel sei nicht, den Glauben zu verwässern, sondern ‚bessere Muslime, Juden, Katholiken, Hindus, Protestanten, Buddhisten …’ zu werden. Gleichzeitig wolle man die Mauer zwischen den Religionen einreißen“ (idea spektrum 24/2010, S. 13).
Einmal mehr zeigt sich hier, daß die Abkehr von der Heiligen Schrift als allein verbindlicher Offenbarung Gottes mit unheimlicher Konsequenz zu einem immer umfassenderen Abfall vom biblischen Glauben führt. Die ökumenische Öffnung für alle christlichen Irrströmungen ist dabei nur der erste Schritt. Die gegen Christus und Seinen alleinigen Anspruch als Retter gerichtete Vereinigung aller Weltreligionen ist der folgerichtige nächste Schritt, und die liberalen Scheinchristen tun ihn ohne irgendwelche Gewissensbisse. Umso wichtiger ist es, daß die echten Gläubigen das biblische Evangelium von der alleinigen Rettung durch den Glauben an Jesus Christus festhalten und weiter verkünden!
Es gab aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die heimlich verderbliche Sekten einführen, indem sie sogar den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen; und sie werden ein schnelles Verderben über sich selbst bringen. Und viele werden ihren verderblichen Wegen nachfolgen, und um ihretwillen wird der Weg der Wahrheit verlästert werden. (2Pt 2,1-2)
Daher ermahne ich dich ernstlich vor dem Angesicht Gottes und des Herrn Jesus Christus, der Lebendige und Tote richten wird, um seiner Erscheinung und seines Reiches willen: Verkündige das Wort, tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelegen; überführe, tadle, ermahne mit aller Langmut und Belehrung! (2Tim 4,1-2)
Rudolf Ebertshäuser 5. 7. 2010 www.das-wort-der-wahrheit.de
Quellen: idea spektrum 24/2010, S. 13;
http://www.baltimoresun.com/features/faith/la-me-claremont-20100609,0,4287484.story
Zu diesem Beitrag können sie auf unserer Webseite lesen:
Die Hure Babylon und die endzeitliche Christenheit [kürzerer Beitrag]
Ökumene – wohin führt die Einheit aller Namenschristen? [ausführlichere Untersuchung]
Mai / Juni 2010
Neue Missionsmethode unter Moslems
verfälscht das biblische Evangelium
Im Heft 1/2010 des Mitteilungsblattes der Evangelischen Karmelmission
„Mission in der Welt des Islam“ findet sich eine wichtige Aufklärung über eine heute immer populärer werdende „Missionsmethode“ unter Moslems, die das biblische Evangelium völlig an den Islam anpaßt und in dem Bestreben, einen leichten Zugang zu muslimischen Menschen zu finden, die Bibel selbst und zentrale christliche Lehren, vor allem die Dreieinigkeit und die Gottheit Christi, verfälscht und letztlich preisgibt. Diese Methoden werden zunehmend von einflußreichen evangelikalen Missionen eingesetzt und stiften viel Verwirrung unter den Gläubigen in muslimischen Ländern. Manche Missionare wurden durch sie angesteckt.
Dieser verführerische Ansatz ist u.a. unter dem Begriff „Kontextualisierung“ (d.h. Anpassung des Evangeliums an den jeweiligen kulturellen Kontext, das Umfeld) bekannt. Er wird vor allem durch einige amerikanische Islamexperten und „Missionswissenschaftler“ gefördert und läuft darauf hinaus, das Evangelium so zu verfälschen, daß es für die „islamische Kultur“ akzeptabel wird. Diese Leute behaupten, der Koran enthalte viele gemeinsame Glaubensgrundsätze mit dem Christentum; er sei ein „pro-biblisches Buch“, das Menschen zu „Jesus“ hinführen könnte. Stillschweigend oder offen wird dabei vorausgesetzt, daß der Götze „Allah“ mit dem heiligen Gott der Bibel identisch sei, was im Grunde Gotteslästerung und den Abfall vom biblischen Glauben bedeutet (dieses Mißverständnis fördern leider auch manche Bibelübersetzungen, die unter Muslimen verbreitet werden und als Name für „Gott“ „Allah“ einsetzen).
Eine „Evangelisation“, die sich auf den Koran stützt statt auf die Bibel, führt nicht zu den biblischen Herrn Jesus Christus, dem Sohn Gottes, der sich am Kreuz für uns opferte und auferstand, denn diesen Herrn leugnet der Koran und ist deshalb zutiefst „antichristlich“ nach der Feststellung von 1. Johannes 2,22-24. Doch nach diesen Verführern ist der Koran angeblich eine ideale Brücke zum „Evangelium“. Diese „evangelikalen“ Fachleute sind selbst bibelkritisch und verleugnen die zentralen Lehren des biblischen Glaubens. Einer der führenden Köpfe dieser neuen Methode ist offensichtlich Dudley Woodberry, der einmal Professor für islamische Studien am Fuller Theological Seminary war. Einer seiner Schüler, Warren Larson, erteilt heute Islamunterricht an der Akademie für Weltmission in Korntal (S. 15).
Dahinter steckt eine grundlegende Abweichung vom biblischen Glauben. Nach der Lehre der Schrift ist allein die Bibel das geoffenbarte Wort Gottes, das die Wahrheit über Gott und Seinen Sohn, über die ewige Errettung enthält. Evangelisation bedeutete schon immer, die Botschaft der Bibel zu verkündigen. Es ist eine Sache, bei dieser Verkündigung, wie es der Apostel Paulus in Athen auch tat, anfangs in manchem an die Vorstellungswelt der Heiden anzuknüpfen, und unnötige kulturelle Hindernisse zu überwinden (Paulus war den Griechen ein Grieche, indem er seine jüdische Absonderung beiseiteließ, aber er wurde nicht ein Götzendiener, der mit ihnen in den Zeustempel ging). So paßte sich Hudson Taylor der Kleidung der Chinesen an, aber er verkündigte nicht, das Taoteking sei eine Quelle von göttlicher Wahrheit! Sobald aber der Inhalt der Botschaft umgemodelt wird, um ihn für eine antichristliche Religion akzeptabler zu machen, bedeutet das Verrat am Evangelium und der opportunistische Versuch, das Ärgernis des Kreuzes zu umgehen (vgl. 1. Korinther 1,18-2,5).
Solche „kontextualisierte“ Umdeutung der biblischen Botschaft, um sie der eigenen Kultur anzupassen, ist leider ein Krebsschaden im heutigen Evangelikalismus und besonders in der immer einflußreicher werdenden Strömung der „Emerging Church“. Sie führt letztlich zur Religionsvermischung und in die Welteinheitsreligion der großen Hure Babylon (Offenbarung 17). Der Absolutheitsanspruch der Bibel und des Herrn Jesus Christus als alleinigem Retter wird preisgegeben, auch wenn das vielleicht noch durch fromme Worthülsen getarnt wird.
Die Strategen der „kontextualisierten Mission“ raten ihren „Missionaren“, den kulturell angepaßten „Jesus“, „Isa Mesih“ zunächst nur aus dem Koran zu verkünden, ihre christliche Identität zu verschweigen und mit der Bibel hinter dem Berg zu halten. Das Ergebnis solcher angepaßter Evangelisation seien „Jesus-Moscheen“ und „islamische Jesus-Gemeinden“, die nie mit dem Islam brechen, sondern „kulturell und offiziell Muslime sind“ (S. 5). Auf diese Weise, so meint man, könne man den Widerstand des Islam gegen die Missionierung unterlaufen und mehr Menschen „gewinnen“ – doch für was? Für eine Botschaft, die den Namen „Evangelium“ nicht mehr verdient, für ein anderes Evangelium, das die Menschen als Anhänger des seiner Gottheit beraubten „Propheten Isa Mesih“ in ihrer Verlorenheit und ewigen Verdammnis beläßt.
Mich wundert, daß ihr euch so schnell abwenden laßt von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat, zu einem anderen Evangelium, während es doch kein anderes gibt; nur sind etliche da, die euch verwirren und das Evangelium von Christus verdrehen wollen. Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht! (Gal 1,6-8)
Darum lassen wir uns nicht entmutigen, weil wir diesen Dienst haben gemäß der Barmherzigkeit, die wir empfangen haben, sondern wir lehnen die schändlichen Heimlichkeiten ab; wir gehen nicht mit Hinterlist um und fälschen auch nicht das Wort Gottes; sondern indem wir die Wahrheit offenbar machen, empfehlen wir uns jedem menschlichen Gewissen vor dem Angesicht Gottes. Wenn aber unser Evangelium verhüllt ist, so ist es bei denen verhüllt, die verlorengehen; bei den Ungläubigen, denen der Gott dieser Weltzeit die Sinne verblendet hat, so daß ihnen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht aufleuchtet, welcher Gottes Ebenbild ist. Denn wir verkündigen nicht uns selbst, sondern Christus Jesus, daß er der Herr ist, uns selbst aber als eure Knechte um Jesu willen. Denn Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten, er hat es auch in unseren Herzen licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi. (2Kor 4,1-6)
Rudolf Ebertshäuser 26. 5. 2010 www.das-wort-der-wahrheit.de
Zu diesem Bericht können Sie auf unserer Webseite lesen:
Führende Evangelikale befürworten Dialog mit dem Islam
Eine biblische Beurteilung der Emerging Church (bes. S. 18-23)
"Leben mit Vision" und "Willow Creek"-Welle:
Gemeindewachstum oder Gemeindeverführung? (bes. S. 2-9)
„Manhattan-Deklaration“:
Ökumenische Vermischung im Eintreten für „christliche Werte“
Am 20. November 2009 wurde in Washington/USA eine Erklärung vorgestellt, die von einflußreichen Führern der Evangelikalen sowie der katholischen Kirche unterzeichnet wurde. Sie versteht sich als einen „Ruf an das christliche Gewissen“ und wendet sich an die weltliche Gesellschaft wie an die christliche Kirche. Sie will christliche Werte wieder in die Öffentlichkeit bringen und dafür kämpfen, daß vor allem bei drei zentralen Anliegen der christliche Standpunkt in der Politik respektiert wird:
* „die Heiligkeit des Lebens“ (gegen Abtreibungen)
* die Würde der Ehe als Vereinigung eines Mannes und einer Frau (gegen Homo-Ehe)
* religiöse Freiheiten
So wolle man das Beste für die Gemeinschaft suchen und die amerikanische Nation zur Gerechtigkeit hinführen (vgl. die Selbstaussagen der Organisatoren in http://manhattandeclaration.org/the-movement/movement.aspx).
Führend beteiligt an dieser Erklärung, die anfangs von mehr als 150 religiösen Persönlichkeiten unterzeichnet wurde und zur Zeit schon über 450.000 Unterstützer hat, war der moderne Evangelikale Chuck Colson, der schon 1994 mit Richard J. Neuhaus die ökumenische Initiative „Evangelicals and Catholics Together“ vorangetrieben hatte.
Schon in der Präambel wird deutlich, daß diese Erklärung bewußt die katholische Kirche als ein Bollwerk des Christentums hervorhebt. „Christen sind die Erben einer 2000 Jahre alten Tradition der Verkündigung von Gottes Wort, der Suche nach Gerechtigkeit in unseren Gesellschaften, des Widerstands gegen Tyrannei und der Fürsorge in Barmherzigkeit für die Armen, Unterdrückten und Leidenden“. Angesichts der blutigen Geschichte der katholischen Kirche durch diese 2000 Jahre ist allein schon dieser Satz eine Absage an das Evangelium und die biblische Wahrheit. Man rühmt sich der „christlichen Klöster“ als Hort der Kultur und verschweigt die schlimmen Irrlehren und Mißstände in diesen Stätten der Irreführung; man verweist auf Edikte der Päpste gegen die Sklaverei und übergeht die Verbrechen der katholischen Kirche an ungezählten Menschen.
Hierin liegt eine grundlegende Verführung, die die Unterschrift vieler Christen, die sich als "evangelikal" und "bibeltreu" verstehen, unter diese Erklärung so ernst und schwerwiegend macht. In ihr steht vieles Richtige und Wahre – aber durch sie zieht sich die Irrlehre, die katholische Kirche sei seit 2000 Jahren eine Hüterin des wahren christlichen Glaubens, und man könne ihre Anhänger und Führer pauschal als „Christen“ im biblischen Sinne bezeichnen.
Damit wird eine grundlegende Erkenntnis, die sowohl die Reformatoren als auch die Täufer aus der Bibel gewonnen hatten, hinterrücks widerrufen, nämlich daß die römische Kirche ein falsches Evangelium der Werke und Sakramente vertritt, das niemanden errettet, daß sie einen anderen Christus anbetet und – besonders in der Eucharistie – greulichen Götzendienst betreibt. Die katholische Kirche ist zutiefst anti-christlich, weil sie ihre heidnische Priesterschaft und ihre unbiblischen Sakramente an die Stelle von Christus setzt. Für diese Wahrheit waren viele Gläubige einst bereit, auf dem Scheiterhaufen zu sterben – die von ihrem lauteren Glauben abgedrifteten Nachkömmlinge der Reformatoren und Täufer machen sich nun freiwillig mit den Irrlehren dieser Kirche eins und waschen sie rein.
Der Appell selbst bezieht sich immer wieder auf unbiblische, humanistische Gedanken, wie sie den Irrlehren der katholischen Kirche entsprechen. So berufen sie sich gleichermaßen auf das „Licht der Wahrheit, das in der Heiligen Schrift gegründet ist“, auf die „natürliche menschliche Vernunft“, und auf „die menschliche Natur selbst“. Sie richten ihre Deklaration an „alle Menschen guten Willens, sowohl Gläubige als auch Nichtgläubige“. Sie reden von der „Heiligkeit des menschlichen Lebens“ – einen Begriff, den ein wahrer Gläubiger angesichts des Sündenfalls nicht verwenden kann.
In ihren Ausführungen zum Lebensschutz zitiert die Deklaration zustimmend Papst Johannes Paul II. und wendet sich dann kritisch gegen die Politik des US-Präsidenten Obama, der im Endeffekt Abtreibungen fördert. Die Ablehnung von Abtreibungen wird jeder wahre Gläubige natürlich teilen, doch die Bibel gibt der neutestamentlichen Gemeinde keinen Auftrag, in die Angelegenheiten des weltlichen Staatswesens einzugreifen und politische Kampagnen zu führen. Wir sollen für die Obrigkeit beten, und nicht durch Kampagnen Druck auf sie ausüben.
Beim Punkt „Ehe“ finden wir wieder Bezüge zur katholischen Kirche, humanistisches Gedankengut vermischt mit biblischen Argumenten. es wird der Versuch gemacht, den weltlichen Staat zurückzubringen zur Anerkennung christlich-biblischer Ordnungen. Wiederum wird jeder gläubige Christ von der Sache her bejahen, daß der lebenslange Treubund zwischen einem Mann und einer Frau Gottes Ordnung der Ehe darstellt und ein Fundament jeder gesunden Gesellschaft ist. Doch die Verfasser der Manhattan-Deklaration jagen dem falschen Ideal eines „christlichen Amerika“ nach und versuchen, die Privilegien der christlich verstandenen Ehe in einer Gesellschaft zu retten, die eindeutig antichristlich und gesetzlos geworden ist.
Beim Punkt religiöse Freiheiten werden die staatlichen Versuche kritisiert, die religiöse und Gewissensfreiheit unter dem Deckmantel von „Antidiskriminierungsgesetzen“ und der formalen Durchsetzung der „Rechte“ für Homosexuelle zu beschneiden und im Endeffekt womöglich aufzuheben. Doch dann wird das verbunden mit einer politischen Kampagne, die auch zivilen Ungehorsam einschließt und sich dabei auf Martin Luther King beruft.
Für manche Gläubigen scheint eine solche Initiative vielleicht eine Berechtigung zu haben, weil die darin vertretenen Anliegen und „Werte“ solche sind, die sie teilen. Viele Gläubige folgen hier gedankenlos der jesuitischen Parole „Der Zweck heiligt die Mittel“. In den USA haben prinzipienlose Koalitionen von Christen mit Ungläubigen und Irrströmungen (z.B. Katholiken und Mormonen) für „moralische“ Anliegen eine längere Tradition. Im Licht von Gottes heiligem Wort sind solche Koalitionen jedoch verwerflich.
Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? (2Kor 6,14-15)
Im Hintergrund solcher Aktionen steht letztlich auch ein unbiblisches Verständnis vom Auftrag der herausgerufenen, heiligen Gemeinde Gottes in dieser Welt. Gerade im Amerika war und ist die auf Augustinus und Calvin zurückgehende Vorstellung unter Christen sehr verbreitet, die Gemeinde habe Israel ersetzt und sei berufen, das tausendjährige messianische Reich anstelle von Christus zu verwirklichen und die Welt immer christlicher zu machen. Es wird verleugnet, daß die Welt in der Endzeit dem Abfall, der Gesetzlosigkeit und dem Antichristen entgegentaumelt und der Auftrag der Gemeinde einzig und allein in einem treuen Zeugnis von Christus besteht, um noch etliche zu retten. Stattdessen will man durch politisches und soziales Engagement diese dem Untergang geweihte Welt (vgl. 2. Petrus 3!) noch „verbessern“ und „zur Gerechtigkeit zurückführen“. Das führt jedoch nur dazu, daß die wahre Gemeinde ihre Absonderung und ihr klares Zeugnis von Gottes Wahrheit preisgibt und sich mit der Weltkirche vermischt.
Die Manhattan-Deklaration dient dazu, vielen evangelikalen Christen Sand in die Augen zu streuen über die wahre, antichristliche Natur der katholischen Kirche, und sie immer weiter in den Sog der falschen ökumenischen Einheit hineinzuziehen. Das ist sicherlich auch der Grund, weshalb höchste kirchliche Würdenträger dieser Kirche in den USA die Erklärung mit unterzeichnet haben – 33 Bischöfe und 17 Erzbischöfe, dazu hohe anglikanische und orthodoxe Würdenträger. Sie nutzen solche Aktionen geschickt aus, um die immer benebelter werdenden Evangelikalen einzufangen und vor ihren ökumenischen Karren zu spannen.
Und die Liste der evangelikalen „Würdenträger“, die sich dazu hergaben, ist lang. Unter ihnen sind erschreckend viele Theologieprofessoren renommierter evangelikaler Universitäten und Colleges, die ihre Studenten ja auch im ökumenischen Sinn beeinflussen. Unter anderem sind vertreten die Präsidenten des Dallas Theological Seminary (!), des Southeastern Bapist Theological Seminary, Biola University, Gordon-Conwell Theological Seminary, Wheaton College, der ehemalige Präsident des Moody Bible Institute, Albert Mohler, Präsident des Southern Baptist Theological Seminary, sowie Richard Mouw, Präsident des berüchtigten Fuller Theological Seminary.
Auch prominente Leiter evangelikaler Werke und Organisationen fehlen nicht. Leith Anderson, Präsident der einflußreichen
National Association of Evangelicals, Chuck Colson, James Dobson
(Focus on the Family), Jonathan Falwell von der einst fundamentalistischen Thomas Road Baptist Church, der Leiter der Heilsarmee in den USA, ein Leiter von
Campus Crusade for Christ, der Präsident der
Inter-Varsity Christian Fellowship, der Aufsichtsratsvorsitzende und der Chefredakteur der einflußreichen Zeitschrift
Christianity Today, Ron Sider
(Evangelicals for Social Action), Frank Wright, Präsident der
National Religious Broadcasters.
Manche der Unterzeichner kennt auch der deutsche Leser von übersetzten Büchern, so etwa Erwin Lutzer (Pastor der Moody Church), Josh McDowell, Professor J. I. Packer, Chuck Swindoll, Buchautor und Kanzler des Dallas Theological Seminary, Joni Eareckson Tada, Ravi Zacharias, Randy Alcorn, Wayne Grudem. Hier müssen wir auch wachsam sein, welches Gedankengut über solche Bücher, in denen noch manches Gute stehen mag, hereinsickert. Es bleibt anzumerken, daß es auch einen deutschen Unterzeichner gibt – den früher eher konservativen Theologen Thomas Schirrmacher von der weltweiten Evangelischen Allianz.
Rudolf Ebertshäuser 26. 5. 2010 www.das-wort-der-wahrheit.de
Zu diesem Bericht können Sie auf unserer Webseite lesen:
Ökumene – wohin führt die Einheit aller Namenschristen?
Der Papst lobt die „Volxbibel“
Laut einer Meldung der Internet-Zeitschrift PRO kompakt (20-2010, S. 17) trat der Gründer der „Jesus Freaks“ und Verfasser der berüchtigten „Volxbibel“ Martin Dreyer auf dem Ökumenischen Kirchentag in München auf. Er trug dort seine schlimme Verfälschung der Psalmen im Rapgesang vor.
In dem Bericht heißt es: „Bei Regen und Kälte hatten sich vor der Bühne im Olympiastadion Punks, Vatertags-Feierlustige, Kirchentagsbesucher und sogar Muslime versammelt, um dem einstündigen Vortrag zuzuhören, zu tanzen oder mitzugröhlen. Zum Beispiel zu Psalm 15: „Hörst du, was geht im Hier und Jetzt, hörst du den Beat im Hier und Jetzt und was dein Herz am Leben lässt?“ Zwischen den Liedern berichtete Dreyer von der Geschichte der Volxbibel, der jugendsprachlichen Übertragung des Bibeltextes, für die er seit der Veröffentlichung viel Kritik, aber auch Lob geerntet hat. Eine Reaktion auf sein Werk kam sogar aus dem Vatikan.
Eines Tages sei ihm ein Brief des Papstes ins Haus geflattert, berichtete Dreyer auf dem Kirchentag. Dieser habe zwar klar gestellt, dass die Sprache der Volxbibel nicht den Regularien der katholischen Kirche entspreche, zugleich aber das missionarische Engagement des Volxbibel-Teams gelobt.“
Macht es nicht nachdenklich, daß das Oberhaupt der antichristlichen katholischen Kirche die Volxbibel so wichtig nimmt, daß er Dreyer einen Brief schreibt? Die Untergrabung des heiligen Wortes Gottes in seiner wortgetreuen Gestalt liegt allemal im Interesse der babylonischen Kirche. Heute muß sie die Bibeln nicht mehr verbrennen oder unterdrücken; es genügt, den Menschen solche verfälschten Ausgaben in die Hand zu drücken. Müßte es nicht auch Evangelikale wie Karlheinz Vanheiden nachdenklich machen, wenn der Papst genau dasselbe irregeleitete Argument für die Volxbibel verwendet wie er selbst (vgl. unsere Meldung vom April/Mai)?
Rudolf Ebertshäuser 26. 5. 2010 www.das-wort-der-wahrheit.de
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Erklärung zur "Volxbibel"
April / Mai 2010
Bibelbund-Schriftleiter spricht sich für die „Volx-Bibel“ als Hinführung zum Evangelium aus
Karl-Heinz Vanheiden ist eine schillernde Persönlichkeit in den evangelikalen Kreisen. Er hat als Schriftleiter der Zeitschrift des Bibelbundes „Bibel und Gemeinde“ eine öffentlichkeitswirksame Schlüsselposition inne; er ist vollzeitlicher Bibellehrer im Dienst der „freien Brüdergemeinden“ und lehrt an der Bibelschule Burgstädt. Er ist auch Verfasser einer Übertragung des Neuen Testaments in das heutige Deutsch, der sog. „Neuen Evangelistischen Übersetzung“, auch als „bibel.heute“ bezeichnet. Nach Angaben von idea wurden von dieser modernen Übertragung schon ca. 190.000 Exemplare verkauft; die gesamte Bibel soll demnächst im Verlag der freien Brüdergemeinden, der „Christlichen Verlagsgesellschaft“, erscheinen.
Vanheiden gab der Allianz-Zeitschrift
idea spektrum vor kurzem ein Interview, zusammen mit dem Verfasser der Übertragung „das buch“, Roland Werner. Darin versuchten die beiden Übersetzer, die Frage zu beantworten „Warum brauchen wir immer neue Bibeln?“. Beide warben einhellig für sinngemäße, nicht wortgebundene Übertragungen in das heutige Deutsch und kritisierten die wortgetreuen Übersetzungen als schwer verständlich. Bei Werner, der als langjähriger „Christival“-Vorsitzender dem charismatisch-bibelkritisch-ökumenischen Flügel der Evangelikalen zugerechnet werden muß, ist dies wenig verwunderlich; dagegen sollten bibeltreue Christen sich etwas genauer mit den Standpunkten Karl-Heinz Vanheidens beschäftigen, der sich selbst als „bibeltreu“ bezeichnet.
Wirkliche Bibeltreue bedeutet ja eine Hochachtung vor dem vollkommenen Wort Gottes, vor der Heiligen Schrift, die Wort für Wort von Gott durch Seinen Geist eingegeben ist (vgl. 2Tim 3,16). Das Wissen darum, daß der allein weise, allmächtige Gott den menschlichen Verfassern der Bibelbücher jedes Wort eingegeben hat, das sie niederschrieben, hat bei allen echten Gläubigen durch die Jahrhunderte zu der Konsequenz geführt, daß sie nach einer möglichst wortgetreuen Übersetzung dieser Worte des lebendigen Gottes verlangt haben.
Das bedeutet nicht, daß eine mechanische Wort-für-Wort-Übersetzung aus dem hebräischen und griechischen Original die Lösung wäre. Die Unterschiede unter den Sprachen erlauben eine solche Vorgehensweise nicht; das Ergebnis wäre in der Tat oft schwer verständlich und würde nicht selten zu Mißverständnissen führen. Aber die Ehrfurcht vor Gott und Seinem inspirierten Wort hat immer wortgetreue Übersetzungen hervorgebracht, die nur dort von der Wörtlichkeit abweichen, wo es die Verständlichkeit erfordert, die aber die Begrifflichkeit und Eigenheit des Originals beibehalten, auch wenn dies dem Leser zunächst Verständnisschwierigkeiten bereitet. Gottes Wort ist eben kein Feuilletontext, den man sich schnell bei einer Tasse Kaffee im Restaurant „reinzieht“.
Die moderne Strömung der „kommunikativen“ Übertragungen in die Gegenwartssprache hat, wie ich in meinem Buch
„Gottes Wort oder Menschenwort“ nachgewiesen habe, eine bibelkritische Haltung zum Originaltext der Heiligen Schrift zur Grundlage. Die modernen Übersetzer gehen davon aus, daß Gott nur die Gedanken, nicht aber die Worte der Bibel inspiriert habe und der Übersetzer deshalb die Freiheit habe, Aussagen der Bibel abweichend von ihrem tatsächlichen Wortlaut so wiederzugeben, wie „man es heute ausdrücken würde“. Dabei fließen zwangsläufig auch Mißdeutungen und falsche theologische Lehren in den solchermaßen umgeschriebenen Text hinein. Die so entstandenen Übertragungen mögen sich leicht und flüssig lesen; sie geben aber nicht mehr Gottes heiliges, kraftvolles Wort wider, sondern kraftlose und irreführende Menschengedanken.
Das gilt auch von Vanheidens eigener Bibelübertragung, die oberflächlich und schnell zusammengestrickt wurde und immer wieder erkennen läßt, daß Worte, Formulierungen und halbe Sätze von anderen Übertragungen übernommen und kombiniert wurden. In ihr wird besonders der Einfluß der bibelkritisch-ökumenischen „Guten Nachricht“ spürbar, von der Vanheiden in dem Interview freimütig bekennt, sie sei die einzige Übersetzung, die ihm zugesagt habe. Daß er seine neue Übertragung aus dem fragwürdigen Motiv anfertigte, um einen kostenfreien Bibeltext für ein anderes Buch zur Verfügung zu haben, läßt einen erschreckenden Pragmatismus, eine Hemdsärmeligkeit erkennen, die das Gegenteil von Ehrfurcht vor Gottes Wort bedeutet.
Davon, daß die Bibel Gottes ehrfurchtgebietende Offenbarung an die Menschen darstellt und deshalb jedes Wort von Ewigkeitsgewicht ist, hören wir nichts von diesem Sprecher des Bibelbundes. Stattdessen verkündet er locker die verführerische Devise der modernen Bibelübertrager:
„Die Bibel sollte so leicht zu lesen sein wie die Tageszeitung“. Von einem Bibellehrer, der auch noch aus der „Brüderbewegung“ kommt, dürfte eine solche unerträgliche Verflachung eigentlich nicht kommen. Aber Vanheiden benutzt seine Übertragung sogar in lehrhaften Aufsätzen. Sie war ursprünglich als nur für Fernstehende bestimmt angekündigt worden; inzwischen macht Vanheiden dafür Werbung, daß die Gläubigen mit ihrer Hilfe die Bibel leichter durchlesen könnten. Die jetzige Führung der freien Brüdergemeinden hat ihre Solidarität mit dieser Verfälschung von Gottes Wort öffentlich dadurch bekundet, daß sie sein Werk herausgebracht und gefördert hat, anstatt ihn zurechtzuweisen. Daß es inzwischen auch von einer einflußreichen, der Brüderbewegung nahestehenden Versandbuchhandlung vertrieben wird, ist ebenfalls sehr bedauerlich.
Vanheiden geht in seiner prinzipienlosen Befürwortung moderner Übertragungen noch einen erschreckenden Schritt weiter. Idea zitiert die wahre und beachtenswerte Aussage einiger konservativer Befürworter wortgetreuer Übersetzungen: „Wer im Glauben wachsen will, muss sich einer klassischen Übersetzung anvertrauen“, worauf Vanheiden antwortet:
„Wer im Glauben wachsen will, sollte jede Bibel von vorn bis hinten lesen, die er kriegen kann! Um Leute an das Evangelium ranzuführen, kann das durchaus auch einmal die Volx-Bibel sein.“ Nicht nur geht Vanheiden damit davon aus, daß auch klar verfälschte Bibeln wie die „Ökumenische Einheitsübersetzung“ oder die „Gute Nachricht“ gut seien fürs „Glaubenswachstum“. Nein, er schreckt nicht davor zurück, auch die „Volxbibel“ als Mittel gutzuheißen, das angeblich tauge, um Leute für das Evangelium zu gewinnen!
Kein Wort davon, daß dieses in der Gossensprache abgefaßte Machwerk den lebendigen Gott und Seinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus, unerträglich lästert und einen anderen Jesus, ein anderes Evangelium verbreitet! Wie kann man mit der Lästerung Gottes Menschen zur Umkehr führen? Wie weit muß Vanheiden von Gottes Wort schon abgedriftet sein, wenn er meint, man könne die „Volxbibel“ als evangelistisches Werkzeug einsetzen? Aber es ist nur folgerichtig, diese „kommunikative Bibel" im Jugendslang zu befürworten, wenn man die bibelkritischen und das Wort Gottes zersetzenden Grundsätze der modernen Bibelübertragung verinnerlicht hat. Nur – mit „Bibeltreue“ hat eine solche Haltung nichts mehr zu tun!
Karl-Heinz Vanheiden wird gewiß für dieses Interview manche Zustimmung von modernen Evangelikalen bekommen, die längst vom biblischen Glauben abgefallen sind. Die empfehlen die „Volxbibel“ schon länger mit derselben fadenscheinigen Begründung, und verlangen nach „Bibeln“, die sie lesen können wie ihre Tageszeitung. Doch die kleine Schar derer, die noch den Herrn fürchten und zittern vor Seinem Wort (Jesaja 66,2.5), die sollte aufmerken und erkennen, wie weit die Abkehr von Gottes Wort schon mitten in den Reihen der vermeintlich „Bibeltreuen“ fortgeschritten ist. Eigentlich müßte ein solches Interview Konsequenzen haben – im Bibelbund, bei den Brüdergemeinden … Aber das muß Vanheiden sicher nicht befürchten. Dazu sind, so fürchte ich, die heutigen Verantwortlichen in diesen ehemals wirklich bibeltreuen Kreisen mehrheitlich schon zu weit von wirklicher Gottesfurcht, von wahrhafter Heiligung des Herrn und Seines Wortes entfernt.
Doch uns erinnert der Umgang der modernen „Bibelübersetzer“ mit Gott und Seinem Wort an die Aussprüche eines alttestamentlichen Propheten:
So spricht der HERR der Heerscharen: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie täuschen euch; die Offenbarung ihres eigenen Herzens verkünden sie und nicht [was] aus dem Mund des HERRN [kommt]. (…) Denn wer hat im Rat des HERRN gestanden und hat sein Wort gesehen und gehört? Wer hat auf mein Wort geachtet und gehört? (…) Ich habe diese Propheten nicht gesandt, und doch sind sie gelaufen; ich habe nicht zu ihnen geredet, und doch haben sie geweissagt. Hätten sie in meinem Rat gestanden, so würden sie meinem Volk meine Worte verkündigen und sie abbringen von ihrem bösen Weg und von ihren schlimmen Taten! (…) Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert? Darum siehe, ich komme über die Propheten, spricht der HERR, die meine Worte stehlen, einer dem anderen; siehe, ich komme über die Propheten, spricht der HERR, die ihre eigenen Zungen nehmen und behaupten: »Er hat geredet!« Siehe, ich komme über diejenigen, spricht der HERR, die Lügenträume weissagen und sie erzählen und mit ihren Lügen und ihrem leichtfertigen Geschwätz mein Volk irreführen, während ich sie doch nicht gesandt und ihnen nichts befohlen habe, und sie diesem Volk auch gar nichts nützen! spricht der HERR. (…) denn jedem einzelnen wird sein eigenes Wort zur Last werden, denn ihr verdreht die Worte des lebendigen Gottes, des HERRN der Heerscharen, unseres Gottes! (Jeremia 23, 16+18+21-22+29-32+36)
Quelle: idea spektrum 15/2010, S. 16-19
Rudolf Ebertshäuser 26. 4. 2010 www.das-wort-der-wahrheit.de
Zu diesem Artikel können Sie auf dieser Webseite lesen:
Moderne Bibelübersetzungen unter der Lupe. Von der „Guten Nachricht“ bis zur „Volxbibel“
„Gott läßt sich nicht spotten“. Erklärung zur „Volxbibel“ vom 6. April 2006
"Gottes Wort oder Menschenwort?"
Anmerkungen zu der Rezension Karlheinz Vanheidens in "Bibel und Gemeinde"
Leiter von „Kirche mit Vision“ Deutschland läßt Playboy-Hefte im Gottesdienst verteilen
Die evangelische Andreasgemeinde in Niederhöchstadt nordwestlich von Frankfurt/Main gehört zu den neuen Vorzeigegemeinden, die in der liberalen protestantischen Volkskirchen im Zuge von „Willow Creek“ gefördert werden und die neue Konzepte zur „Erreichung von Fernstehenden“ nach den Rezepten von Rick Warren, Bill Hybels und ihren Mitarbeitern verwirklichen wollen. Dazu veranstaltet sie u.a. einmal im Monat einen „GoSpecial“-Gottesdienst in einem Kino.
Nun hat der bundesweit bekannte Pastor dieser Gemeinde, Kai Scheunemann, laut idea spektrum einen solchen „GoSpecial“-„Gottesdienst“ zu dem Thema „Reges Verkehrsaufkommen – ein total unverkrampfter GoSpecial über S..“ veranstaltet. Zum Schluß der Veranstaltung wurden 120 Exemplare des berüchtigten Magazins „Playboy“ an die Besucher verteilt. Begründung: die Gemeinde habe neue Zielgruppen ansprechen wollen.
In seiner Ansprache („Predigt“ ist dafür wohl ein falsches Wort) deutet Scheunemann die klaren Aussagen der Bibel über die Ehe als Ort für Gott wohlgefällige Geschlechtlichkeit radikal um. Aus seiner Sicht sei lediglich der Rahmen einer ausschließlichen, auf längere Dauer (aber nicht unbedingt lebenslang) angelegten Beziehung nötig, für die man bereit sei, Energie aufzuwenden. Das bedeutet, daß er vor- und außereheliche Verhältnisse, die die Bibel als Hurereisünde verurteilt, auch als „Ehe“ anerkennt, wenn sie „auf Haltbarkeit ausgelegt“ sind. Scheunemann meinte in der späteren Diskussion, die Kirche müsse sich „für neue Formen des Zusammenlebens öffnen“.
Die ganze „Predigt“ ist in einem erschreckend flapsigen, bewußt unehrfürchtigen und letztlich gotteslästerlichen Ton gehalten, gespickt mit vulgären Redewendungen und betrügerischen Aussagen, die die klare Lehre der Bibel über Unzucht und Ehe auf den Kopf stellen und eine schrankenlose „Freiheit“ für das Fleisch verkünden – endzeitliche Gesetzlosigkeit. Sie gipfelt in dem irreführenden Ausspruch des katholischen Irrlehrers Augustinus: „Liebe – und tu, was du willst!“ Das ist natürlich eine Botschaft, die dem Sünder gefällt und seinen juckenden Ohren wohltut; kein Wunder, daß diese Art von „Gottesdienst“ gut besucht und viel beachtet wird.
Der Vorgang ist insofern bemerkenswert, als Kai Scheunemann als Leiter von „Kirche mit Vision Deutschland“ und Herausgeber der „Willow Creek Edition“ eng und führend mit den deutschen Trägern der Gemeindewachstumsbewegung verzahnt ist. Hier zeigt sich, wohin die bewußte Öffnung für die Maßstäbe der Welt bei Willow Creek und „Leben mit Vision“ führt: zu einem falschen Christentum der Gesetzlosigkeit, das Böses gut nennt und Gutes böse, welches das Heilige entheiligt und Gott lästert, das den breiten Weg als Zugang zum Himmel verkündet und die Menschen um eine echte Buße und das wahre Heil betrügt.
Unzucht aber und alle Unreinheit oder Habsucht soll nicht einmal bei euch erwähnt werden, wie es Heiligen geziemt; auch nicht Schändlichkeit und albernes Geschwätz oder Witzeleien, die sich nicht gehören, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger (der ein Götzendiener ist), ein Erbteil hat im Reich des Christus und Gottes. Laßt euch von niemand mit leeren Worten verführen! Denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams. So werdet nun nicht ihre Mitteilhaber! (Eph 5,3-7)
Quelle: idea spektrum 16/2010, S. 27; www.andreasgemeinde.de
Rudolf Ebertshäuser 26. 4. 2010 www.das-wort-der-wahrheit.de
Zu diesem Artikel können Sie auf dieser Webseite lesen:
Lehren und Praktiken der Gemeindewachstumsbewegung
[Kürzerer Auszug aus der Schrift „Gemeindewachstum oder Gemeindeverführung“]
"Leben mit Vision" und "Willow Creek"-Welle:
Gemeindewachstum oder Gemeindeverführung?
[Ausführlichere Untersuchung über die Gemeindewachstumsbewegung und ihre falschen Lehren, besonders über Rick Warrens „Leben mit Vision“]
März / April 2010
Die liberale Bischöfin und ihre evangelikalen Anhänger
Der spektakuläre Rücktritt von Frau Käßmann wegen Trunkenheit am Steuer und Überfahren einer roten Ampel war tagelang in aller Munde. Die weltlichen Medien haben darauf teilweise mit Häme und Spott reagiert; sie haben deutlich gemacht, wie sehr jemand, der öffentlich den moralischen Zeigefinger auf andere richtet und in die Politik dieser Welt mit Ermahnungen eingreift, an seinem eigenen Maßstab gemessen wird.
Was uns als gläubige Christen aber mehr beschäftigen sollte, ist die seltsame Haltung vieler Christen, die sich als gläubig und evangelikal bezeichnen und dennoch die Bischöfin Käßmann immer wieder öffentlich unterstützt haben – bis hin zum Moment ihres Falles, wo prominente Evangelikale meinten, sie zum Bleiben auffordern zu müssen, und dann ihren Rücktritt bedauerten.
Das wirft ein Schlaglicht darauf, wie sehr viele Kreise, die einstmals sich zur Bibel und dem biblischen Glauben hielten, in den letzten Jahrzehnten von diesem Glauben abgedriftet sind. Sie denken und handeln nicht mehr biblisch, sondern pragmatisch und prinzipienlos wie die Welt, zu der sie geistlicherweise leider auch größtenteils gehören.
Wer biblisch denkt, für den sollte klar sein, daß Frau Käßmann von einem wahrhaft gläubigen Menschen niemals unterstützt werden kann – aus mindestens drei Gründen:
1. Frau Käßmann ist keine echte Christin im Sinne der Bibel, sondern Anhängerin und Predigerin einer tödlichen Irrlehre, nämlich der liberalen Theologie. Diese Theologie leugnet die Grundelemente des biblischen Evangeliums: die göttliche Inspiration und Offenbarung der Schrift, die Jungfrauengeburt und Gottessohnschaft, den Opfertod und die Auferstehung Jesu Christi. Die liberale Theologie in allen ihren Spielarten, auch den "gemäßigten", ist eine verderbenbringende Häresie im Sinne von 2Pt 2,1-3. das von Frau Käßmann und Tausenden anderer evangelischer Theologen verkündete "Evangelium" rettet niemanden, sondern führt zahllose Menschen in den ewigen Tod. Es ist ein anderes Evangelium, das unter dem Fluch von Galater 1,8-9 steht.
Es gab aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die heimlich verderbliche Sekten [od. Irrlehren, Häresien] einführen, indem sie sogar den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen; und sie werden ein schnelles Verderben über sich selbst bringen. Und viele werden ihren verderblichen Wegen nachfolgen, und um ihretwillen wird der Weg der Wahrheit verlästert werden. Und aus Habsucht werden sie euch mit betrügerischen Worten ausbeuten; aber das Gericht über sie ist längst vorbereitet, und ihr Verderben schlummert nicht. (2Pt 2,1-3)
2. Frau Käßmann hat sich eine Stellung angemaßt, die ihr nach Gottes Wort nicht zusteht. Das ist für die vom Evangelium und Christus abgefallene Evangelische Kirche kein Problem, weil sie ohnehin die Ordnungen der Bibel mißachtet. Ein gläubiger Christ, der die Bibel als verbindliche Richtschnur annimmt, kann aber eine Frau weder als Predigerin noch als "Pastorin" noch als "Bischöfin" akzeptieren, denn das Wort des Apostels Paulus hat für ihn auch heute noch Gültigkeit: "Ich erlaube aber einer Frau nicht, zu lehren, auch nicht, daß sie über den Mann herrscht, sondern sie soll sich still verhalten" (1Tim 2,12).
3. Durch ihre Ehescheidung hat Frau Käßmann ein verkehrtes, gegen Gottes Ordnung gerichtetes moralisches Vorbild gegeben. So wie die echten Ältesten und Vorsteher der wahren Gemeinde ein Vorbild zum Guten für die Herde Christi sein sollen (vgl. 1Pt 5,3), so sind die falschen Hirten der abgefallenen Kirche ein verderbliches Vorbild für die Menschen, sei es in dem einen oder anderen Bereich.
Denn ich hasse die Ehescheidung, spricht der HERR, der Gott Israels, und daß man sein Gewand mit Frevel bedeckt, spricht der HERR der Heerscharen; darum hütet euch in eurem Geist und werdet nicht untreu! (Mal 2,16)
Es sollte die echten Gläubigen in den evangelikalen Kreisen nachdenklich machen, daß Frau Käßmann trotz dieser biblisch klar zutage liegenden Sachlage immer wieder von evangelikalen Führungspersonen unterstützt und gefördert wurde. Sie mußte nur ein paar freundliche Worte über die Evangelikalen sagen, ihnen ein paar Brosamen ihrer bischöflichen Huld und Wertschätzung zuwerfen, und diese Führer und Meinungsmacher waren rasch bereit, ihre liberaltheologischen Irrlehren, ihre Amtsanmaßung als Frau und ihre Ehescheidung als bedeutungslos unter den Teppich zu kehren und sie zu umwerben.
So sagte etwa der Vorsitzende der charismatischen "Geistlichen Gemeindeerneuerung" in der EKD, Pfarrer Keucher, zu ihrer Wahl: "Mit Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann kommt eine Frau an die Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland, die durch ihre persönliche Lebensgeschichte und ihr Engagement für die Weiterführung des Reformprozesses in der EKD viele Herzen gewonnen hat." (gge-online). Tabea Dölker, die anscheinend die evangelikale Bewegung im Rat der EKD vertritt (ebenfalls unter Mißachtung von 1Tim 2,12), befürwortete in idea 45/2009 die Wahl Käßmanns zur EKD-Ratsvorsitzenden. Käßmann war als Referentin zum "Christlichen Gesundheitskongreß" in Kassel Januar 2010 eingeladen sowie pikanterweise auch bei einem Podiumsgespräch des Kongresses "Mit Werten in Führung gehen" im Februar 2011 vorgesehen (s.u.).
Nun stehen diese Evangelikalen vor dem Scherbenhaufen ihrer unbiblischen Bündnispolitik. Die Hoffnungsträgerin ihrer "liberal-evangelikalen Allianz" ist zumindest vorerst gestrauchelt und hat ihre Anziehungskraft weitgehend eingebüßt. Für alle Gläubigen aber sollte dieser Vorgang ein Anlaß zum Nachdenken sein. Die wahre Gemeinde Jesu Christi darf sich nicht an die abgefallenen Großkirchen hängen und schon gar nicht ihre widergöttlichen Wertmaßstäbe übernehmen.
Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein? Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: »Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein«. Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an! Und ich will euch aufnehmen, und ich will euch ein Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. (2Kor 6,14-18)
Rudolf Ebertshäuser 17. 3. 2010 www.das-wort-der-wahrheit.de
"Mit Werten in Führung gehen"?
Allein schon der Vorab-Prospekt zu dem von idea (Horst Marquardt) und der Firma tempus-Consulting (Prof. Dr. Jörg Knoblauch) für den Februar 2011 geplanten Kongresses christlicher Führungskräfte wirft ein Schlaglicht auf die Vermischung und Verweltlichung, die den heutigen Evangelikalismus kennzeichnen. Im Hauptprogramm fallen auf: ein Grußwort des liberalen evangelischen Bischofs Friedrich und des katholischen Bischofs Hanke; ein katholischer Abt im Abendprogramm, das Referat einer katholischen Unternehmerin "Meine Maßstäbe als Christ für politisches Handeln", eine Talkrunde "Unsere Zukunft" geplant u.a. mit Dr. Margot Käßmann und der katholischen Publizistin Gabriele Kuby; Moderation eines Abends durch einen liberalen evangelischen Oberkirchenrat, eine Andacht von Astrid Eichler, charismatische Pfarrerin. Zu den Referenten der Seminare gehören einerseits prominente Evangelikale wie Stephan Holthaus, Gerd Goldmann, Hartmut Steeb, andererseits auch Tobias Faix von der Emerging Church. Unterstützt wird der Kongreß u.a. vom Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer in Deutschland sowie vom Bund Katholischer Unternehmer (!), aber auch von den radikalcharismatischen "Christen im Beruf" (Full Gospel Business Mens Fellowship International) und der charismatischen "Geistlichen Gemeindeerneuerung" in der Evangelischen Kirche.
Die heutigen Evangelikalen sind darauf aus, eine Rolle als "Vordenker" in der Welt einzunehmen und sich den Politikern, Wirtschaftsführern und Mächtigen als "Wertevermittler" anzudienen. Sie vernachlässigen die Verkündigung des Evangeliums und den Ruf zur Buße und versuchen stattdessen, die Welt durch "gesellschaftsveränderndes" Engagement zu verbessern. Das ist eine folgenschwere Abweichung von dem Auftrag des Herrn Jesus, der Welt das Evangelium zu bezeugen statt bloßer "christlicher Werte", die sie doch nicht richtig verwirklichen können und die ohne Bekehrung und Wiedergeburt niemanden erretten.
Rudolf Ebertshäuser 17. 3. 2010 www.das-wort-der-wahrheit.de
Ein fragwürdiges Netzwerk theologischer Ausbildungsstätten
Wer weiß schon, was die GBFE ist? Hinter diesem Kürzel verbirgt sich die "Gesellschaft für Bildung und Forschung in Europa" – ein "international und interkulturell ausgerichtetes Netzwerk von christlichen Bildungseinrichtungen" (http://gbfe.org). Ein Zweck dieses Netzwerkes ist es, die Kooperation verschiedener Bibelseminare mit der internationalen Fernuniversität UNISA in Kapstadt/Südafrika zu organisieren. Dahinter steht offensichtlich das Bemühen zahlreicher evangelikaler Seminare, ihren Studenten Zugang zu den begehrten akademischen Master-Abschlüssen und Doktortiteln zu verschaffen.
1. Vorsitzender dieses Netzwerkes ist Prof. Dr. Johannes Reimer – einer der prominentesten und rührigsten Vertreter der Emerging-Church-Irrlehren. Von daher ist es interessant, zu sehen, welche Institute Teil dieses Netzwerkes sind:
* Akademie für christliche Führungskräfte (AcF); Vertreter in der GBFE: Dr. Dr. Volker Kessler
* Biblisch-Theologische Akademie Wiedenest (BTA). Vertreter in GBFE: Prof. Dr. Christoph Stenschke
* Ignis – Akademie für Christliche Psychologie
* Institut für Gemeindebau und Weltmission (IGW). Vertreter in GBFE: Dr. Fritz Peyer
* Marburger Bibelseminar (MBS). Vertreter in GBFE: Dr. Tobias Faix
* Neues Leben Seminar (NLS). Vertreter in GBFE: Dr. Hans-Georg Wünch
* Theologisches Seminar Adelshofen (TSA). Vertreter in GBFE: Dr. Manfred Baumert
* Therapeutische Seelsorge (TS). Vertreter in GBFE: Michael Hübner
Es fällt auf, daß hier einige Institute vereinigt sind, die in der einen oder anderen Form mit der neu aufgekommenen Irrströmung der Emerging Church verbunden sind: So die Biblisch-Theologische Akademie Wiedenest, an der u.a. Tobias Faix und auch Prof. Reimer selbst studierten und nun z.T. als Dozenten Vorträge halten; ebenso das Marburger Bibelseminar, als dessen Vertreter mit Tobias Faix ein weiterer Sprecher der Emerging Church im Rat der GBFE sitzt. Auch das Institut für Gemeindebau und Weltmission ist über verschiedene Beziehungen mit der EMC-Strömung verbunden, wie aus dem Buch "Aufbruch in ein neues Christsein" von R. Ebertshäuser, S. 52 gezeigt wird. Bei der AcF wiederum hält Prof. Reimer Seminare.
"Netzwerke" wurden übrigens ursprünglich durch die New-Age-Bewegung popularisiert. Sie dienen nach dem Verständnis des New Age dazu, die heimliche Veränderung der Strukturen und Menschen im Sinne des "Neuen Zeitalters" zu fördern...
Rudolf Ebertshäuser 17. 3. 2010 www.das-wort-der-wahrheit.de
Februar / März 2010
Konferenz der SMD: Theologieprofessor verfälscht das Evangelium
Heutzutage wird die Leugnung der biblischen Lehre vom Sühnopfer Jesu Christi in evangelikalen Kreisen immer mehr akzeptiert. So lesen wir in einer idea-Meldung vom 21. 10. 2009 u. a. folgendes:
„Wie versteht man den Tod Jesu Christi am Kreuz richtig? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Herbstkonferenz der Studentenmission in Deutschland (SMD) in Marburg. Vor rund 600 Besuchern des Treffens unter dem Motto „Aufkreuzen – Freude – Anstoß – Aufbruch“ wandte sich der Tübinger Theologieprofessor Hans-Joachim Eckstein gegen die Vorstellung, daß Gott ein Menschenopfer gefordert habe oder daß zur Versöhnung Blut fließen mußte.“ Eckstein behauptete, Jesus Christus sei von den römischen und jüdischen Autoritäten wegen seiner Gerechtigkeit hingerichtet worden. „Das Kreuz steht für die Entmachtung der vermeintlich Mächtigen“.
Der Vortrag Ecksteins ist ein trauriges Beispiel für die verführerische Rhetorik einer "neo-orthodox" auftretenden bibelkritischen Theologie. Im ersten Teil behandelt er, angeblich ganz objektiv, den "historischen Fakt" der Kreuzigung. Das stellt er in einer rein diesseitigen, verzerrten Sicht dar: Nicht Gott, sondern die Menschen hätten Jesus von Nazareth zu Tode gebracht; sein Tod habe keine von vorneherein geplante Heilsfunktion gehabt, sondern er sei von den Mächtigen wegen seiner Gerechtigkeit getötet worden. Hier zieht Eckstein Vergleiche zu Bonhoeffer u.a. "gerechten Menschen". Damit folgt er den bösartigen Fehldarstellungen der Emerging Church und der liberalen Theologie, die heute immer mehr unter den Evangelikalen Einzug halten. Das hat der idea-Korrespondent ganz richtig festgestellt.
In dem idea-Bericht wurde jedoch nicht auf den zweiten und dritten Teil von Ecksteins "Bibelarbeit" eingegangen. In einer subtil verführerischen Weise stellt Eckstein im zweiten Teil das "Kreuzesereignis" aus der "Sicht der ersten Christen" dar. Dieser psychologische und zutiefst bibelkritische Ansatz zeigt nach Eckstein, daß die ersten Christen vor der Notwendigkeit gestanden hätten, den Tod ihres geliebten Meisters im nachhinein eine höhere Notwendigkeit beizulegen, einen Sinn. Hier finden wir ein Echo der alten liberaltheologischen Leier vom "Gemeindemythos", der angeblich den Schriften des NT zugrundeliege. Die Aussagen des NT über das Sühnopfer Christi werden nicht als göttliche Offenbarung akzeptiert, sondern als bloßer Sinndeutungsversuch der Menschen abgewertet.
Im dritten Teil schließlich stellt Eckstein in dialektischer Raffinesse eine weitere Sichtweise scheinbar gleichberechtigt neben die beiden anderen, die "theologische Deutung". Nach dieser könne man das Kreuzesgeschehen so auffassen, daß Gott selbst den Tod auf sich nahm, um Menschen Heil zu bringen. Dabei wendet sich Eckstein jedoch deutlich gegen die biblische Lehre vom Zorn Gottes, den der Sohn stellvertretend tragen mußte. Nach seinen verführerischen Lehren sei Gott nur voraussetzungslose, annehmende Liebe. So spricht er zwar vage noch von einer nicht näher definierten sühnenden Bedeutung des Kreuzestodes Jesu Christi, aber die unbequeme biblische Wahrheit, das eigentliche "Ärgernis des Kreuzes" wird von ihm verleugnet. Die Tatsache, daß jeder Sünder unter dem ewigen Zorngericht Gottes steht, bestreitet Eckstein im Endeffekt; er ergeht sich in Aussagen über die bedingungslose Liebe Gottes zu allen Menschen, die letztlich auf eine Allversöhnung à la Karl Barth hinauslaufen.
Diese raffinierte Verfälschung des Evangeliums wurde dabei mit so vielen fromm klingenden Phrasen vernebelt und garniert, daß es den Verfasser nicht wundert, daß niemand aufstand und aus Protest den Saal verließ. Leider fehlt den meisten heutigen Evangelikalen das geistliche Unterscheidungsvermögen; sie können Irrlehren kaum mehr als solche erkennen. Die bibelkritischen Kernsätze, die darauf zielten, die verkrusteten "fundamentalistischen" Auffassungen vom Sühnopfer Christi aufzubrechen und die Menschen auf eine neue, für die Welt und die Bibelkritiker akzeptable Sicht vom Kreuz umzupolen, waren geschickt getarnt hinter evangelikalen Frömmigkeitssprüchen.
Daß der zugrundeliegende Bibeltext ausgerechnet 1. Korinther 1,18-31 war, wo von dem "Wort des Kreuzes" die Rede ist, zeigt, wie abgebrüht die akademischen Theologen in der Lage sind, den klaren Sinn eines Bibelwortes durch intellektuelle Turnübungen in sein Gegenteil zu verwandeln. Hier wurde nicht die Wahrheit der Schrift verkündet und gelehrt, wie es Gott geboten hat, sondern hier wurde das Schriftwort zum Anlaß für philosophisches Geschwätz genommen (vgl. Kol 2,8). Der Vortrag versuchte, das Ärgernis des Kreuzes wegzuerklären, anstatt sich kühn dazu zu bekennen.
Dabei bleibt die ernste Tatsache bestehen, daß das von Eckstein rhetorisch geschickt vorgestellte "zeitgemäße" Deutung des Kreuzes die Verbreitung eines anderen Evangeliums bedeutet. Die Bibel lehrt völlig klar und eindeutig, daß der Tod des Herrn Jesus Christus am Kreuz ein von Gott zuvor verordnetes Sühnopfer für unsere Sünden ist (1Joh 2,2). Wir sind losgekauft durch das Blut des Lammes (1Pt 1,18-19).
"Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten" (Jes 53,5).
Niemand kann Bibelstellen wie Römer 3,23-26, 1. Korinther 15,3, 1. Timotheus 2,5-6 oder 1. Petrus 2,22-25 und zahlreiche weitere anders verstehen, ohne sie gründlich zu verdrehen. Wer das stellvertretende Sühnopfer des Lammes Gottes für uns leugnet, wer bestreitet, daß es einen gerechten Zorn Gottes über uns Sünder gibt, ein Gericht Gottes, das Christus als Mensch stellvertretend für uns erdulden mußte, der ist ein Verführer und kein wahrer Christ – ganz gleich, welch schöne Sprüche er als Tarnung für seine Irrlehre einsetzt.
Daß dieser Vortrag von einer evangelikalen, vorgeblich der Verbreitung des Evangeliums dienenden Vereinigung wie der SMD unwidersprochen gehalten werden konnte, zeigt, daß die modernen Evangelikalen das biblische Evangelium längst hinter sich gelassen haben, auch wenn sie sich in Worten noch dazu bekennen. Die jahrzehntelange Vermischung mit dem Sauerteig der ("gemäßigten") Bibelkritik hat dazu geführt, daß der schleichende Abfall vom biblischen Glauben immer weiter um sich fressen kann, ohne daß jemand Alarm schlägt oder protestiert. Man ist viel mehr darum besorgt, die Anerkennung der abgefallenen Kirche und der akademischen Theologie zu erringen, als in der Torheit der Kreuzesverkündigung noch Seelen zu echter Bekehrung zu rufen.
"Geliebte, da es mir ein großes Anliegen ist, euch von dem gemeinsamen Heil zu schreiben, hielt ich es für notwendig, euch mit der Ermahnung zu schreiben, daß ihr für den Glauben kämpft, der den Heiligen ein für allemal überliefert worden ist. Es haben sich nämlich etliche Menschen unbemerkt eingeschlichen, die schon längst zu diesem Gericht aufgeschrieben worden sind, Gottlose, welche die Gnade unseres Gottes in Zügellosigkeit verkehren und Gott, den einzigen Herrscher, und unseren Herrn Jesus Christus verleugnen" (Judas 3-4).
Diese Neufassung der ursprünglichen Notiz vom Januar 2010 kam zustande, weil ein Vertreter der SMD mich darauf hinwies, daß die idea-Meldung den Vortrag Ecksteins verkürzt wiedergegeben hat. Das ist in der Tat der Fall, und ich habe deshalb die erste Fassung meines Kommentars zurückgezogen. Die Schlußfolgerungen, die ich darin zog, stützten sich zu sehr auf die Wiedergabe von idea und treffen so nicht auf die eigentliche Situation zu. Der jetzige Kommentar entstand, nachdem ich Ecksteins Vortrag selbst gehört hatte.
Rudolf Ebertshäuser Februar 2010 www.das-wort-der-wahrheit.de
Dazu können Sie auf dieser Webseite lesen:
Grundaussagen des biblischen Evangeliums
"Die Hütte" – ein Roman wirbt für den Abfall von dem lebendigen Gott
Es ist erschreckend, daß viele evangelikale Christen offenkundig keine Bedenken haben, den Roman "Die Hütte" zu lesen und weiterzuempfehlen. Manche, die als gestandene Christen gelten, bezeugen nach dem Lesen dieses Buches, daß es "ihr Gottesbild völlig verändert" habe, und sind begeistert davon. Der pfingstlerische Pastor der Volksmission in Freudenstadt veranstaltete laut idea 40/2009 sogar eine Lesung des Buches in einer Schwarzwaldhütte.
Das wirft einige Fragen auf. Wie kann das sein, daß die Lehre der Bibel, das gewaltige, eindringliche Zeugnis der Heiligen Schrift von dem lebendigen Gott, von Seiner Heiligkeit und Gerechtigkeit, von Seiner Gnade und Erlösung im Bewußtsein von Menschen, die sich als "wiedergeborene Christen" verstehen, ausgelöscht und überlagert wird von einem geschickt gestrickten Phantasiegebilde, von einer Romangeschichte, deren Vorstellung von Gott so drastisch und offenkundig von den inspirierten Aussagen der Bibel abweicht? Wie kann es sein, daß evangelikale Christen überhaupt weiterlesen, wenn sie merken, daß der heilige Gott der Bibel hier als eine korpulente Frau dargestellt wird?
Die Antwort, die die Bibel uns nahelegt, ist herausfordernd und beunruhigend für manche. Wir leben in der letzten Zeit, in der Widersacher alles daransetzt, Christen zum Abfall von dem lebendigen Gott zu verführen. Dazu benutzt er neben den Botschaften falscher Propheten und den Irrlehren falscher Lehrer auch erfundene Geschichten, Legenden oder Mythen genannt. Damit ködert er Leute, die die gesunde Lehre nicht mehr hören wollen und die sich von der Wahrheit Gottes abkehren. Sie lieben diese Geschichten und wollen sie gerne hören, wie es 2. Timotheus 4,3-4 so ernst bezeugt.
Solche Bücher wie "Die Hütte" oder auch Brian McLarens Buch "A New Kind of Christian" ("Eine neue Art von Christ") sollen den Leser durch eine geschickt erfundene, zu Herzen gehende Geschichte dahin führen, daß er sein von der Bibel geprägtes Bild von Gott aufgibt und ein menschlich verfälschtes, dem unbekehrten Menschen wohlgefälliges Gottesbild ersetzt. Dieses andersartige Gottesbild ist bewußt undogmatisch und vermenschlicht. Gott ist nicht heilig und hoch erhaben, sondern tolerant und humorvoll. Er übt kein Gericht, sondern nimmt alle Menschen an, wie sie sind.
Doch was gewinnen die Menschen, die dieses so bequeme und beruhigende Gottesbild annehmen und die biblische Lehre von Gott verwerfen? Sie haben sich auf eine raffinierte Täuschung des Teufels eingelassen und der Lüge mehr geglaubt als der göttlich geoffenbarten Wahrheit. Sie öffnen sich den Irrlehren der Welteinheitsreligion, nach denen es viele Wege zu Gott gibt und Gott sich nicht in der Bibel allein, sondern angeblich in vielen heiligen Büchern finden ließe. In der Ewigkeit werden sie zu ihrem Schrecken feststellen, daß sie der Lüge geglaubt haben und deshalb auf ewig verloren sind.
Wir leben heute in den Zeiten, von denen 1. Timotheus 4,1 bezeugt: "
Der Geist aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind…". Hinter Büchern wie der "Hütte" stecken Geister aus dem Abgrund. Es ist bezeichnend, daß dieses Buch im Allegria-Verlag veröffentlicht wurde, der praktisch ausschließlich okkulte und esoterische Bücher herausbringt – über Engel-Orakel, Hexerei, Kabbala, positives Denken und andere satanische Täuschungen.
Jeder gläubige Christ sollte sich vor diesem irreführenden Betrug und den lästerlichen, unreinen Ideengespinsten in diesem Buch hüten. Ein Kind Gottes, das dieses Buch oder ähnliche Verführungsbücher aus Vorwitz und Neugierde liest, wird dadurch gewiß befleckt und nimmt geistlichen Schaden. Darum laßt uns wachsam sein und auch die Menschen um uns herum vor solchen dämonisch inspirierten Legendenbüchern warnen!
Wir veröffentlichen zur Orientierung und Warnung auf dieser Webseite die Buchbesprechung von Wolfgang Bühne, die in ihrer Einschätzung zurückhaltender ist, aus der aber dennoch deutlich wird, was in diesem Buch steckt.
Zur Buchbesprechung von Wolfgang Bühne über "Die Hütte"
(veröffentlicht in fest und treu 3/2009; Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Redaktion)
Rudolf Ebertshäuser www.das-wort-der-wahrheit.de 22. 2. 2010
Januar / Februar 2010
CVJM beschäftigt Emerging-Church-Anhänger als Programmreferent
Die meisten modernen Evangelikalen haben die Warnungen vor den Irrlehren der Emerging Church in den Wind geschlagen, wenn sie überhaupt zur Kenntnis genommen wurden. Wer die Entwicklungen in diesen Kreisen etwas verfolgt, bemerkt, daß Vordenker und Sprecher der Emerging Church von führenden evangelikalen Persönlichkeiten und Verbänden hofiert werden – wie im November 2009 Shane Claiborne auf der Strategie- und Schulungskonferenz der Chrischona-Gemeinden in Bettingen.
Seit 4. Mai 2009 ist Daniel Rempe, der mit der vom New Age beeinflußten "Evangelistin" und Emerging-Church-Verfechterin Christina Brudereck schon länger beim CVJM-Projekt e/motion zusammenarbeitete, in eine führende Position als hauptamtlicher CVJM-Mitarbeiter tätig. Er wurde laut idea-Meldung vom 13. 05. 2009 zum Programmreferenten des CVJM-Gesamtverbandes berufen. Rempe verantwortet nun in dieser Funktion missionarische Projekte und Publikationen und koordiniert die umfangreiche Arbeit dieses größten christlichen Jugendverbandes in Deutschland unter Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien.
Rempe trat zuvor schon als Koordinator der unbiblischen „Micha-Initiative“ für das falsche "soziale Evangelium" ein, das heute die biblische Errettungsbotschaft ersetzen soll. Er bekannte seine Verbundenheit mit der Emerging-Church-Strömung durch zwei Beiträge in dem Buch „ZeitGeist“, einem Manifest der deutschsprachigen Emerging-Church-Bewegung.
Rudolf Ebertshäuser Januar 2010 www.das-wort-der-wahrheit.de
Dazu können Sie auf dieser Webseite lesen:
Wohin führt die Emerging Church? Die neue Verführungsströmung unter den Evangelikalen
Die Emerging-Church-Strömung im deutschsprachigen Raum
[Die ursprüngliche Notiz über den Vortrag von Prof. Eckstein bei der SMD wurde gelöscht. Siehe die Neufassung unter Februar 2010]
Joyce Meyer – eine charismatische Fernsehpredigerin bewegt die evangelikalen Gemüter
Für viele moderne Evangelikale, die die biblischen Maßstäbe der Heiligung längst hinter sich gelassen haben, ist das Fernsehen offensichtlich zur lieben Gewohnheit geworden. Wer sich als Christ vor den Vorläufer des „sprechenden Bildes“ setzt, hat wohl auch das Bedürfnis, öfters mal „etwas Christliches“ zu sehen. Das Problem dabei ist, daß im „christlichen“ Fernsehen praktisch nur Verführer und biblisch ungesunde Leute auftreten, etwa Robert Schuller mit seiner „hour of power“, oder eben Joyce Meyer, die erfolgreiche amerikanische Fernsehpredigerin, die offensichtlich auch die Herzen vieler evangelikaler Zuschauer im deutschsprachigen Raum erobert hat.
Als nämlich idea-Reporter Karsten Huhn einen maßvoll kritischen Bericht über einen Auftritt Joyce Meyers in Basel veröffentlichte, da hagelte es geradezu wütende Leserbriefe. Der Reporter hatte es gewagt, einige der fleischlichen, plumpen Verführungssprüche Meyers zu kritisieren sowie den schamlosen Reichtum und Mißbrauch von Spendengeldern, den diese geschäftstüchtige Dame betreibt und der inzwischen die US-amerikanischen Steuerbehörden beschäftigt. Offensichtlich sind aber viele idea-Leser so sehr angetan von der Kost, die Meyer ihnen serviert, daß sie alle solchen Bedenken beiseitewischen.
Daß Meyer dreist behauptet, Gott habe sie berufen, das Wort Gottes zu lehren (im direkten Gegensatz zu 1. Timotheus 2,9), stört offenkundig fast niemanden mehr. Daß sie eine extremcharismatische Irrlehrerin ist, die das falsche Wohlstandsevangelium verkündet, spielt auch keine Rolle. Hauptsache sie sagt Dinge, die süß in den empfindlichen Ohren der Zuhörer klingen und ihr Ichleben aufpäppeln. Und das verstehen die modernen Fernsehprediger, die Nachkommen der falschen Propheten im Volk Israel, alle vorzüglich.
"Der Prophet, der einen Traum hat, der erzähle den Traum; wer aber mein Wort hat, der verkündige mein Wort in Wahrheit! Was hat das Stroh mit dem Weizen gemeinsam? spricht der HERR. Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert? (...) Siehe, ich komme über diejenigen, spricht der HERR, die Lügenträume weissagen und sie erzählen und mit ihren Lügen und ihrem leichtfertigen Geschwätz mein Volk irreführen, während ich sie doch nicht gesandt und ihnen nichts befohlen habe, und sie diesem Volk auch gar nichts nützen! spricht der HERR." (Jeremia 23,28-32)
Rudolf Ebertshäuser Januar 2010 www.das-wort-der-wahrheit.de
Massenbekehrungen per Internet?
In idea spektrum 3/2010 war zu lesen, daß laut der modern-evangelikalen Missionsgesellschaft „Campus für Christus“ sich im Jahr 2009 mehr als 10 Millionen Menschen über das Internet bekehrt hätten. Man habe sich 5 Millionen Entscheidungen für Christus zum Ziel gesetzt. Bei dem Artikel befand sich eine Abbildung einer Internetseite, in der ein kurzes, oberflächliches „Entscheidungsgebet“ wiedergegeben ist. Den „Suchenden“ wird versprochen, daß „Jesus“ nach dem Sprechen des Gebets „in ihr Leben kommen“ wird. Von Sündenerkenntnis, Buße und klarer Verkündigung des biblischen Evangeliums ist nichts zu sehen. Aber dann gibt es einen großen Button zum Anklicken: „JA, ich habe das Gebet gebetet“. Offensichtlich wird jeder, der diesen Button anklickt, als „Bekehrter“ gezählt.
Wir sehen hier, wie der religiöse Betrug immer weiter fortschreitet. Die evangelikalen „Evangelisationsstrategen“ mit ihren anmaßenden Planvorgaben für Bekehrungen (5 Millionen!) und ihren immer oberflächlicheren Methoden, falsche Entscheidungen zu produzieren, richten weit mehr Schaden an, als irgendwelcher Nutzen möglich wäre. Dabei geht es nicht darum, daß das Internet als Mittel zur Evangeliumsverkündigung grundsätzlich abzulehnen wäre. Nein, eine wirklich biblisch fundierte Verkündigung des wahren Evangeliums im Internet ist wünschenswert, denn dort können heute viele Menschen wirksam erreicht werden. Etwas ganz anderes ist es aber, „Entscheidungen“ per Mausklick zu produzieren, als handele sich um eine Warenbestellung oder eine Abstimmung.
Es ist unverantwortlich, auf solche Weise die folgenschwere, lebensentscheidende Bekehrung zu Jesus Christus, die doch nur der Geist Gottes wirken kann, auf das Niveau einer Kaufentscheidung für ein Parfüm herabzusetzen. Eine echte Bekehrung und Wiedergeburt ist die Frucht des verborgenen Wirkens des Geistes Gottes und des Wortes Gottes im Herzen eines Menschen. Dabei läßt sich Gott oft lange Zeit, bis die Entscheidung wirklich gereift ist und Er sie auch anerkennen und durch die Wiedergeburt besiegeln kann. Wenn der Mensch nicht durch das Wort Gottes von seiner Sündhaftigkeit und Verlorenheit gründlich überführt und bereit zur Buße ist, dann bewirkt seine oberflächliche, auf Gefühlsimpulsen beruhende "Entscheidung" und ein nachgesprochenes "Übergabegebet" auch nicht die ewige Errettung, sondern läßt den alten Menschen unverändert, nur daß eine äußere Lackschicht religiöser Täuschung aufgetragen wurde.
Wieviele von diesen 10 Millionen wiegen sich nun in der irrigen Gewißheit, sie seien durch ein seichtes „Gebet“, zu dem sie nur den richtigen Button anklicken mußten, nun Christen und kämen in den Himmel, während sie immer noch unterwegs zur Hölle sind? Wieviele meinen nun wohl, sie müßten sich nicht mehr bekehren und seinen schon Kinder Gottes? Wir wird die Frucht einer solchen „Evangelisation“ vor den unbestechlichen Augen des heiligen Gottes bestehen können?
Wie anders war dagegen die Evangeliumsverkündigung des Apostels Paulus, der in der Furcht Gottes um die echte Bekehrung von Seelen rang:
"... daß ich dem Herrn diente mit aller Demut, unter vielen Tränen und Anfechtungen, die mir widerfuhren durch die Nachstellungen der Juden; und wie ich nichts verschwiegen habe von dem, was nützlich ist, sondern es euch verkündigt und euch gelehrt habe, öffentlich und in den Häusern, indem ich Juden und Griechen die Buße zu Gott und den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus bezeugt habe. (...) Darum bezeuge ich euch am heutigen Tag, daß ich rein bin von aller Blut. Denn ich habe nichts verschwiegen, sondern habe euch den ganzen Ratschluß Gottes verkündigt" (Apg 20,19-21.26-27).
Rudolf Ebertshäuser Januar 2010 www.das-wort-der-wahrheit.de
Dazu können Sie auf dieser Webseite lesen:
Grundzüge biblischer Evangeliumsverkündigung
Dezember 2009
Jahr der Stille 2010 –
Mystik und Meditation statt Beten und Bibellesen
Das Jahr 2010 ist zum „Jahr der Stille“ erklärt worden. Über 50 Verbände, Werke und Gemeinden haben sich zusammengeschlossen, um in der christlichen Öffentlichkeit dafür zu werben, in diesem Jahr besonders die Stille zu suchen.
Zum Trägerkreis dieser Initiative gehören einflußreiche evangelikale Werke und Verbände wie die Evangelische Allianz in Deutschland, Gnadauer Gemeinschaftsverband, Bund Freier Evangelischer Gemeinden, Jugendverband EC, Willow Creek Deutschland, „Kirche mit Vision“ Deutschland, Campus für Christus, die Navigatoren, der Bibellesebund u.a.m.
Was ist von dieser Initiative zu halten? Zunächst einmal knüpfen die Befürworter des „Jahres der Stille“ an zutreffende Beobachtungen an. Zu recht weisen sie darauf hin, daß die meisten Menschen heute gehetzt und getrieben werden von viel zu vielen Beschäftigungen, daß sie durch den Druck der Arbeit und der Alltagsaktivitäten kaum noch zur Ruhe und Besinnung kommen und überflutet werden mit zu vielen Informationen und Impulsen.
Und doch können bibeltreue Christen diese Initiative nicht begrüßen. Aus den offiziellen Materialien für das „Jahr der Stille“ wird deutlich, daß hier nicht die biblische Begegnung mit Gott in der Stille gefördert wird. Vielmehr wird unter evangelikalen Christen für heidnische Meditation und katholische Mystik geworben. Man redet von „Hilfen, um in die Stille zu finden“; was aber angeboten wird, stammt aus dem Repertoire buddhistisch-heidnischer Meditationstechniken, z.B. auf den eigenen Atem zu achten und mithilfe des Atems symbolisch Negatives „auszuatmen“ und Positives „einzuatmen“, ständig wiederholte Atemgebete sowie Rituale (eine Kerze entzünden, besonderer Körperhaltungen).
Das alles dient dazu, den Meditierenden in einen tranceähnlichen veränderten Bewußtseinszustand zu bringen, wo er dann Erlebnisse mit Geistern machen kann, die als „Gegenwart Gottes“ oder „Reden Gottes“ angepriesen werden. Auch die eingebauten Elemente katholisch-orthodoxer Mystik (Wüstenväter, Ignatius) sind keineswegs „christlich“ oder für Gläubige unbedenklich. Sie sind ebenfalls okkulte Wege zur Kontaktaufnahme mit trügerischen Geistern, die sich als „Gott“ ausgeben. Die ganze Vorstellung von „Stille“, die dieser Kampagne zugrundeliegt, ist heidnisch-mystisch geprägt und nicht biblisch begründet,
Wir brauchen als Gläubige gewiß mehr Zeit, um vor Gott stille zu werden und über dem Wort Gottes nachzusinnen und auch, um Gott im Gebet zu suchen. Aber dazu wollen wir nicht unser Bewußtsein entleeren, nicht „uns selber spüren“; wir wollen nicht Kerzen entzünden oder auf unseren Atem achten. Wir haben im Geist unmittelbaren Zugang zu Gott im himmlischen Heiligtum. Wir dürfen unsere Gebete und Bitten kindlich im Glauben vor Gott aussprechen, anstatt beständig Mantraformeln vor uns hinzumurmeln. Es ist gut, wenn wir uns mehr Zeit nehmen, in Gottes Wort zu lesen und Ihn zu bitten, durch Sein Wort zu uns zu reden. Wir wollen uns aber hüten, auf irgendwelche „innere Stimmen“ und angebliches „Reden Gottes“ durch mystische Erlebnisse zu warten.
Die neue Aktion bringt nur Verführung und eine weitere Irreleitung der Evangelikalen hin zur katholischen Kirche und ihrer falsche Religion. Hier wird an dem Ausbau der babylonischen Endzeitkirche mitgewirkt, anstatt echtes Glaubensleben zu fördern. Alle wahren Gläubigen tun gut dran, diese Aktionen zu meiden – und auch die Kirchen und Werke, die solche ökumenischen Verführungskampagnen fördern und in ihren Reihen durchführen.
Rudolf Ebertshäuser Dezember 2009 www.das-wort-der-wahrheit.de
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Mystische Spiritualität als Brücke zum New Age und Katholizismus
"Jahr der Stille" 2010: Türöffner für Mystik und heidnische Meditation
[ausführlichere Stellungnahme mit zahlreichen aufschlußreichen Zitaten]
Emerging Church, Mystik, Lästerung –
Willow Creek Deutschland bietet Verführungsbücher an
Auf der Webseite von Willow Creek Deutschland (willowcreek.de) werden im Webshop eine große Zahl verführerische Bücher angeboten, die deutlich machen, wie eng die Willow-Creek-Bewegung, die unter den heutigen Evangelikalen großes Ansehen genießt, mit den viel weiterreichenden aktuellen Abfallstendenzen der heutigen Christenheit verbunden ist.
Man findet dort den Bestseller „Die Hütte“ empfohlen und beworben – ein übles Machwerk, das den Gott der Bibel durch eine New-Age-Fälschung ersetzt und viele Gotteslästerungen enthält. Ebenfalls wird die lästerliche „Volxbibel“ in mehreren Ausgaben angeboten, die eine völlig verfälschte Vorstellung von Gott und Seinem Wort enthält und schlimmes Jugendslang-Vokabular einsetzt.
Besonders schwerwiegend ist auch, daß zahlreiche (mindestens 15!) auf Deutsch erschienene Bücher der Emerging-Church-Strömung angeboten werden – zwei Titel des radikalen Sprechers der Bewegung Brian McLaren ebenso wie Bücher von Dan Kimball, Rob Bell, M. Frost/A. Hirsch, vier Titel von Erwin R. McManus sowie die deutschen EMC-Autoren Tobias Faix (u.a. die programmatischen Bücher der deutschen EMC ZeitGeist und ZeitGeist2) sowie vier Titel von Johannes Reimer.
Auch geistesverwandte Autoren wie Tony Campolo und John Eldregde werden angeboten. Man findet das pfingstlerische Legendenbuch "Heavenly Man" ebenso wie zwei Bücher der Charismatikerin Astrid Eichler und einen Titel des Charismatikers Martin Bühlmann; außerdem Bücher der religionsvermischenden Mystiker Henri Nouwen, Dallas Willard und Richard Foster.
Sehr viele dieser irreführenden Titel wurden von der Edition Aufatmen im R. Brockhaus Verlag veröffentlicht; zahlreiche Verführungsbücher dieser neuen Welle kommen auch aus dem Brunnen Verlag sowie von Gerth Medien (inzwischen ja Teil des weltlichen Bertelsmann-Konzerns) und dem Francke Verlag. Sie alle arbeiten nun schon einige Jahre eifrig an der Verbreitung dieses geistlichen Gifts.
Auch die zur katholischen Mystik und esoterischen Meditationstechniken verführenden neuen Bücher zum „Jahr der Stille“ finden sich bei Willow Creek – zusammen mit einer Meditationshilfe "Raum der Stille / Church to go", einem aufklappbaren Holzkästchen mit Kerze und Kreuzmotiv, das auch unterwegs Stilleübungen und Versenkung ermöglichen soll. Der Trend zu Stille wird von Willow Creek auch in USA gefördert – einer der Buchtitel für das "Jahr der Stille" stammt von Bill Hybels selbst und hat den Titel "Aufbruch zur Stille".
Hier wird offenbar, daß zwischen der vordergründig noch etwas „gemäßigter“ und „evangelikaler“ auftretenden Willow-Creek-Bewegung und den radikalen Bewegungen der Emerging Church und der "Neuen Spiritualität", die sich zunehmend offen vom biblischen Glauben abwenden, eine enge Geistesverwandtschaft und auch praktische Zusammenarbeit existiert – wer bei der einen Verführungsströmung mitmacht, wird in die nächste, noch bösartigere hineingezogen.
Rudolf Ebertshäuser Dezember 2009 www.das-wort-der-wahrheit.de
Zu diesem Artikel Hintergrundmaterial ansehen:
Wohin führt die "Emerging Church"? Die neue Verführungsströmung unter den Evangelikalen
Eine biblische Beurteilung der Emerging Church
Die „christlichen Bestseller“ im Dezember 2009
Nach einer Meldung von idea befinden sich folgende Bücher unter den am meisten verkauften Titeln des Monats Dezember 2009: An erster Stelle steht W. P. Youngs gotteslästerlicher Roman „Die Hütte“ (schon im Vormonat Platz 1). Es ist erschreckend, daß gerade dieses Buch, das den Gott der Bibel verleugnet und durch eine schlimme Karikatur ersetzt, besonderen Erfolg hat.
Auf Platz 2 steht das Buch des Allianzvorsitzenden J. Werth zum „Jahr der Stille“: „Pssst…“. Darauf folgen die moderne Übertragung des NT durch Roland Werner, ein Buch der geschiedenen liberal-ökumenischen EKD-Ratsvorsitzenden Käßmann: „In der Mitte des Lebens“; auf Platz 6 rangiert der betrügerische Sensationsbericht „90 Minuten im Himmel“ und auf Platz 9 ein weiterer Titel zum Jahr der Stille, Werner/Pache: „Stille“.
Man wird erinnert an das Wort aus 2. Timotheus 4,3-4: „Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Legenden zuwenden.“
Rudolf Ebertshäuser Dezember 2009 www.das-wort-der-wahrheit.de