Für den überlieferten Glauben kämpfen.
Eine Auslegung von Judas 1,3-4

 
 
 
Geliebte, da es mir ein großes Anliegen ist, euch von dem gemeinsamen Heil zu schreiben, hielt ich es für notwendig, euch mit der Ermahnung zu schreiben, daß ihr für den Glauben kämpft, der den Heiligen ein für allemal überliefert worden ist. Es haben sich nämlich etliche Menschen unbemerkt eingeschlichen, die schon längst zu diesem Gericht aufgeschrieben worden sind, Gottlose, welche die Gnade unseres Gottes in Zügellosigkeit verkehren und Gott, den einzigen Herrscher, und unseren Herrn Jesus Christus verleugnen.
 
 
Der Briefeinleitung folgt sogleich die Kernaussage des Briefes, eine eindringliche Warnung und Ermahnung, angesichts des verderblichen Wirkens von Verführern in den Gemeinden entschlossen für das christliche Glaubensgut zu kämpfen. Diese Ermahnung ist von liebevoller Besorgnis des Schreibers um die Briefempfänger geprägt, die er in ernster geistlicher Gefahr sieht.
 
Der Geist Gottes zeigt sehr klar, daß angesichts der Bedrohung durch eingeschlichene Verführer sehr viel für die Gläubigen auf dem Spiel steht. Sie können den verderblichen Einfluß der Verführer nicht ignorieren oder durch entgegenkommende Zugeständnisse abmildern. Sie sind herausgefordert, zu kämpfen, sich mit ganzer Kraft und Entschlossenheit für den infrage gestellten überlieferten Glauben einzusetzen, ihn zu verteidigen und dabei den Verführern keinen Moment nachzugeben, so wie wir es auch am Vorbild des Apostels Paulus sehen, das einen direkten Bezug zu unseren Versen hat:
 
Was aber die eingeschlichenen falschen Brüder betrifft, die sich hereingedrängt hatten, um unsere Freiheit auszukundschaften, die wir in Christus Jesus haben, damit sie uns unterjochen könnten - denen gaben wir auch nicht eine Stunde nach, daß wir uns ihnen unterworfen hätten, damit die Wahrheit des Evangeliums bei euch bestehen bliebe. (Gal 2,4-5)
 
 
Jud 1,3            Geliebte, da es mir ein großes Anliegen ist1, euch von dem gemeinsamen Heil2 zu schreiben, hielt ich es für notwendig3, euch mit der Ermahnung4 zu schreiben, daß ihr entschieden für den Glauben5 kämpft6, der den Heiligen ein für allemal überliefert worden ist7.
 
pasan spoudèn poioumenos = da ich allen Eifer darauf verwende / als ich mich mit allem Fleiß daranmachte (Jantzen) / da es mir ein großes Anliegen ist
koinès sòterias = von dem gemeinsamen / gemeinschaftlichen Heil / Errettung
anankèn eschon = w. hatte / erhielt ich die Notwendigkeit = hielt ich es für eine Notwendigkeit / sah ich mich genötigt / fühlte ich mich gedrungen
parakaleò Part = w. euch zu schreiben, indem ich euch ermahne
5  tè pistei = für den Glauben (das Glaubensgut, die Glaubenslehre)
ep-agònizomai = gründlich / entschieden / mit Ernst zu kämpfen / ringen (agònizomai = im Wettkampf oder kriegerisch kämpfen), und zwar beständig (Präsensform)
hapax para-dotheisè = für den einmal / ein für allemal überlieferten /übergebenen / hinterlassenen Glauben
 
V. 3: Judas berichtet zunächst, wie es zu dem unerwarteten und ernsten Warnbrief gekommen ist, den er seinen geliebten Brüdern und Schwestern schreibt. Er stand wohl mit ihnen schon länger in Verbindung, kannte sie wohl auch persönlich durch Besuche. Vielleicht kannten sie ihn eher als Verkündiger des Evangeliums; zumindest schien er damit zu rechnen, daß sie über den Inhalt des Briefes verwundert waren.
 
Er bezeugt ihnen, daß er mir Eifer sich darangemacht hatte, einen Brief über ein ganz anderes Thema zu schreiben, als der Herr ihn bewegte, den vorliegenden Brief zu verfassen. Er wollte von dem „gemeinsamen Heil“ schreiben, von der wunderbaren Errettung, die alle Gläubigen in Christus, Juden wie Heiden, empfangen haben. Das ist ein schönes, auferbauendes Thema, mit dem wir uns immer wieder befassen sollten und das unseren Glauben stärkt und vertieft. Doch für den Augenblick, so verstehe ich das mit vielen Auslegern, sah sich Judas genötigt, dieses Thema zurückzustellen und über einen weitaus weniger erbaulichen Gegenstand zu schreiben.
 
Es ist zu vermuten, daß Judas aus den betroffenen Gemeinden Nachricht von dem Auftreten der Irrlehrer erhalten hatte. Vom Heiligen Geist geleitet, empfand er innerlich die Notwendigkeit, den Drang, die Gläubigen deswegen zu warnen, und stellte darum seine erbauliche Abhandlung erst einmal zurück. Es wurde ihm sehr wichtig, sie zu ermahnen, daß sie entschlossen für den überlieferten Glauben kämpfen sollten.
 
 
Die Wichtigkeit des Kampfes für den Glauben
 
Das beinhaltet auch eine Lehre für uns Gläubige heute. Es ist offenkundig, daß insgesamt gesehen die auferbauende Beschäftigung mit dem Herrn Jesus Christus, Seinem Heil und Seinen Lehren der absolute Schwerpunkt unseres persönlichen wie auch gemeindlichen geistlichen Lebens sein sollte. Es wäre falsch, wenn die Gläubigen sich in der Endzeit nur noch oder den größten Teil ihrer Zeit mit Irrlehren und dem Niedergang der Gemeinde beschäftigen würden.
 
Aber genauso falsch und geradezu verderblich ist die Auffassung, man brauche sich gar nicht mit Verführungslehren und dem Wirken falscher Apostel, Propheten und Lehrer beschäftigen; das würde nur ablenken und die Gläubigen schädigen. Das ist nicht wahr, und ein solcher unbiblischer und ungeistlicher Standpunkt trägt dazu bei, daß sich verführerische Lehren und Strömungen ungehindert in gewissen Kreisen ausbreiten können.
 
Die Warnung vor Verführern und die inhaltliche Auseinandersetzung mit fundamentalen falschen Lehren sind notwendig und gehören zu dem uns von Gott aufgetragenen Kampf für den Glauben dazu. H. L. Heijkoop, ein bereits heimgegangener Bibellehrer der exklusiven Brüderversammlungen, bemerkt dazu:
 
Wenn Satan durch seine Handlanger in die Versammlung eingedrungen ist und sich damit beschäftigt, das Fundament der Wahrheit zu unterwühlen und zu verderben, ist es nutzlos, über Auferbauung zu sprechen. In solchen Zeiten ruft Gott zum Kampf, und nur im Kampf kann Sein Werk dann getan werden. Judas wollte über Dinge schreiben, die allezeit trostreich und süß für das Herz der Gläubigen sind, aber die Umstände riefen zum Alarm, zu ernstem Wachen. Das ist niemals angenehm für alle! Schüchterne Seelen sind immer beim kleinsten Anzeichen von Widerspruch erschrocken. Sie decken lieber alles zu. Sie setzen sich für Nachgeben ein und fürchten die Gefahr des Kampfes für die Seelen.
 
Aber ist das Liebe zu den Seelen, und vor allem, ist das Liebe zu Gott, das Feld vor den Feinden zu räumen, wenn die Wahrheit des Christentums auf dem Spiels steht? (…) Wenn Gott zum Kampf ruft, ist es nichts als größte Selbstsucht, sich beiseite zu stellen unter dem Vorwand, die Gläubigen beschützen zu wollen (siehe Richter 6,16.17.23). In Nehemia 4 lesen wir, daß die Bauleute mit einer Hand bauten und mit der anderen Hand das Schwert festhielten. Und der, „der in die Posaune stieß“, war neben Nehemia. Wenn sie ertönte, mußte das Werk des Aufbauens und Verbesserns der Mauern aufhören, und alle waren aufgerufen, in Abhängigkeit von dem Herrn sich dem Feind zu stellen.
 
Die Wichtigkeit einer solchen Warnung und Auseinandersetzung wird durch den Judasbrief eindrücklich unterstrichen. Judas wollte eigentlich eine erbauliche Abhandlung schreiben, sah sich aber vom Herrn genötigt, diese zurückzustellen, weil in der vorliegenden Situation, als Irrlehrer in die Gemeinden eindrangen, die Warnung vor dieser Gefahr wichtiger war. Die heute unter den Evangelikalen verbreitete Ablehnung jeglicher Warnung und Aufklärungsarbeit gleicht der verantwortungslosen Haltung eines Hirten, der sich weigert, einzugreifen, wenn Wölfe seine Herde plündern, und sich stattdessen auf die Suche nach einer schönen neuen Wiese macht.
 
 
Das Vorbild des Herrn und der Apostel im Kampf für den Glauben
 
Wir finden, wenn wir das Neue Testament daraufhin untersuchen, daß der Herr Jesus sich ausgiebig mit den falschen Lehren und Traditionen der damaligen Juden, besonders der Pharisäer, auseinandergesetzt hat und sie mit den schärfsten Worten bloßstellte (vgl. u.a. Matthäus 23; Mt 16,12). Die Apostelbriefe haben ihre auferbauenden Lehren vielfach in der gründlichen Auseinandersetzung mit falschen Lehren entfaltet; das gilt besonders für den Galaterbrief, den Kolosserbrief, die Timotheusbriefe, Titus und Hebräer, den zweiten Petrusbief, den Judasbrief und die Johannesbriefe.
 
Ja, der entschlossene Kampf für das überlieferte biblische Glaubensgut ist eine Notwendigkeit, eine göttliche, geistliche Notwendigkeit. Sie ist uns auferlegt von dem gnädigen, liebenden großen Hirten der Schafe, von unserem Herrn Jesus. Er selbst ermahnt uns durch den Judasbrief, diesen Kampf treu und entschieden auszukämpfen.
 
Judas steht also keineswegs allein, wenn er uns mahnt, entschieden, entschlossen und beständig für den Glauben zu kämpfen. Das Tätigkeitswort ep-agònizesthai ist eine durch die Vorsilbe verstärkte Form von agònizomai. Dieses von agòn (= Festplatz, Kampfbahn, Wettkampf, allg. Kampf, Streit) abgeleitete Wort, das ursprünglich den mit letztem Einsatz geführten sportlichen Wettkampf bezeichnet (vgl. 1Kor 9,25), wird vielfach ganz allgemein für ein ernstliches Kämpfen verwendet, im NT vorwiegend im geistlichen Sinn (so in 1Tim 6,12: „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens“; vgl. auch Lk 13,24; Joh 18,36; Kol 1,29; 4,12; 2Tim 4,7).
 
In einem solchen geistlichen Kampf mit dem Irrtum darf es kein Zurückweichen geben, keine faulen Kompromisse, keine diplomatischen Stillhalteabkommen. Es geht um die Ehre und die Wahrheit Gottes, die auf dem Spiel stehen und von den Verführern angetastet werden. Und es geht um das geistliche Wohl und Gedeihen kostbarer Seelen, bluterkaufter Schafe aus der Herde des Herrn, die drohen, an giftigen Lehren Schaden zu nehmen und von reißenden Wölfen verschlungen zu werden.
 
Ein solcher entschiedener Kampf ist nicht lieblos, wie fleischliche Christen und evangelikale Führer oftmals behaupten, sondern er ist Ausdruck der Liebe Gottes zu Seinen kostbaren Kindern, er wird letztlich motiviert vom Erbarmen des Herrn über die irregeführten, mißhandelten und zerstreuten Schafe, die von untreuen Hirten schlecht geweidet werden (vgl. Hesekiel 34).
 
Er ist auch Ausdruck unserer Liebe zu unserem Herrn und Erlöser, dessen Werk die Verführer antasten und zerstören wollen. Er spaltet und belastet die Gemeinde nicht, wie häufig unterstellt wird, sondern, wenn er richtig geführt wird, bewahrt er sie, stärkt ihre Widerstandskraft, festigt ihre Glaubensüberzeugung und reinigt sie, indem er die Spreu von Weizen trennt.
 
 
Was bedeutet der „überlieferte Glaube“?
 
In Judas 1,3 wird der Begriff „Glauben“ nicht für das subjektive Vertrauen des Menschen auf Gott und Sein Wort verwendet, sondern für das, was geglaubt wird, für das Glaubensgut der Christen, das in den inspirierten Schriften des Neuen Testaments der Gemeinde ein für allemal überliefert ist. So verstehen es praktisch alle bibeltreuen Ausleger, und nur so macht die Aussage des Judas überhaupt Sinn.
 
Auch an anderen Stellen, ziemlich eindeutig in Phil 1,27, wahrscheinlich auch in Gal 1,23, Eph 4,5, Kol 2,7, trägt der Begriff „Glauben“ diese objektive Bedeutung „Glaubensgut“. Dieses Glaubensgut ist das Fundament des Glaubens; wird es angetastet und in Frage gestellt, dann wankt der Glaube des Einzelnen und kann Schiffbruch erleiden. Eben deshalb müssen wir so entschlossen gegen jede Verfälschung oder Relativierung dieses Glaubensgutes kämpfen. Ähnlich drückt es der Apostel Paulus aus:
 
Nur führt euer Leben würdig des Evangeliums von Christus, damit ich, ob ich komme und euch sehe oder abwesend bin, von euch höre, daß ihr fest steht in einem Geist und einmütig miteinander kämpft (athleo) für den Glauben des Evangeliums und euch in keiner Weise einschüchtern laßt von den Widersachern, was für sie ein Anzeichen des Verderbens, für euch aber der Errettung ist, und zwar von Gott. (Phil 1,27-28)
 
Dieser Glaube wurde uns „überliefert“, und das bedeutet hier: von Gott übergeben und anvertraut durch den Dienst der heiligen Apostel und Propheten. Das Glaubensgut des Christen ist nicht die Erfindung von Menschen, wie wir in 2Pt 1,19-21 und anderen Stellen eindrücklich gesagt bekommen. Es besteht in inspirierten heiligen Schriften, die Gott Seinen auserwählten, heiligen Boten anvertraut hat, damit sie sie an die Menschen weitergeben.
 
Diese Art von göttlicher „Überlieferung“ ist heilig und vollkommen; wehe uns, wenn wir sie mißachten! Sie hat nichts zu tun mit den leeren und oftmals irrtümlichen Überlieferungen der Menschen, die von Gottes Wort öfters getadelt werden (vgl. Mt 15,2-3; Mk 7,8-9; Kol 2,8). Es geht hier um die inspirierte apostolische Überlieferung, der wir Gehorsam schulden (vgl. die verwandte Formulierung in 2Pt 2,21: „von dem ihnen überlieferten heiligen Gebot“).
 
Ich lobe euch, Brüder, daß ihr in allem an mich gedenkt und an den Überlieferungen festhaltet, so wie ich sie euch übergeben habe. (1Kor 11,2)
 
Ich erinnere euch aber, ihr Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, durch das ihr auch gerettet werdet, wenn ihr an dem Wort festhaltet, das ich euch verkündigt habe - es sei denn, daß ihr vergeblich geglaubt hättet. Denn ich habe euch zu allererst das überliefert, was ich auch empfangen habe, nämlich daß Christus für unsere Sünden gestorben ist, nach den Schriften … (1Kor 15,1-3)
 
So steht denn nun fest, ihr Brüder, und haltet fest an den Überlieferungen, die ihr gelehrt worden seid, sei es durch ein Wort oder durch einen Brief von uns. (2Thess 2,15)
 
Wir gebieten euch aber, Brüder, im Namen unseres Herrn Jesus Christus, daß ihr euch von jedem Bruder zurückzieht, der unordentlich wandelt und nicht nach der Überlieferung, die er von uns empfangen hat. (2Thess 3,6)
 
 
Die Überlieferung unseres Glaubensgutes durch die Apostel
 
Das von Gott geoffenbarte Glaubensgut wurde uns „ein für allemal“ überliefert. Dieser Ausdruck bekräftigt die Einmaligkeit und Unabänderlichkeit der göttlichen Schriftoffenbarung, die nicht beliebig weiter fortgesetzt wird, sondern mit dem Buch der Offenbarung ihren Abschluß fand. Niemand kann sich anmaßen, zu den inspirierten Worten des Neuen Testaments noch irgend etwas hinzuzufügen, was genauso geglaubt werden müsse.
 
Dieser Anmaßung sind sowohl die Irrlehrer der römischen Kirche wie auch der Pfingst- und Charismatischen Bewegung und aller möglichen Sekten verfallen (Adventisten, Mormonen, Zeugen Jehovas usw.). Dagegen ist es das Bekenntnis der Reformatoren und aller bibeltreuen Kinder Gottes, daß allein die Heilige Schrift die verbindliche Norm des Glaubens und Lebens darstellt. Henry Ironside betont dies:
 
Man kann sofort erkennen, daß dieser einfache Ausdruck [„ein für allemal“ - RE] alle anmaßenden Behauptungen von neuen Propheten, Sehern und Offenbarern zurückweist. Die Ansprüche der endzeitlichen Schwärmer, die kühn verkünden, sie seien von Gott gesandt, um etwas zu Seinen Worten hinzuzufügen, sind das Gegenteil von Gottesfurcht.
 
Wenn auch die Zeichen und Wunder, die solche Anmaßungen begleiten, so bemerkenswert sein mögen wie diejenigen des Antichristen, der noch kommen wird, so wendet sich doch der aufrichtige Gläubige von ihnen allen ab und ruft mit heiliger Zuversicht aus: „Der Glaube ist ein für allemal geoffenbart worden. Weder Anmaßung noch Wunder werden mich dazu verleiten, irgendwelche Hinzufügungen zu ihm anzunehmen!“ (…) Der ein für allemal überlieferte Glaube braucht weder Hinzufügungen von Engeln noch von Menschen. Er ist vollkommen und vollständig, und der Mensch Gottes wird alle anderen und neueren Offenbarungen zurückweisen.
 
Dieses inspirierte Glaubensgut wurde den Heiligen überliefert – nicht der Welt, nicht den Ungläubigen oder Scheingläubigen, sondern denen, die durch die Neugeburt von oben ewiges Leben empfingen und als Kinder Gottes für Gott geheiligt und ausgesondert sind. Die Heiligen, die wahren Gläubigen, haben es empfangen; nur sie können es wirklich verstehen und wertschätzen (vgl. 1Kor 2,12-15), und nur sie können es auch bewahren, verteidigen und in dieser verfinsterten Welt verkündigen.
 
Halte dich an das Muster der gesunden Worte, die du von mir gehört hast, im Glauben und in der Liebe, die in Christus Jesus ist! Dieses edle anvertraute Gut bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt! (2Tim 1,13-14)
 
Er aber sprach: Glückselig sind vielmehr die, die Gottes Wort hören und es bewahren! (Lk 11,28)
 
Ich gebiete dir vor Gott, der alles lebendig macht, und vor Christus Jesus, der vor Pontius Pilatus das gute Bekenntnis bezeugt hat, daß du das Gebot unbefleckt und untadelig bewahrst bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus (…) O Timotheus, bewahre das anvertraute Gut, meide das unheilige, nichtige Geschwätz und die Widersprüche der fälschlich so genannten »Erkenntnis«! (1Tim 6,13-14.20)
 
Glückselig ist, der die Worte der Weissagung liest, und die sie hören und bewahren, was darin geschrieben steht! Denn die Zeit ist nahe. (Offb 1,3)
 
 
Wir sind heute berufen, für den Glauben einzustehen!
 
Deshalb ist es auch so wichtig, daß wahre, in der Lehre und im Glauben gesunde Gläubige in jeder Generation das Wort Gottes bewahren und weitergeben in gesunden, wortgetreuen Bibelübersetzungen, und ernstlich darüber wachen, daß dieses kostbare Wort Gottes nicht von Ungläubigen und Irrlehrern verfälscht und angetastet wird. Wir dürfen die Bibel nicht ungläubigen Bibelübersetzern, bibelkritischen Wissenschaftlern, irregeführten Theologen oder weltlichen Verlagen überlassen. Es ist unsere Verantwortung, Gottes Wort rein und unverfälscht zu bewahren und den Gemeinden zur Verfügung zu stellen.
 
Das ist nicht nur die Verantwortung der führenden Brüder, der Ältesten, Lehrer und Diener des Wortes. Es ist auch die Verantwortung jedes einzelnen Gläubigen nach dem Maß seiner Befähigung und Reife. Wir können uns in dieser wichtigen Sache nicht nur auf die Führer verlassen; manche von ihnen haben hier traurig versagt. Das betont auch Henry Ironside: „Dieses Wort ist nicht nur an Führer gerichtet, sondern an alle, die in Jesus Christus berufen sind. Jeder einzelne ist in einer Zeit der Abkehr von der Wahrheit verantwortlich, ernstlich für alles zu kämpfen, das Gott geoffenbart hat.“
 
Wir haben uns viel Zeit genommen, diesen einen Vers genau zu betrachten. Das ist auch notwendig, damit sein Inhalt sich unseren Herzen einbrennt als ein dringender Auftrag Gottes gerade für die heutige allerletzte Zeit. Wir wollen nur noch ergänzen, daß Judas, der wahrscheinlich in erster Linie Evangelist war (vgl. 1Kor 9,5-6.14), uns auch darin ein Vorbild sein kann, daß er mutig und entschlossen warnte, als die Gefahr aufkam, anstatt sich in diplomatischen Andeutungen zu gefallen oder die Ausrede zu gebrauchen, das sei gar nicht seine Verantwortung.
 
Es ist offenkundig, daß Judas empfand, daß es niemand anderen gab, der hier einstehen und das tun konnte, was getan werden mußte. Er war ein Mann der mutig bereit war, ‚sich in den Riß zu stellen und dem großen Erzfeind Gottes mit der Wahrheit entgegenzutreten‘. Das war eine Aufgabe, die er sich nicht gewünscht hatte, aber er sah sich von Gott gerufen, in dieser Lage zu handeln.
 
 
Jud 1,4            Es haben sich nämlich etliche Menschen1 unbemerkt eingeschlichen2, die schon längst3 zu diesem Gericht4 aufgeschrieben worden sind5, Gottlose6, welche die Gnade unseres Gottes in Zügellosigkeit7 verkehren und Gott8, den einzigen Herrscher9, und unseren Herrn Jesus Christus verleugnen10.
 
tines anthròpoi = gewisse Leute (auch im abwertenden Sinn); einige / etliche Menschen
par-eis-dyò Aor = nebenbei / heimlich eindringen / sich einschleichen
palai = früher, vor langer Zeit, schon lange, längst; auch: einst, neulich
krima = Urteil, Verurteilung, Gericht
5  pro-graphò Part Perf Pass = vorher aufschreiben, vormerken, öffentlich aufschreiben
a-sebès Pl = Leute ohne Gottesfurcht, Frevler, Gottlose
aselgeia = Zügellosigkeit, Frechheit, Übermut, Ausschweifung
theon TR
despotès = Hausherr, Herr über Sklaven, Herrscher, Gebieter, Besitzer
10  arneomai = verneinen, verweigern, verleugnen, nicht anerkennen, verschmähen, sich lossagen von jd.
 
V. 4: Nun begründet Judas seine ernste Mahnung mit einer ebenso ernsten Warnung vor dem Werk gefährlicher Verführer in den Gemeinden. Wörtlich beginnt der Satz: „Heimlich eingeschlichen (par-eis-edysan) haben sich nämlich gewisse Leute“. Diese gottlosen Menschen sind nicht durch den Haupteingang gekommen, wie es ehrliche Leute tun, sondern haben sich unbemerkt durch einen Nebeneingang hereingestohlen oder sind durchs Fenster eingestiegen.
 
 
Das heimliche Werk des Widersachers und seiner Leute
 
Das erinnert uns an die Warnung unseres Herrn Jesus Christus: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht durch die Tür in die Schafhürde hineingeht, sondern anderswo hineinsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber“ (Joh 10,1). Ganz ähnlich warnt Petrus in 2Pt 2,1 davor, daß falsche Lehrer heimlich verderbliche Irrlehren in die Gemeinde einschleusen (par-eis-agò). Der Apostel Paulus bezeichnet solche Verführer in Gal 2,4 als heimlich eingeschleuste (par-erchomai) falsche Brüder, die unbemerkt in die Gemeinde eingedrungen waren.
 
Etwas Ähnliches wird in dem Gleichnis vom Weizen und dem Unkraut zum Ausdruck gebracht, wo der Feind heimlich nachts den täuschend ähnlichen Lolch unter den Weizen sät (vgl. Mt 13,24-30; 36-43). Der Satan und seine Werkzeuge arbeiten meist heimlich; sie scheuen das Licht und täuschen andere über ihr wahres Wesen und ihre Absichten, damit sie ihr böses Werk unbemerkt tun können.
 
Diese Leute werden bewußt nicht als „Heilige“ bezeichnet, sondern als „Menschen“, das deutet an, daß sie nie eine echte Neugeburt aus dem Geist erlebt haben. Sie sind, wie Judas später ausführt, „natürliche [Menschen], die den Geist nicht haben“ (V. 19). Deshalb haben sie sich auch nebenbei eingeschlichen, um ihr wahres Wesen vor den Heiligen zu verbergen.
 
Daß sie dies konnten, ist teilweise sicherlich auf eine mangelnde Wachsamkeit der Gläubigen zurückzuführen, insbesondere der Aufseher in den Gemeinden. Auf der anderen Seite bezeugt Apostelgeschichte 8, daß sogar in den apostolischen Anfängen der Gemeinde, unter den Augen des Evangelisten Philippus, Simon der Zauberer zunächst unentdeckt als Gläubiger mitlaufen konnte.
 
Der Widersacher arbeitet, wie wir schon sahen, zumeist verdeckt. Er schleust seine Werkzeuge heimlich in die Gemeinden ein; und er tarnt ihr wahres Wesen sorgfältig, so daß sie nach außen wie echte Gläubige wirken. Unser Herr sagt von den falschen Propheten:
 
Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind! (Mt 7,15)
 
Ganz ähnlich entlarvt der Apostel Paulus diese listige Taktik des Feindes:
 
Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die sich als Apostel des Christus verkleiden. Und das ist nicht verwunderlich, denn der Satan selbst verkleidet sich als ein Engel des Lichts. Es ist also nichts Besonderes, wenn auch seine Diener sich verkleiden als Diener der Gerechtigkeit; aber ihr Ende wird ihren Werken entsprechend sein. (2Kor 11,13-15)
 
 
Das gottlose Wesen der Verführer
 
Diese Leute werden im Verlauf des Verses als „Gottlose“ gekennzeichnet – eine Bezeichnung, die niemals für wahre Kinder Gottes gebraucht wird. Gottlose sind nicht wiedergeborene Menschen, die in Berührung mit dem Wort Gottes sind und sich womöglich als Christen bezeichnen, die aber keine Gottesfurcht haben, wie der griechische Begriff aussagt (a-sebès = der Mensch ohne Gottesfurcht, der Gottlose, der Frevler).
 
Gottlose sind Leute, die eine nur äußerliche Kenntnis Gottes und des heiligen Wortes haben, aber davon innerlich unberührt sind und deshalb vor dem Angesicht Gottes, im Heiligtum der Gemeinde bedenkenlos Gottes Wort verdrehen und übertreten (vgl. Ps 50,16-22). In diesem Sinn kann ein unwissender Heide und Götzendiener gar kein Gottloser oder Frevler sein, sondern nur jemand, der um Gott und Seine Ansprüche an uns Menschen bescheid weiß. Das Wesen des Gottlosen, der sehr fromm reden kann, aber Gott nicht gehorcht, wird sehr treffend im Psalm 50 geschildert:
 
Zu dem Gottlosen aber spricht Gott: »Was zählst du meine Satzungen auf und nimmst meinen Bund in deinen Mund, da du doch Zucht haßt und meine Worte verwirfst? (Ps 50,16-17)
 
Diese gottlosen, frevlerischen Menschen können nur deshalb wirken, weil der allmächtige, allwissende Gott es zugelassen hat. Das darf uns auch ruhig machen, die wir besorgt das Treiben solcher Verführer in der Gemeinde Gottes bemerken. Die Verführer sind „schon längst (od. zuvor) zu diesem Gericht (od. Urteil) aufgeschrieben“. Das kann man so verstehen, daß ihr Auftreten ein Gericht im Haus Gottes darstellt (vgl. 1Pt 4,17), das Gott schon vorher in prophetischen Warnungen angekündigt hat – etwa in dem einige Jahre zuvor geschrieben 2. Petrusbrief und den Warnungen des Apostels Paulus (vgl. Apg 20,29-30; 1Tim 4,1-2).
 
Der Bibelgelehrte Lenski bezieht diesen Satz auf den 2. Petrusbrief, in dem diesen Verführern das Urteil zuvor aufgeschrieben wurde („ihr Verderben schlummert nicht“, vgl. 2Pt 2,1 u. 3). Das Wort palai muß nicht immer auf lange Zeitspannen hindeuten, sondern kann auch auf kürzlich Geschehenes verweisen (vgl. etwa Mk 15,44).
 
Wir können die Aussage in V. 4 aber auch so verstehen, daß Gott in Seinen himmlischen Gerichtsbüchern schon zuvor das Verdammungsurteil, das Zorngericht über ihr böses Treiben aufgeschrieben hat. Einige Ausleger sehen auch die Weissagung des Henoch in V. 14-15 als das zuvor ausgezeichnete Urteil Gottes an; die Aussage könnte sich auch allgemein auf die zahlreichen Warnungen vor dem Gerichtstag des HERRN im AT beziehen. In jedem Fall wird deutlich: Die Gottlosen können eine Zeitlang wirken, was letztlich auch Teil des Gerichtes am Hause Gottes ist, aber sie werden ganz sicher von Gott einmal dafür gerichtet werden.
 
 
Die Zügellosigkeit der falschen Lehrer
 
Die frevlerischen Verführer werden in der zweiten Vershälfte noch näher beschrieben. Sie haben keine Ehrfurcht vor dem heiligen Gott und gerechten Richter. Sie mißbrauchen Seine Gnade, auf die sie sich in Worten berufen, als Deckmantel für Zügellosigkeit und Ausschweifung – für ein gesetzloses Ausleben ihrer sündigen Begierden, für die dreiste Übertretung der Gebote Gottes, die angeblich für die „Erleuchteten“ keine Gültigkeit mehr haben.
 
Das war ein Zeichen gewisser von der Gnosis beeinflußter Irrströmungen, auf die auch die Johannesbriefe Bezug nehmen. Wer durch die „Gnosis“ (mystische Erkenntnis) die höheren Weihen erlangt hatte, war selbst zum Gott geworden und war angeblich nicht mehr gebunden an die Gebote Gottes, die nur für das unmündige Fußvolk galten. Solche Leute meinten, sie könnten sich Hurerei und Ehebruch leisten, Lüge und Betrug und durch Täuschung erworbenen fremden Besitz. Ähnliches gilt auch heute noch für viele Sektenführer.
 
Der wahre Gläubige dagegen ist von Gottesfurcht geprägt; ihn nimmt die Gnade Gottes in Zucht, damit er nicht sündigt (d.h. nicht beständig, bewußt sündigt, nicht in Sünde lebt). Wer den Herrn Jesus wirklich erkannt hat und Ihn liebt, der hält Seine Gebote! In diesem Sinn grenzt sich der Apostel Johannes scharf von den gnostischen Verführern ab, die ebenso die Gesetzlosigkeit und Ausschweifung lebten:
 
Und daran erkennen wir, daß wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten. Wer sagt: »Ich habe ihn erkannt«, und hält doch seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in einem solchen ist die Wahrheit nicht; wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollkommen geworden. Daran erkennen wir, daß wir in ihm sind. Wer sagt, daß er in ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist. (1Joh 2,3-6; vgl. auch 1Joh 3,4-10)
 
Eine treffende Beschreibung der gottlosen Leute, die nur dem Schein nach Gläubige sind und in Zügellosigkeit leben, gibt der 2. Timotheusbrief; hier finden wir genau die Charakterzüge wieder, die auch der Judasbrief erwähnt:
 
Das aber sollst du wissen, daß in den letzten Tagen schlimme Zeiten eintreten werden. Denn die Menschen werden sich selbst lieben, geldgierig sein, prahlerisch, überheblich, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, gewalttätig, dem Guten feind, Verräter, leichtsinnig, aufgeblasen; sie lieben das Vergnügen mehr als Gott; dabei haben sie den äußeren Schein von Gottesfurcht, deren Kraft aber verleugnen sie. Von solchen wende dich ab!
 
Denn zu diesen gehören die, welche sich in die Häuser einschleichen und die leichtfertigen Frauen einfangen, welche mit Sünden beladen sind und von mancherlei Lüsten umgetrieben werden, die immerzu lernen und doch nie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen können. Auf dieselbe Weise aber wie Jannes und Jambres dem Mose widerstanden, so widerstehen auch diese [Leute] der Wahrheit; es sind Menschen mit völlig verdorbener Gesinnung, untüchtig zum Glauben. Aber sie werden es nicht mehr viel weiter bringen; denn ihre Torheit wird jedermann offenbar werden, wie es auch bei jenen der Fall war. (2Tim 3,1-9)
 
 
Die falschen Lehrer verleugnen den Herrn
 
Wer zügellos und in Sünde lebt, das betont Judas am Ende von Vers 4, der verleugnet den lebendigen Gott, der ein Richter aller Übertretungen der Menschen ist. Er tut so, als gäbe es den heiligen Gott gar nicht, der der alleinige Machthaber und Herrscher über alle Menschengeschöpfe ist. Er mißachtet frech die Herrschergewalt und erhabene Autorität Gottes und fordert Ihn heraus, wie es auch der Satan tut, der diese Leute inspiriert.
 
Diese Leute leben ihre Begierden aus, als müßten sie dem ewigen Richter keine Rechenschaft geben. Damit verleugnen sie auch unseren Herrn Jesus Christus, den Sohn des lebendigen Gottes, den der Vater zum Herrscher und Haupt über alles wie auch zum Richter gesetzt hat (vgl. 1Kor 8,6; 1Joh 2,22-23; Joh 5,17-23). Das ist ein Grundkennzeichen des Abfalls vom Glauben – die verdeckte oder offene Verleugnung des einzigen Retters und Herrn, des Sohnes Gottes, unseres Heilandes Jesus Christus. Wie ernst ist es, Ihn zu verwerfen, sich von Ihm abzuwenden, der uns doch allein Leben und Errettung zu geben vermag!
 
Diese Verleugnung bezieht sich in den Anfangsstadien des Abfalls vor allem auf die Autorität und Herrscherstellung des Sohnes Gottes als Herr (kyrios). Die Abtrünnigen sagen: „Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche!“ (Lk 19,14). Auch heute reden manche Christen von Jesus Christus als Erlöser oder Retter in einem undefinierten Sinn, aber sie wollen sich Seiner Herrschaft nicht unterwerfen.
 
Doch das ist verhängnisvoller Selbstbetrug: „Niemand wird vom Gericht gerettet, wenn er nicht den Herrn Jesus als Herrn annimmt, also Seine Autorität über sich anerkennt. ‚Wenn du mit deinem Munde Jesum als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, daß Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, wirst du errettet werden‘ (Römer 10,9).“ Wer Jesus Christus nur als Erlöser annehmen will, ohne Ihn als Herrn seines Lebens anzuerkennen, der verleugnet Ihn dadurch im Endeffekt. Henri Rossier führt dazu aus:
 
Sie wollen Seine Autorität nicht, und das ist das charakteristische Kennzeichen der Christenheit vor der endgültigen Offenbarung des Abfalls. Diese Menschen suchen die Autorität nur in sich selbst und in dem, was sie ihr Gewissen nennen. Das ist „die Gesetzlosigkeit“, von der Johannes in seinem ersten Brief (Kap. 3,4) spricht, der eigene Wille, oder die Abweisung eines jeden Gesetzes außer sich selbst, indem jeder sich selbst ein Gesetz ist. Die Rechte Christi werden so mit Füßen getreten. Sein Wort bildet nicht die Richtschnur. Jeder ist frei, es zu beurteilen, davon zu nehmen, was ihm gefällt, und zu verwerfen, was ihm nicht gefällt.
 
Vergessen wir nicht, daß diese „Gottlosen“ in ihrem Bekenntnis oft der größten Bewunderung und der tiefsten Ehrerbietung für die Person Jesu Ausdruck geben, während sie zugleich die Herrschaft Christi verwerfen. Angesichts des Wortes, das Ihn offenbart, behalten sie sich das Recht und die Autorität vor, zu urteilen, was doch Gott allein zukommt. Ihre Religion ist also die Erhöhung des Menschen, und darin schreitet sie fort bis zu dem Tag, wo „der Mensch der Sünde sich in den Tempel Gottes setzt und sich selbst darstellt, daß er Gott sei“ (2. Thess 2,4).
 
Durch eine solche frevlerische Haltung ziehen sie sich das glühende Zorngericht Gottes zu, und davon redet Judas ausführlicher in den folgenden Versen.
 
 
Bearbeiteter Auszug aus dem Buch desselben Verfassers: Von Gott bewahrt vor der Verführung. Eine Auslegung des 2. Petrusbriefes und des Judasbriefes. Steffisburg: Edition Nehemia 2015
 
 
Dieses Buch können Sie bei Ihrem christlichen Buchhändler bestellen. Sie erhalten es u.a. für die Schweiz bei der Edition Nehemia, für Deutschland und Österreich bei der Versandbuchhandlung Samenkorn.
 
 
 
 
 
Passwort vergessen?
Sitemap
Sie befinden sich hier: » Glaubensstärkung » Bibelauslegung » Auslegung-8 Webdesign & CMS
Impressum